Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerichtsübung, f.

gerichtsübung, f.
1)
gerichtliche handlung: sollen allwegen die gericht in iren peinlichen processen, gerichtsübungen und urtheilen, darin inen zweivel zufiel, bei iren oberhofen, da sie ausz altem verjertem gebrauch biszher underricht begert, iren rat zu suchen schuldig sein. welche aber nit oberhoffe hetten und auf eins peinlichen anklegers begern die gerichtsübung fürgenommen wer, sollen u. s. w. Carolina art. 219.
2)
gerichtsbarkeit, jurisdictio: die bestätigung der vormünder wird zur hohen gerichtsubung gerechnet. Haltaus 674 (Würzburg, von 1447).
3)
wie gerichtsstand 2, instanz: von dem gegenwirtigen gerichtzstand oder gerichtz übung, so man in latein nennet 'ab instantia judicii'. bair. gerichtsordn. von 1520 5, 12; kein burger oder burgerin (von Nürnberg soll hinfür) erbern rathe oder sondere burger oder burgerin auszerhalb ordenlicher und gebürlicher gerichtsübung nyndert verclagen. Nürnb. pol.-ordn. 43 Baader (von 1482).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3682, Z. 45.

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Zitationshilfe
„gerichtsübung“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerichts%C3%BCbung>, abgerufen am 08.12.2021.

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