Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerichtsbrief, m.

gerichtsbrief, m.
die über verhandlung und urtheil des gerichts abgefaszte urkunde, acta judicialia Stieler 240: ain gericht-brief ertailt von erbergen (ehrbaren) leuten, di bei den rechten waren. monum. boica 2, 77 (von 1436); wer im (kläger) deʒ (über die einschreibung des geächteten in der statt auchtbuͦch) ouch ainen gerichtzbriefe geben sülle. Augsb. stadtb. 269 M. (15. jahrh.); 58 guldein für 2 keiserlich gerichtbrief in Heintzen Mullners (der den rath beim kaiserl. kammergericht verklagt hatte) erlangten rechten. Nürnb. stadtrechn. von 1460 in städtechr. 10, 398, 32; so sich jemand einer inzicht (beschuldigung) entschlegt und des einen gerichtsbrief nimbt, davon ein pfund pfennig. landspot in Ober- u. Nieder-Baiern 1516 21ᵃ; die geschwornen botten (des kammergerichts) sollen schreiben künnen und die gerichtsbrieff der jhenen, die die berüren, ... getrewlich antworten (überantworten). reichsordn. (1539) 97ᵃ; der von Prifling hat ein gerichtsbrief von disem herzogen (Leitpold), der ist ausgangen zu sant Laurenzen bei Regenspurg am Regen, da er am gericht auf dem freithof (wie dieselbigen zeit der prauch gewesen, im 12. jahrh.) ist gesessen. Aventin. 5, 328, 13 Lexer.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3657, Z. 59.

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Zitationshilfe
„gerichtsbrief“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerichtsbrief>, abgerufen am 09.12.2021.

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