Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerichtsbuch, n.

gerichtsbuch, n.
das buch, in welches die verhandelten oder zu verhandelnden gerichtsfälle eingetragen werden, tabulae et regesta judicii, vulgo protocollum Haltaus 669 fg.: darnach fragt der clager fursprech, ob man solch urtheil icht billichen in das gerichtsbuch schreiben und den clagern, die des begern, daraus brief und urkund geben soll. ebenda (aus Würzburg. brückengerichtsordn.); als gerichtsbuch usz wist. Bech lex. beitr. 7, 23 (Pegau, 15. jahrh.); und soll solch gerichtsbuch oder libel alweg nach endung des gerichtstags beschlossen und verwart gehalten werden. Carolina art. 189; ein jede auffgab (besitzübergabe) soll mit mundt und halm gescheen undt ins gerichtsbuch .. durch den gerichtschreiber ingeschrieben werden. weisth. 4, 618; darauf die scheffen dem gerichtsschreibern das herren weisthum aus dem gerichtsbuch aufzulesen befohlen. 3, 812 (von 1578); welcher zu ewiger behaltnusz in dies gerichtsbuch läszt schreiben testamendt, lezten willen, kirchengab, jargezeit, ubergab, vertrag und dergleichen, der soll geben dem gericht ein halb viertel wein, vor zwen pfenning weg (semmelwecken), und dem schreiber solches einzueschreiben sechs pfenning. 1, 481; dasz sie ihre klage formblich vorbringen, von punct zu puncten in das gerichtsbuch einschreiben lassen. Phil. Lugd. 4, 84; dimin. gerichtspiechl östr. weisth. 6, 241 anm. (16. jahrh.).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3658, Z. 6.

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Zitationshilfe
„gerichtsbuch“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerichtsbuch>, abgerufen am 05.12.2021.

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