Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerichtsrecht, n.

gerichtsrecht, n.
1)
jus judiciarium, per sententiam scabinorum pronuntiatum: uszgenommen abe sie (kaufleute) iemant schuldig weren .. darumb mag iglicher dem andern mit gerichte und mit rechte zusprechen und gerichtes recht von im nemen. Haltaus 673 (Nassau, von 1420); uff dem jahrgedinge soll ein ehrw. h. abt als gruntherr oder seiner erwürden keller, ambtman und befelchhaber ... in dem obgemelten hoeb uff ener dürre (hürde zum dörren) sitzen und seinen zinsen mit gerichtsrecht dingen und fragen. weisth. 2, 253 (von 1544); das sie (herren von Lichtenberg) uns bi sollichem gerichtsrechten beschirmen wollend. 5, 494, 10 (von 1528).
2)
recht auf gerichtliche hilfe: ainem jeden landrichter zu Altenthann ist man schuldig ze geben ain fueder (s. gerichtsfutter), welcher ime das nit gibt, dem mag er seine gerichtsrecht auch nit than, er gebe ime dann sein lohn. östr. weisth. 1, 19, 22 (von 1625).
3)
abgabe, die der richter rechtmäszig zu fordern hat: wer in dem gericht sitzt, der ist dem herrn pfleger ain gerichtsrecht hüener und habern, nachdem er ain lechen und guet hat, wie auch das von alter herkomen, ze geben schuldig. östr. weisth. 1, 32, 14 (von 1625).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3671, Z. 10.

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Zitationshilfe
„gerichtsrecht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerichtsrecht>, abgerufen am 06.12.2021.

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