Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerichtsring, m.

gerichtsring, m.
kreis, der von der umstehenden gerichtsgemeinde um das gericht unter freiem himmel gebildet wurde; in älterer zeit wurden haselstäbe im kreis gesteckt und schnüre oder ein bloszer faden darum gezogen, an deren stelle später schranken und schirmende geländer von holz traten, s. rechtsalterth.² 809fg., ring 5, a, kreis 3 theil 5, 2146: man mag ôch gebieten, daʒ nieman armprost, spiesz noch dheinerlai sorglicher wäffen trag zuo dem gerichtzring oder in das husz, da man inne richt, an 10 [[undefined:poundsign]] D (strafe). weisth. 5, 148 (St. Gallen, von 1466); dieselbig wybsperson hat in einem sack die blutigen kleider des entlypten, und so sy den fürspräch genimpt, legt sy die blutigen kleider in grichtsring und fürt daruff die clag. Schwyzer hochgerichtsurkunde des 16. jh. bei Osenbrüggen deutsche rechtsalterthümer 1, 17; die zeugen werden im gerichtsring beederseiths beaidiget. landsbrauch des Inner-Bregenzerwaldes (Bezau, 1863) 18; auch nachdem man nicht mehr unter freiem himmel und in einem ring zu gericht sasz, verblieb gerichtsring als bezeichnung für den gerichtsort oder das gericht selbst, z. b. wirtemberg. landrecht von 1567 p. 67, 68.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3671, Z. 46.

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Zitationshilfe
„gerichtsring“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerichtsring>, abgerufen am 06.12.2021.

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