Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerichtsstatt, f.

gerichtsstatt, f.
1)
ort des gerichts, forum, ein gerichtstatt, da man gericht halt Dasyp. Mm 5ᵇ, gerichtstat, -stad, judicatorium Dief. 244ᶜ. 311ᵇ: als sie (schöffen) sich nun beraten hatten, da quamen sie alle gemeinlich wider .. an die gerichtsstat, da dann der schultheis das gericht besasz. weisth. 1, 769 (von 1452); (der landrichter hält das landgericht) zu Kaiserstuͦl vor der brugg, an des hailigen römischen richs frien landstras und gewonlicher gerichtsstatt. Mone ztschr. 22, 335 (von 1495); aus der gerichtsstat entlaufen, einen daraus rufen. Hederich 1085.
2)
die richtstatt, wo verurtheilte hingerichtet werden Adelung: den juden zwischen zweien wütenden oder beiszenden hunden zuͦ der gewonlichen gerichtsstatt ziehen vel schleiffen mit dem strang oder ketten bei seinen füszen, an einen besondern galgen, zwischen die hund, nach verkerter masz hencken, damit er also vom leben zuͦm tod gericht werd. Tengler laiensp. 118ᵇ. s. gericht 16, b sp. 3648.
3)
gerichtstat oder irrerganck oder umlauff oder ein buch in der rethorick, laborintus. voc. 1482 l 8ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3679, Z. 27.

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Zitationshilfe
„gerichtsstatt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerichtsstatt>, abgerufen am 06.12.2021.

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