Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerichtsvogt, m.

gerichtsvogt, m.
der vogt oder vorgesetzte eines gerichts, sowol der gerichtsherr (weisth. 7, 380), als besonders der in seinem namen gerichthaltende beamte, der richter, praefectus judicii Frisch 2, 118ᵇ, 'so hiesz ehedem der stadtvogt in Bremen gerichtsvogt' Adelung: die gerichtsvöigte (praefecti judiciorum) sitzen im gericht auff ihr ehr und eid, und sollen wol zusehen, dasz einem jeglichen nach klag und antwort recht geschehe, sonderlichen aber, dasz die vorsprachen (advocati) niemand in seinem rechten vervortheilen oder überschnellen. Mevius lübeck. recht (1661) 5, 1, 2; der gerichtshalter im patrimonialgericht: gerichtsvogd, actuarius judicii Stieler 528; überdiesz hatte er von den todesstrafen und der folter ganz andere begriffe als der martialische vater und dessen eiserner gerichtsvogt. Musäus phys. reisen 4, 20; auch der gerichtsbüttel wird vogt genannt weisth. 5, 188, 5. 7, 380, vgl. frohnvogt.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3684, Z. 28.

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Zitationshilfe
„gerichtsvogt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerichtsvogt>, abgerufen am 29.11.2021.

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