Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gerick, n.

gerick, n.
in ordnung, in reihe und regelmäszigkeit sich bewegendes thun, ordnung in der arbeit, regelmäszig wiederkehrende arbeit: ich hab so mein abendgerick Vilmar kurhess. id. 326; gerick und geschick zu etwas haben, anstellig, geschickt, behend in der ausführung einer arbeit sein, sie in der gehörigen ordnung und form behandeln können. ebenda. Schmidt westerw. id. 69. vgl. gerecke.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3687, Z. 29.

gerick, gericke, n.

gerick, gericke, n.
coll. zu mhd. ric, m. band, umschlingung, dann verschlingung der eingeweide (Tristan 2978 fg.), mhd. wb. 2¹, 681ᵇ.
1)
eingeweide: gerick, exta, viscera Siber gemma gemm. bei Schm.² 2, 46; das grick, eingeweid, viscus Maaler 192ᵇ, gerick, grick Dief. 623ᵃ. Schottel 1325, noch schweiz. grick, n. eingeweide in einem thierischen körper Stalder 1, 478, mnl. ghereck, gherick, viscera, interanea Kilian 170ᵇ, gherack 169ᵇ; verallgemeinert, das innere: hie theilen sich beide artznei von einander, des euszeren leibs und des innern. das ihr aber wöllet vermeinen, das gerick oder gehenck in einem jeglichen zehengang, werdet ihr in meiner physic der bücher paragraphorum wol finden. Paracelsus chirurg. schriften (1618) 363 B.
2)
froschleich, eier der frösche und der schlangen und die daraus sich entwickelnde brut, nebenformen gerecke, gerücke, geröcke, s. krötengerecke, froschgerück, mnl. padden-gherack, batrachides, ranarum foetus, sive semen: ova ranarum Kilian 479ᵃ, vläm. paddegerek Schuermans 452ᵇ, schles. gerecke Weinhold verbreit. d. Deutschen in Schles. 54 (Kirchhof forschungen II, 3), oberlausitz. das freschngerecke, frôschgrecks Kiessling 40, frôschgerecke Knothe schlesische mundart in Nordböhmen 250, krotengerik, ranarum foetus Schottel 1325: der alten schlangen gericke und geschmeisz. Mathesius Luther 163ᵇ; was des unzifers und krötengericks mehr ist, das sich heufelt, wie die raupen, und macht jm ein anhang, oder geckt und queckt, wie andere kröten und frösche, sub aqua, sub aqua. diluvium (1587) 290ᵇ; natern, frösch, krötengerück .. und was der gifftigen unreinen gattung mehr sein kan. Jes. Christ. 2, 89ᵇ; bisz er sein gifft und krötengerick auszhecket. fastenpred. 37ᵃ; schlangengerück 134ᵇ; dasz in einem menschlichen hertzen ein wurm gefunden ist, ist seltsam zu vernehmen; aber noch schrecklicher, dasz die erbsünde, der schlangensamen, das krötengerick in demselben stecket. Scriver seelensch. 1, 61; seine jungfer tochter und mein gnädiger prinzipal sind mit einander richtig; sie hängen an einander wie froschgeröcke. Stoppe Parn. 499. vgl. gereite 8 und 9 sp. 3626, welches ebenfalls die bedeutungen 'singeweide' und 'froschleich' entwickelt hat.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3687, Z. 36.

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Zitationshilfe
„gerick“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerick>, abgerufen am 07.12.2021.

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