Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geriesel, n.

geriesel, n.
subst. verb. zu rieseln, das sanfte herabfallen oder herabgleiten: das letzte viertel (des mondes) verspricht regengeriesel. Birlinger schwäb. - augsb. wb. 189ᵃ (von 1751); nebelgeriesel Göthe 1, 172; das weiszgelbe geriesel ihres gewellten haares, das unter der himmelblauen runden seidenkappe hervor auf den gleichfarbigen langen mantel frei, gelöst, fluthete. F. Dahn weltuntergang 53; verbunden mit leisem geräusch, so dasz schlieszlich dies geräusch bisweilen den hauptbegriff bildet: das geriesel der sandkörner an der berghalde; das geriesel des laubes im herbst;
mit geriesel hinab zu den fersen entwallt es (das atlasgewand).
Voss Luise 3, 179;
über grünliche kiesel
rollt der quelle geriesel.
gedichte (1825) 3, 102;
und mir schien ihr (der menschen) getös' nur ein geriesel des quells.
Göthe 1, 313;
das bächlein aber führt ein plaudriges geriesel.
Rückert brahm. erzähl. 142;
weicher klang ist ein geriesel, das mir widert. Klopstock; schweiz. das grisel, geriesel von fallenden hagelkörnern Hunziker 112, vgl. tirol. riseln, fallen, hageln, die riseln, hagelkörner Schöpf 558.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8,9 (1891,1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3688, Z. 68.

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Zitationshilfe
„geriesel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geriesel>, abgerufen am 05.12.2021.

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