geringhaltig adj
Fundstelle: Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3704, Z. 11
gering an innerem gehalt und wert, vgl. ringhaltig und gering 5 sp. 3692.
1)
eigentlich: geringhaltig, sowol vom golde und silber, als von den daraus geprägten münzen, wenn sie nicht die gehörige feine haben, sondern mit vielem zusatz vermischt sind Jacobsson 2, 63ᵇ; geringhaltige müntze, moneta exigui valoris Hayme 239; kleine müntz-sorten, so von dem gemeinen reichsvalor nun je lenger je mehr am schrot und korn abgewichen und gantz gering haltig seien. würtemb. zollordn. 1651 2; geringhaltiges erz, das wenig edles metall enthält Campe.
2)
bildlich: es ist mit der tugend wie mit dem golde, etwas legierung von silber oder kupfer musz immerhin dabei geduldet werden, aber gold von sechzehn karat hört auf gold zu heiszen. nach dieser regel möchte wohl ein groszer theil der menschlichen tugenden für allzu geringhaltig erfunden werden. Wieland 8, 113; donna Felicia würde diesen grund sehr geringhaltig gefunden haben. 12, 65; geringhaltige beweise, levidensia argumenta Frisch 2, 121ᵇ; dem ohngeachtet sind seine lustigen stücke am wahren komischen so geringhaltig noch nicht, als sie ein verzärtelter geschmack findet. Lessing 7, 46; nehmen ihro durchlaucht mit der beschreibung meines geringhaltigen lebenswandels vorlieb. frau rath an herz. Amalia 192.
Zitationshilfe
„geringhaltig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geringhaltig>, abgerufen am 08.12.2019.

Weitere Informationen …