Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geringschätzigkeit, f.

geringschätzigkeit, f.
1)
geringer wert, geringe bedeutung, tenuitas, ignobilitas, exiguitas Aler 904ᵇ, geringes vermögen, tenuis fortuna Henisch 1517: geringschätzigkeit der wörter, des herkommens, der nahrung, der völker. Aler; dieser schöne jüngling .. wird mit unter unsere geschencke gezehlet, .. dasz durch seine so seltene schönheit die geringschätzigkeit der andern ein ansehen der kostbarkeit bekomme. Zesen Assenat (1679) 22; dieses werkes geringschätzigkeit. Leibnitz 2, 362; wenn die geringschätzigkeit meiner urtheile in vergleichung mit so groszen männern mir erlaubte, mit solcher autorität zu reden. Kant 8, 167; wenn man die geringschätzigkeit der quantität des gewässers mit der grösze der erdkugel zusammenhält. 212; die geringschätzigkeit der umstände dieses lebens. C. Lucius bei Gellert 6, 175.
2)
misachtung: einem mit vieler geringschätzigkeit begegnen. Adelung; sie (ehegatten) entfernen alles, was dem stolze des herzens nahrung und zur geringschätzigkeit gelegenheit giebt, denn beides tödtet die liebe. Gellert 7, 202 (moral. vorl. 558); mit objectivem genitiv: geringschätzigkeit des feindes ist gefährlich. Heilman Thucydides register.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3707, Z. 21.

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Zitationshilfe
„geringschätzigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geringsch%C3%A4tzigkeit>, abgerufen am 29.11.2021.

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