Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerinnsel, n.

gerinnsel, n.
1)
lab, das die milch gerinnen macht, sieh rinnsel 4: diser wild knoblauch heiszt im oberland ramseren, das ist gerinsel, darumb das die milch vom safft disz knoblauchs gerinnet und zuͦsamen laufft. Bock (1551) 286ᵃ; labmagen: nimb lippen oder gerinsel von einem ziegenböcklein 3 loth klein gestoszen. Tabernaemont. (1588) 772; auffgetrucknetes gerinsel oder lip von dem meerkalb. 278.
2)
die festen bestandtheile der gerinnenden oder geronnenen flüssigkeit: das gerinnsel der milch; es scheidet sich aus dem ausgeflossenen safte ein fasriges gerinnsel ab (bei der guttapercha-bereitung). Karmarsch-Heeren² 2, 210;
triumph! wie schön das blutgerinnsel
dem bleichen ecce homo läszt!
Lenau Savonarola 166.
3)
das rinnende wasser:
die braune felswand allerwärts
schickt ihm (Rhein) ihr dunkelgelb gerinnsel.
Freiligrath 2, 222.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3711, Z. 66.

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Zitationshilfe
„gerinnsel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerinnsel>, abgerufen am 28.11.2021.

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