Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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garn, n.

garn, n.
in drei verschiednen bedeutungen, die doch nur éin wort bilden.
I.
garn, gesponnener faden.
1)
die form: mhd. garn, ahd. garn, karn filamen, netus, coccus Graff 4, 264; ags. gearn pensa Ettm. 416, unwunden gearn glomus Wright vocc. 59ᵇ, engl. yarn, nordengl. noch garn Halliw. 392ᵇ; altn. garn n. und noch isl., norw., schwed., dän. (auch schwed. görn n. wollgarn Rietz 233ᵃ, dän. gjörn); zerdehnt nl. garen, bei Kil. gaeren, wie auch nd. garen z. b. Dähnert 142ᵇ, Schamb. 59ᵇ (neben älterem garn Chytraeus 240. 246), und so auch noch oberd., z. b. schwäb. Schmid 221, schon mhd. Lexer 1, 739 und auch nhd. anfangs geschrieben, z. b. (auch für die bed. II) garen Petr. 107ᵇ, auch bei Luther (s. II, 6, a), tolden von weiszem garen an den zipfelen (des bettküssens) Tucher baum. 299, 25, etlich stricken netzgaren Garg. 185ᵇ, auch im pl. (netzgarn Sch. 342), vergl. garne pl. unter II, 3, a. Merkwürdig auch hier mit umgestelltem r (sp. 1335) gran mataxa Dief. 351ᵃ, granebaum für garnbaum 327ᶜ, granewinde 263ᶜ.
2)
das garn ist eigentlich der faden wie er mit den fingern und der spindel aus dem flachse, hanfe, lein, werk gedreht wird (daher auch draht genannt, s. II, 1328, wo auch seidendrat), aber noch nicht eigentlich als faden gedacht, sondern als masse oder stoff, wie er sich auf die spindel windet oder im knäuel geballt ist, der weiteren verarbeitung gewärtig, daher ohne plural (doch ahd. Otfried I, 5, 12. IV, 29, 33), und die spindel selbst als eine art masz für das garn: pensum, ein wickel oder spindel garns. Dief. nov. gl. 286ᵃ (vergl. ags. pensa als gearn schlechthin unter 1). der faden ist vom garn ein einzeln stück für sich, wirklich losgeschnitten zu sofortigem gebrauch oder nur für sich gedacht, wie z. b. das was der spinnerin durch die hand geht; auch in den tolden von weiszem garen an den zipfeln des kaiserl. bettküssens auf der burg zu Nürnberg bei Tucher unter 1 erscheint das garn noch mehr in stofflicher form. das selbstgesponnene garn als masse war vorrätig im hause, zur frauengerade gehörte u. a. al garn Ssp. I, 24, 2, Schwabensp. 26, 2, zur ausstattung einer bauernbraut auch garn, wäsche, flachs Immermann Münchh. 3, 14. auch an die kirche wurde davon abgegeben, noch jetzt sammeln in der Oberpfalz die kapläne zu gewissen zeiten in den häusern je einen wefel garns zu leinwand (Schm. 4, 35), in Schwaben opfern wöchnerinnen beim aussegnen der mutter gottes u. a. einen schneller garn, s. Birlinger volksth. 2, 320. 319.
3)
genauer ist das garn
a)
flächsenes garn (auch leinenes Adelung), flächsin garn Henisch 1357, jener erste einfachste faden, im engsten sinne schlechthin das garn genannt (Krünitz 16, 135), noch heute in den kreisen wo noch am spinnrade gesponnen wird, auch rohes garn (rohe garn Henisch) gegenüber der ihm bevorstehenden bearbeitung. vom werge oder werke kommt werkenes garn (thür.), wirkin garn Henisch, z. b. zu wischlappen verarbeitet, alem. kudergarn (s. kaudergarn): und wolt dir auch gesaget haben .. von der kudergunkel, an der selben spint man gar bald vil garnes, in ainer stund xx. oder xxx. apperich, und von der henfin gunkel, an der selben spint man auch nit guͦt garn, es ist weder guͦt noch bös, es ist dirdenday. Keisersberg geistliche spinnerin L 5ᶜ. vergl.grobes garn 5, a.
b)
aus dem einfachen garn wird dann durch zusammendrehung mehrerer fäden das künstlichere gezwirnte garn, je nach der zahl der fäden zweidrähtiges (der urspr. eig. 'zwirn'), dreidrähtiges, vierdrähtiges u. s. w. (auch vom wollenen, baumwollenen garn geltend), indem die drehung nun nach der andern seite gemacht wird (daher retroflexus, gezwirnet Mones anz. 7, 165), urspr. und theilweis noch heute gleichfalls im hause auf dem spinnrade hergestellt (grauer hauszwirn), nachher von den webern, sonst nun auf zwirnmaschinen; im 15. jh. tvinare, garn treben (drehen) gleich zwirnen Dief. 193ᶜ, zwirnet garn oder netz, tuma (d. i. tuina) voc. 1482 qq 7ᵃ. glanzgarn, glänzend gemachtes, offenes garn, mehrdrähtiges, dessen fäden doch nicht scharf zusammengedreht sind, sondern locker gelassen (das andere zwirn im engern sinne). s. auch kerzengarn, dacht (auch die kerzen, talglichter wurden früher wirklich und werden zum theil noch im hause gemacht, vgl. V, 615), vgl. unter kerze 1 das ahd. charza selbst als dacht, eig. aus werk.
c)
hänfenes garn oder hanfgarn, fester als das flächsene, besonders von den seilern verarbeitet zu bindfaden, leinen, stricken, weiter zu netzen (s. II), auch zu schusterdraht: es wohnte ein zimlich betagter schuster darinn ... sein junges weib aber spanne hänfen tratgarn. Simpl. 3, 402 Kz.; garn zu sennen, für armbrüste u. ä., im mittelalt. hausb. 36, 11 unter den nötigen vorräten einer burg genannt, wie unter denen der burg zu Arnstadt im j. 1428 ein wendekrig, vier spann sennen (zu dem krieg, s. V, 2211), fünf schock schiben flemesches garns (zu den spannsennen) Hesse Arnstadt 116. bei Frisius 1314ᵇ tomex, das garn (Maaler 157ᵇ setzt dazu erklärend das erst werch), das die seiler von erst umb den haspel träyend und demnach erst seiler darausz machend. noch seemännisch kabelgarn, segelgarn, stoszgarn, takelgarn u. ä., meist bindfadenähnlich, auch dünne seile heiszen da selber kurz garn, seemannsgarn, schwed. sjömansgarn. vgl. übrigens die lebensgeschichte des hanfes, von ihm selbst erzählt, im Simpl. 6, 12, wo er doch auch zu zartem garn und feiner holländischer leinwad wird, der abgang aber zu grobem garn, bärtleingarn (2, 181 Kurz), vergl. unter hänfen.
d)
ferner wollenes garn, wollengarn, auch garn schlechthin (vergl. dickgarn), mhd. z. b. in der Freiberger innung der tuchmacher: wô die meistere kîsin .. daʒ zu wênig garnes dar în ist getragen (s. eintrag 1), dâr umme sal jenre .. vier grôʒe (näml. pfenninge) den bürgern .. Freib. stadtr. 292; es sol auch nieman kaufen garn noch wolle .. er wisse dann seinen schup .. Nürnb. poliz. 163, es ist von tuchmachern die rede; garn sieden, ferwen. das.; gepunt garns. 164; das tuoch von garne im Renner 12733 dagegen ist leinwand, und garn von wollengarn ist sogar nicht recht aufgekommen (mhd. warf Nürnb. pol. 162). Henisch 1357 gibt an gesponnene wolle oder wullengarn (wullen- eig. das adj., mhd. wüllîn), auch Stieler 611 setzt den erstern ausdruck als den hauptsächlicheren an, und im hause spricht man noch von strickwolle, nicht wollnem strickgarn, denn mit letzterm meint man baumwollnes; engl. dagegen heiszt neben spun wool das wollengarn vorzugsweis yarn.
e)
baumwollengarn, adjectivisch baumwullen garn Henisch 1357, baumwüllen garn Steinbach 1, 558, schon bei Keisersberg nebst der seide als an der kunkel gesponnen erwähnt (s. V, 2656, um 1400 vgl. unter garnspinnerin, Mones zeitschr. 9, 184): es wird die erlesene oder gereinigte baumwolle .. zum spinnen am rad zubereitet. man zeigte mir dabei den unterschied zwischen links und rechts gedrehtem garn, jenes ist gewöhnlich feiner u. s. w. Göthe 23, 52. das wird denn jetzt vorzugsweis unter garn schlechthin verstanden, begreiflich bei der hohen bedeutung die die baumwolle gewonnen hat; so wol schon im folgenden:
ich kenn es (das band) gar zu gut, ich trug es um die stirne,
der eintrag war von garn, der boden war von zwirne,
zween fäden liefen grün, zween roth, die andern blau ...
ich hab es selbst gemacht ..
Gellert (1839) 3, 383, das band 1. auftr.;
f)
auch seidengarn, nesselgarn, kamelgarn u. a., neuerdings selbst eisengarn, aus England kommend, statt zwirns.
g)
nach dem zwecke sodann, im hause strickgarn, stopfgarn, strumpfgarn, stickgarn, zeichengarn, nähgarn (schneider, die mit liederlicher seiden, garn oder zwirn nähen, im kunst- u. handwerksnot. 359), klöppelgarn u. a., nach der bearbeitung handgarn, maschinengarn, klopfgarn, briefgarn, kammgarn u. a., schiergarn, moltgarn Möser phant. 1, 112, nach der herkunft z. b. klostergarn Ludwig 691, englisches, türkisches, Schweizer garn, im 17. jahrh. als vorzügliches Arlasgarn, Arelatinum filum Henisch 1357, aus Arles.
4)
bearbeitung des garns.
a)
garn spinnen, gewiss in die vorzeit zurückgehend: Katla sat â palli (auf der bank) ok spann garn, nachher spann garn af rokki. Eyrbyggja saga 32;
den lêrte si dâ næjen
und ûʒer vlahse dræjen
mit manigen vaden vil geslaht.
ein kunkel diu wart im gemaht,
ab der span er dâ kleineʒ (feines) garn.
Konrad troj. kr. 15873;
des winters war an manchem morgen oft schon mehr garn gesponnen (von frau und gesinde), als jetzt in manchen haushaltungen binnen einem ganzen jahr gewonnen wird. Möser phant. 1, 121; das garn zu éinem stücke muszte von éiner hand und von éiner art flachs gesponnen sein. von dem besten ward gezwirnet. 123. dieses erste garn heiszt auch kurzweg gesponnenes garn (nl. gesponnen garen) im gegensatz zum gezwirnten (3, b); daher der vorwurf des webers, der auf dem markte seinen garnvorrat von den bäuerinnen kaufen, aber den preis drücken will:
so er denn ze markt tuot loufen
und ain gärnli wil koufen,
so facht er an zuo liegen und ze kriegen (streiten, zanken)
und wil den maigerinnen (meierinnen) nüt drum gen (geben),
und ist grosz und ungespunnen garn.
teufels netz 10567,
grobes und nicht einmal 'gesponnenes', wie er es nennt.
b)
das garn weifen oder haspeln, winden, wickeln, dann äschern, kochen, bleichen, spulen u. s. w.: girgillare, garn winden, weifen, haspelen Dief. 263ᵇ, haspen n. gl. 193ᵇ (dazu haspgarn Nürnb. poliz. 162); das garn auf ricke hasplen, in orbes glomerare. Henisch 1357, 48, aufhaspelen Stieler 611;
Maria die kunt spinnen ...
Jesus der kunt haspen garn (auf der flucht in Egypten).
Weinhold weihnachtspiele u. lieder 387;
doe Joseph niet meer timmeren can (vor alter) ..
hi haspelde garen.
hor. belg. 10, 61;
ich wil hie frauen huld erwerben ...
und solt ich ... den hals über ein spindel abfallen ...
und die finger krump am garn winten.
fastn. sp. 267, 14,
unter den mancherlei frauendiensten in der spinnstube, vgl. den meiden die agen abschütten (auch vom kleide) I, 189; statt dessen musz ich zeitungen lesen (vorlesen) und garn abwickeln. Kotzebue 3, 287, ein verwundeter alter oberst;
rief sie, die thür' halb öfnend, Marie, die geschäftige hausmagd,
welche gehaspeltes garn von der wind' abspulte zum weben,
hastiges schwungs, von dem weber gemahnt ..
Voss (1825) 2, 151;
Susanna windet ihr garn ab,
dasz die beschleunigten rollen sich drehn im rummelnden umlauf,
ohne verzug, um den streng' anmahnenden weber zu fördern.
1, 57 (Luise 2, 89);
sie werden mir sagen, der mann soll sein garn nicht roh verkaufen, sondern linnen daraus machen. allein wer da weisz, wie mancher tag zum garnkochen, bleichen, trocknen, bocken, winden, schieren und weben erfordert wird .. Möser phant. 1, 113; sollten sie jetzt ihre kleine bleiche, worauf sie in ihrer jugend so manches schönes stück garn und linnen gebleichet .. suchen .. 2, 335;
als ich auf meiner bleiche
ein stückchen garn begosz ..
Weisze kom. op. 3, 56,
ein lied das noch gesungen wird, auch: mein klares g. b.;
ich wollt vorhin mein klares garn begieszen,
das an der sonne liegt, und nahm mich nicht in acht
und stiesz mich an das holz (pflöcke) an dem ichs angemacht.
Gellert (1839) 3, 381;
ähnlich reines garn in älterer zeit, z. b. in dem schon angeführten weihnachtsliede:
Maria spann das reine garn
mit iren henden.
Weinhold 386.
c)
beim weber: garn, warf oder zettel, stamen. voc. 1482 k ijᵃ, Dief. 550ᵇ (auch altn. kurz garn, kette Fritzner 193ᵇ), auch zettelgarn substamen 561ᶜ, worfgarn stamen nov. gl. 347ᵃ, der einschlag dagegen subtegmen spulgarn, wefelgarn 562ᵃ, intraggarn trama 592ᵇ, eintraggarn substamen nov. gl. 353ᵃ (eintragsgarn, einschlagegarn Göthe 23, 64), s. auch schuszgarn, schergarn, ahd. blîgarn Haupt 6, 322ᵃ (d. h. mit bleiklümpchen beschwert, um es straff zu halten, am alten stehenden webebaum); der weber zettelt an das garn und rollet es auf den weberbaum .. mit den zotten (licium) theilet er das garn u. s. w. Comenius orb. p. 1, 123, vergl. garnbaum; vom zettel oder der kette, aufgespannt ähnlich den saiten einer harfe:
durch die saiten des garns sauset das webende schiff.
Schiller 76ᵃ (spazierg.).
Dem weber brachte man nach alter sitte das selbstgesponnene garn zum verweben (vgl. aus Voss vorhin); Waldis erzählt von einem verkommenen weber in Hessen:
da kam ein arme fraw auch dar ...
welch im vom flachs gehechelt rein
viel garn bracht hett, gesponnen klein ...
IV, 68, 22;
das garn, so im ward bracht zum weben,
und solt die leimod (leinwand) wider geben,
das ward verbrasset und vertrunken ...
kamen die frawen, welch im ir garn
bracht hetten wol ein jar zuvorn ...
das. 9 ff.
schon um 1400 wird geklagt über ihn, wie er den frauen das gebrachte garn veruntreue, dasz sie sich anderes erbetteln müssen:
wenn er den frowen tuot verzettlan,
so muoszends gan werch und garn betlan ...
und wænend (si), er bruch das garn,
so tuot es in sinen sak varn.
teufels netz s. 335,
'tuot verzettlan', d. h. wol er gibt fälschlich an, er habe damit beim anzetteln unglück gehabt, es sei verdorben, vgl. vorher s. 334, wie er spuolen, approch und knüli stehle, d. h. die spulen mit dem garn, die garnknäuel (approch gleich Keisersbergs apperich unter 3, a, die volle spindel), nachher das. das spuolgarn. Ein scherzhafter ausdruck für dieses veruntreuen weist die schuld den mäusen zu: den letzten abgang litte ich (der hanf) selbst, als der weber ein paar kneul garn von mir nach den diebischen mäusen warf. Simpl. 2, 181 Kz., etwa hinter den ofen, wo sie dann vergessen werden; die weber bleiben aus redlichkeit so arm, dasz sich auch keine mäus bei ihnen ernähren können, denen sie etwan ein knäul garn nachwerfen müsten. 72, offenbar eine antwort der weber auf jene verläumdung.
5)
bildlich und in redensarten.
a)
besonders vom spinnen, als bild menschlichen thuns überhaupt (vgl. anspinnen, abspinnen): jeder meint, er spinn gut garn. Lehman flor. 1, 180; wie garn, so tuch (d. h. leinwand), par labori praemium Stieler 611, wie das garn also das tuch Henisch 1358, grob garn, grob tuch Ludwig 691; zu sehen was unsere daselbst zurück gelassenen brüder benebst den Portugiesen vor gut garn spönnen. Felsenb. 4, 518; sie spinnen kein gut garn mit einander, they are at discord Ludwig 691, wie keinen guten faden;
drei gesellen sind uns herein (d. h. hier herein) entrunnen,
die haben all grobs garn gespunnen.
fastn. sp. 851, 7,
d. h. etwas verbrochen, wie werk am rocken haben (vgl. dazu V, 2658), nl. kwaad garen spinnen, unehrlich handeln. hübsch vom vorsorglichen thun der hausfrau: natürlich hat so eine wirthin an bedeutenden tagen werch an der kunkel (schwere arbeit) und kann nicht an einem orte sitzen bleiben, sie musz ihr garn spinnen in allen ecken des hauses. Gotthelf 19, 131, was zugleich an die franz. bauerweiber erinnert, von denen Keisersberg erwähnt, dasz sie im gehen spinnen (s. kunkel II, 2, b). zugleich als netz gemeint (s. II, 6, a):
der Tylli hat ein garn gesponnen,
es wird ihm bald zureiszen ...
Soltau 2, 383.
so von schlimmen anschlägen niederd.: de eine het dat gâren espunnen, de andere ewêwet, vom plane und der ausführung. Schambach 59ᵇ.
b)
einem das garn verwirren, seine pläne, sein thun stören: andern, wie klug und weise sie sind, läszt gott ihre beste rath- und anschläge fehlen, machet ihre weisheit zur narrheit, und verwirret ihr garn, dasz sie weder den ersten noch den letzten faden finden können. Scriver seelensch. 2, 429; unser bildliches verwirrt, verwirrung wird vom spinnrocken oder garnhaspel oder knäuel herrühren.
c)
das garn läuft ab, beim weifen:
ist anders dann (ich wil nicht rauch verkaufen)
des lebens garn den menschen abgelaufen.
Tscherning (1642) 126,
abgelaufen wie eine uhr (eig. sanduhr), es ist aber da zugleich gelehrt an die Parzen gedacht, vgl. übrigens sacht an, sacht an, mein herr, erzürnet euch nicht so sehr, der haspel möcht euch sonst gar ablaufen. das bärtigte frauenz. 49. für verschwenden ein bild vom garnspinner: er spielte jeden sonntag den baronen .. und liesz, wie man sagt, das garn auf den boden laufen. Auerbach dorfgesch. (1846) 2, 429.
II.
garn als netz.
1)
in den formen gleich dem vorigen, aber begreiflich mit pl., garne (3, a), auch mit umlaut, s. nachher; doch findet sich auch dieses garn stofflich, collectivisch behandelt, z. b. von fischernetzen, und zwar neben dem pl.: zum andern sollen die klebgarn .. von ostern an bis uf Martini .. ganz gemitten werden .. usz iedem hus nit me dan ein nache und über vierzig clafter garns nit gefurt oder gebrucht werden. Mones zeitschr. 4, 90; der plur., von mehreren arten von fischgarnen: die lore- wellen- schaft- u. s. w. gezaw und gern sollen verboten syn. das. 88. Auch engl. mundartlich yarn Halliw. 943ᵇ, isl., norw., schwed., dän. garn für fischnetz, obwol altn. nicht bezeugt; ahd. zufällig einmal in zuggigarn verriculum Graff 4, 264, ein fischnetz, zuggarn verriculum Dasyp. 335ᵈ.
2)
netz überhaupt.
a)
eine netzhaube: garn, so die weiber über den haaren zu tragen pflegen, gestrickte weiberhaube, reticulum capillare. Kirsch 2, 129ᵃ. dasselbe scheint folg.:
es tregt der schuler hoch erfarn
an seinem hals ein gelbes garn.
H. Sachs 3, 3, 19ᵇ,
am halse, wie auch sonst von kleidungsstücken; vgl. garnhaube und mhd. netze als haarnetz Lichtenst. 172, 15, retiaculum u. ähnl. theils als garn, netze theils als harbant, gestrickte hub Dief. 496ᵃ, s. auch garnschnur.
b)
an eins der folgenden garne ist im folg. gedacht: mancher thut wie ein strausz, der meint, wann er unterm zweig stehet, so sei er gar bedeckt. also (ebenso) der sich mit einem garn bedeckt, der guckt doch herfür. Lehman 1, 204; der krieg ist ein löcherend garen. kriegsb. d. frides 82, das wol fängt, aber nicht festhält, wie ein beschädigtes fischnetz u. ä.; Paris ist ein kleine welt, compendium orbis terrarum ... wer die welt in einem saal, in einem sack, in einem garten, in einem garn beisammen sehen will, der wird sie in Paris gewisslich finden. Philanders ges. (1644) 41.
c)
es heiszt garn (plur.) stricken oder brätten, texere retia Maaler 157ᵇ, Henisch 1358, 17, Stieler 611 (bretten); etlich stricken netzgaren. Garg. 185ᵇ; die da gute garn wirken und netze stricken. Luther Jes. 19, 9.
3)
fischgarn, fischergarn, vermutlich die älteste anwendung; das garn legen, schon mhd., s. unter 6.
a)
sagena, grosz garn vel fischdarm Dief. 507ᵃ, in einem andern voc. grosz fischgarn das.; sô man elset vêht in dem Necker, wer anders lendet in Videnheimer mark mit garnen danne der von Videnheim ist .. Mones zeitschr. 4, 77, vom j. 1369; daʒ unsere burgere .. mit deheinen cleinern gezoge (zugnetze) noch garne varen söllent, dann der model (ist) der hinder uns lit (bei uns hinterlegt ist) und jeder stademeister in unser statt der einen hat .. und daʒ ouch nieman deheinen engern (gleich cleinern vorher) gezock, garne noch korp machen soll. Straszburger ratsschreiben v. j. 1434 das. 78, damit der junge visch (s. 83, collect.) geschont werde; die fischer underwendig Heidelberg bisz in Rein sollen die klein segen (sagenas) abthun .. dan sie verderben den ganzen Necker .. und sint garn die zwifeltig über den Necker reichen, und mag nichts vor den selben garnen den Necker hinuf kumen. 90, vom jahre 1502, garn als gesamtname (eine segi auf dem Bodensee nachher garn genannt weisth. 4, 417); übergeende garn, die von einem lande zuͦ dem andern geen. 93;
darnach der scherz und der fischgeier
die fischten einen groszen weier,
das wasserhun das zoch das garn.
H. Sachs 1, 426ᵇ;
die fische in das garn jagen mit den störstangen. öcon. lex. 671. 683.
b)
vor dem garn fischen, d. h. da wo nichts zu fischen ist, sich aussichtslos bemühen, etwas verkehrt anfangen: darumb acht ich, es sei vor dem garn gefischt, so man umb verteidigung willen des evangelii sich wider die oberkeit legt. Luther 6, 3ᵇ. ebenso vor dem hamen, vor dem bären (alem. Soltau 2, 145, s. beere), s. fischen 3.
c)
verschiedne arten, wie zuggarn, treibgarn, koffer- oder sackgarn, inngarn (öcon. lex. 676. 674), flieszgarn, wurfgarn, klebgarn, gezaugarn, loukengarn, alle in den alten fischereiordn. bei Mone a. a. o. 4, 83 ff., von Rhein, Neckar, Murg, biengarn so die rogen und die jungen leich (mit) heben s. 90, kieselgarn (s. d.), brestgarn weisth. 1, 529, hebgarn 2, 46, dreggarn 6, 414; an der Ostsee leichgarn, zur laichzeit gebraucht, strandgarn zum fang der lachse am strande, wintergarn oder stintgarn zum fang der stinte des winters, windgarn, ein groszes netz von 60 bis 80 'faden', das man vom winde treiben läszt, s. Hennig preusz. wb. 80. s. auch garnsack.
d)
übrigens werden doch garn und netz unterschieden, im engern verstande heiszen die groszen netze, die gezogen werden und nicht sackförmig gestrickt sind, garne (Krünitz 16, 137): ausz dem faden ein netz zu machen, das netz zu garn, zum behrn zu formieren. Paracelsus 2, 225ᵇ, netz wie es scheint als netzgestrick allgemein, das dann erst zum fischgarn gebildet wird.
4)
vogelgarn: wer eine kolmeise fienge mit limen ader mit slagegarn. weisth. 1, 535 (14. jh.), noch collectivisch gebraucht, wie unter 1 in vierzig clafter garns; es sol dehein vogeler .. von vastnaht unz dem sungihttage (mittsommer) deheine kleine vogel vohen weder mit limeruͦten noch mit garnen. Straszb. voglerordn. v. 1449, Mones zeitschr. 4, 84; mit garnen fängt man vögel, mit netzen die fisch, mit seilen die hasen, mit list und betrug die leut. Lehman flor. 1, 106; garn richten fahet nit vögel, sonder zuziehen. Frank spr. 2, 163ᵃ; indem sie (die vogelsteller) .. die töne derjenigen nachzuahmen suchen, welche sie .. in ihrem garne zu sehen wünschen. Göthe 18, 64;
ja er weisz das garn zu stellen
für der vögel leichtes heer.
Opitz 1, 174 (Antigone).
es gibt steckgarn oder stecknetz, herdgarn, ziehgarn, bügelgarn, schneegarn, lerchengarn, schnepfengarn, wachtelgarn u. a. (Krünitz 16, 138), stoszgarn Nürnberg. poliz. 309, rufgarn, deckgarn Birl. Augsb. wb. 181ᵃ.
5)
jägergarn.
a)
garn plaga Dief. 439ᶜ, cassis 104ᶜ, jägergarn Dasyp. 335ᵈ, wiltgarn Dief. 104ᶜ, weidgarn: man musz es den bauren durch ein wildgarn reutern und grob durch laszen laufen, sie mögen alsdann bachen wann sie wol wöllen. Fischart bien. 1588 194ᵇ, bei Henisch 1358 den bawren soll man die warheit durch ein weidgarn sichten, das garn als grobes sieb gedacht; garn sind die netzen zum hirsch- sauen- reh- hasen und wolfs jagen. Fleming t. jäger 107 (hirzen- hasen- ebernetz Dief. 104ᶜ); wolfs- und rehgarne. Heppe jagdlust 1, 350, s. auch königleingarn; ein alter fuchs kommt nicht ins garn. Henisch 1358; wie jene fabel lautet, dasz einmahl ein löw seie in einem groszen garn gefangen worden. Simpl. alberner briefsteller (1725) 15;
bald mit dem garne dann den leichten hasen stellet.
Opitz 1, 156;
item weisen wir dasz unsers ehrw. herrn hoifman .. macht habe, zwei garne zu halten und macht damit zu jagen, so weit .. weisth. 2, 256 anm.; lauschgarn, flach- oder steckgarn, ingarn. es heiszt das garn aufstellen (garen stellen fastn. sp. 1394), den wald mit garn umstellen, das wild in das garn treiben (Maaler) u. ä.
b)
ein unterschied vom netz wird jetzt auch da gemacht, wie beim fischergarn 3, d, aber umgekehrt, garne nennen die jäger nur die netze von schwächeren fäden, die höchstens neun fäden haben, die von stärkeren aber netze (Frisch 1, 321ᵃ, Krünitz 16, 137), ein unterschied der doch nicht ursprünglich oder allgemein sein kann, wie er schon zu Flemmings angabe vorhin nicht stimmt; s. auch netzgarn (u. I, 1), garnnetz.
c)
ob auch gleich schlinge, fallstrick? das würde einen natürlichen übergang von I zu II bilden, und laqueus wird in einem voc. mit tiergarn erklärt Dief. 319ᵃ (doch auch tiernetz in einem andern das.), in der Straszb. gemma tendicule sunt insidie, proprie garn, quae tenduntur avibus vel leporibus, vogelsstrick oder netz, vgl. ahd. netza tendiculas Graff 2, 1117.
6)
vielfach in menschliche verhältnisse übertragen, schon mhd.:
waʒ mac diu minne, ob ir daʒ garn
des ungelückes wirt geleit?
unheiles netze ist al ze breit,
daʒ gnuogen wirt gestellet.
Konrad troj. kr. 2363,
bei dem geleit wird an das fischgarn gedacht sein, wie bei gestellet an das wildgarn oder vogelgarn.
a)
der gegner oder feind als wild behandelt: dann werden die feinde sich nicht enthalten uns nachzueilen, und sie sich also selbest im garn fangen. Amadis 93; ich sehe nuͦ, das mich der kaiser als lang gejagt, das ich seinen garnen nit entgeen mag. Aimon X, jagen vom verfolgen des feindes ist ein altes bild; die sollen dich in mein garen jagen. Luther Ezech. 32, 3; sie (die gottlosen) ziehens alles mit dem hamen und fahens mit irem netze und samlens mit irem garn. Habac. 1, 15, d. h. die frommen, wie die fischer im meer die fische; einen im garn fahen, mit einem garn umbgäben, obretire. Maaler 157ᵇ; einem das garn nachhängen und in laszen darvon kommen, retia submittere alicui. ders., nachhengen, wie den zügel den ein durchgehendes ross mitnimmt; er hat das garn gerochen. Henisch 1358; er ist wol mehr vor dem garn gewesen. ders. (auch nl.), kennt die gefahr, ist nicht leicht zu fangen, bei Stieler 611 mit ehr statt mehr und der lat. erkl. non primus ad retia venit, piscator (l. piscis) ictus sapit; ein muth verzagt ist bald ins garn gejagt. ders.;
wer spannt sein garn für jederman,
für dem man sich leicht hüeten kan.
Henisch;
ihr habt erfarn,   wie man ins garn
euch bringen kan und hassen (haschen?).
Soltau 493,
in einem triumph- und trutzliede der Schwedischen gegen die Tillyschen;
die Böhmen in gemeine
stellten ihr garen (so l.) schon ....
in Spanien liesz man spinnen
viel garn zum jagezeug ....
viel garen und viel tücher
stellt man um Prag herum ...
Opel u. Cohn 73. 78. 82,
in einem kath. liede von dem unternehmen Friedrichs von der Pfalz, (das böhmische jaghörnlein), angeblich von einem bair. jäger, in dem die ganze geschichte beiderseits als eine jagd behandelt ist;
das wild ist in dem garn ...
Gryphius 1, 30;
das waldschwein ... in dem garn verstrickt.
1, 39;
hat der feind gleich für und für gesponnen
mir fallstrick, netz und garn ...
2, 406;
einen im garne haben Steinbach 1, 558, noch ganz geläufig; siehst du nicht, dasz das ein einfältig angelegter plan ist, um dich ins garn zu sprengen? Göthe 10, 82 (Clav. 2. act a. e.), wo das plan zeigt, wie das alte bild schon an seiner frische verloren hatte;
willst du der getreue Eckart sein
und jederman vor schaden warnen,
's ist auch eine rolle, sie trägt nichts ein,
sie laufen dennoch nach den garnen.
2, 297.
b)
auch sonst von beute aller art, die als wild gedacht ins garn kommt u. ä.: der raub ist in mein garn gefallen, decidit praeda in casses meos. Maaler 157ᵇ, ebenso das wild Stieler; ist was ins garn gelaufen? Schiller Fiesco 3, 4; den hab ich schön ins garn gekriegt. räuber 2, 3; einen liederlichen .. bauernsohn .. der unaufhaltsam dem bösen ins garn läuft. Göthe 33, 172, auch diesz ein altes bild, dasz der teufel dem menschen 'nachstelle' mit stricken und garnen, wie der jäger dem wilde (des tüfels garn Brant unter c); umgekehrt Faust zu Mephisto:
ich habe dir nicht nachgestellt,
bist du doch selbst ins garn gegangen.
12, 74.
vergl. umgarnen, ergarnen, auch strick, fallstrick, bes. auch gärnlein 1.
c)
die liebe als garn, in das einer fällt, sich verstrickt, das einem gelegt wird u. ä., in sehr verschiednem sinne:
glich als ein närrin, die sich mutzt (putzt) ...
so sie uf spannt des tüfels garn
und macht vil selen zuͦr hellen farn.
Brant 92, 43;
kein bitterer krut uf erd man findt,
dann frowen, der herz ist ein garn
und strick, dar in vil doren farn.
64, 53;
mit dem garn, darinnen
Mars ... gefangen worden.
Weckherlin 862,
da hat das alte bild eine gelehrte sinnliche auffrischung erhalten durch Odyss. 8, 269 ff.;
o der lieb liebstes garn, der schönsten schönste haar.
ders. 710;
als mich das süsze garn der liebe hat umwunden.
Hoffmannswaldau;
wie närrisch lebt ein kerl doch in der welt,
wenn er erst in das garn der liebe fällt.
B. Neukirch ged. 37;
schminke und süsze wort sein des frauenzimmers garn, darinnen sie manche freie seele verstricken. Riemer pol. stockfisch 73.
d)
einem auf die garne sehen u. ä., hinter seine schliche zu kommen suchen, ihm auf die finger sehen: und beginnet jetzt denen vom adel auf die garn zu sehen, merket womit sie umb gehen und was sie im sinn haben. Luther tischr. 346ᵇ; er liesz auch der saugamma etwas genawer uf die garn sehen, damit (womit) sie in irer bueberei etlich zeit ufgehalten ward. Zimm. chr. 3, 540;
der alte eiferer, mein mann ...
er sol mir auf die garn (l. garen) schauen,
dann ich weisz, er thut mir nicht trauen.
Ayrer fastn. 116ᵇ;
der zanbrecher .. beforchte, es möchte in namhaften stätten .. ihme von .. arzten auf die garn achtung gegeben, und wo der betrug an tag käme, er aus einem arzt zum schelmen werden. wisbad. wisenbr. 1, 199.
e)
auch rein geistig: dasz sie gemeiniglich pedante zu praeceptorn bekommen, welche sie lehren subtile garn stricken, welche zu nichts anders nütz sind, als dasz man lateinische hasen und schulfüchs damit fange. Schuppius 81; bei disputationen sucht man einander zu fangen, stricke zu legen u. ä., vgl. fallstrick.
III.
garn in den eingeweiden, und das verhältnis der drei garn zu einander.
1)
das garn heiszt auch 'der zweite magen der wiederkauenden thiere, vielleicht wegen einiger ähnlichkeit mit einem fischer- oder jägergarne', auch mütze genannt (und haube). Adelung, Krünitz 16, 139; es ist der sogenannte netzmagen, reticulum, auf der innenseite aussehend wie mit einem netze belegt, sodasz darin eine anwendung von garn II enthalten ist, wie der name buch, auch psalter für den dritten oder blättermagen von seiner bekleidung wie mit buchblättern entnommen ist.
2)
dennoch hängt ein weiterer, ja wol ein weiter hintergrund daran.
a)
schwäb. heiszt das gärn das ganze gedärme des ochsen Schmid 220, wofür mhd. gerne zu erwarten ist, ahd. garni bezeugt in mittigarni, mittilacarni arvina, ferina Graff 4, 264, caro ferina, caro pinguis Schm. 2, 66, das in der mitte der därme befindliche (fett), gebildet ganz wie gr. μεσεντέριον gekröse zu ἔντερον darm. davon ist denn das garn als netzmagen ein rest, festgehalten durch die umdeutung auf garn als netz, wie kragen (II, 3,) als gekröse durch die umdeutung auf den kleiderkragen.
b)
bis in die germ. vorzeit aber rückt das zurück durch ags. micgern arvina, sevo, exugium (d. i. axungia) Schm.² 1, 1567, gleich dem ahd. mittigarni; besonders durch altn. görn f. darm, gen. sg. und nom. pl. garnar Fritzner 228ᵇ, rassgörn mastdarm 506ᵇ (rass = ahd. ars), noch isl. görn, pl. garnir Biörn 1, 299ᵇ, (garnmör m. mesenterium, das fett um die därme 270ᵇ), norw. gorn f., pl. garner Aasen 236ᵃ, dazu eine collectivbildung, die dem hd. garni n. an die seite tritt, gjerne n. fischeingeweide 222ᵃ, isl. girni n. gedärm überhaupt Biörn 1, 285ᵃ.
c)
eine nebenform ohne das -n in mhd. mittiger, als metzgerwort aus Nürnberg und Wien bezeugt (s. V, 1962 u. α und Schm.² 1, 1567), gleich dem mittigarni unter a; durch angleichung (wie schon ags. u. b) noch schwäb. miggär ochsengedärm Schmid 220, entstellt mücker kalbsgekrös Schm. a. a. o., mit verschiebung des begriffes, wie sie in den namen der eingeweide öfter erscheint; schwäb. auch blosz gär n. gleich gärn. Diesz mhd. ger gedärm, gewiss mit einschlusz des magens, gesellt sich vielleicht zu gar in dem vorarlberg. garmeilen wiederkauen, gor in engl. gorbelly wanst, norw. gorvomb vormagen der wiederkäuer (s. unter gare 5, c). eine andre spur in fries. garwunde, wunde die durch die eingeweide geht, von Stürenburg 66ᵃ aus dem fries. landrecht beigebracht.
d)
in die vorgerm. urzeit aber tritt das zurück durch litt. žarna f. darm, pl. žarnos gedärm, gekröse, das Aufrecht in Kuhns zeitschr. 3, 198 nebst dem nord. garnir zu lat. haruspex stellte; in letzterm tritt der stamm in einer form haru, harv auf und zeigt unmittelbare beziehung zum opferwesen, und beides stellte sich bei uns heraus als ursprünglich in dem adj. gar enthalten, stamm garw, s. unter gar II, 3.
e)
ein stück aus diesem kreise scheint auch das bair. metzgerwort garbe, gärbe f. von gewissen fleischstücken am rinde (sp. 1336 fg.), s. dort 3, vgl. aber auch engl. garbage gedärm, weidm. das gescheide, auch garbash Halliw. 391ᵇ, northumbr. garfits 392ᵇ.
3)
von garn darm führt aber ein faden zu den andern garn.
a)
bekannt ist wie gr. χορδή, das selbst urverwandt ist, im begriffe von darm (auch wurst), pl. χορδαί eingeweide, zu saite, darmseite kam, ἐυστρεφὲς ἔντερον οἰός Od. 21, 407, den schöngesponenen schafdarm Voss, was unsere saiten noch sina. solches darmgespinst wird aber auch als faden zum binden gebraucht, in der küche und sonst, und auch das gr. wort kam durch lat. corda, it. cordella, franz. corde hindurch zu der bed. strang, schnur, starker faden, auch bei uns rhein. in korde, kordel (s. d.), bindfaden u. ä.
b)
garn nun scheint in vorgeschichtlicher zeit gleichen weg gegangen zu sein, doch kürzer und rascher, dasz es uns gleich zuerst schon als gesponnener flachsfaden entgegen tritt, auch mit überspringung der darmseite, die doch bei uns jenen weg für sich gieng, wenigstens heiszt noch jetzt bair. saitling nicht nur darm der zu darmsaiten dient, sondern auch wurstdarm in gewisser weise, s. Schm. 3, 290, Schöpf 577, das ahd. saita war saite und strang, strick zugleich. Dasz man in der vorzeit därme als bande brauchte, bezeugen wol späte nachklänge, wie die busze für baumfrevel, dasz der schade mit den eignen därmen des frevlers verbunden werde, was noch im 15. 16. jh. in den weisthümern als 'rechtssage' lebte, s. J. Grimm rechtsalt. 682. 519. 520, und in der Edda das binden des Loki mit den därmen seines sohnes durch die götter in der Ögisdrekka, görnum binda str. 49. 50, in den pros. schluszworten mit þarmar gegeben, hann var bundinn međ þörmum sonar sîns, wie in der jüngern Edda þâ tôku æsir þarma hans ok bundu Loka međ 184, 13; s. auch die jener strafe des baumfrevlers entsprechende strafe oder rache in der Nialssaga 158 (RA. 520 anm.) und in der Thorsteinssaga 2 (Möbius anal. 171), vergl. die drohung unter kutteln 2, e aus Tschudi. entnommen mag das sein von den därmen der opferthiere, denn der überwundene feind wurde als opferthier behandelt. Man mochte gewöhnlich die därme trocknen (bair. saitling, gereinigter und getrockneter darm, zu würsten aufbewahrt Schm. 3, 290), dann auch zusammendrehen zu gröszerer festigkeit. ähnlich dienten die flechsen, sehnen der schlachtthiere, denn wie gr. νεῦρον, lat. nervus flechse und strang, schnur u. ä. (wieder auch saite) zugleich waren, die zweiten urspr. aus den ersten gewonnen, so sind bei uns beide eins in sehne, senne, mhd. senwe, und urspr. auch in ader, das auch die flechse, sehne bezeichnete (noch im 16. jh. so lange ich ein ader regen kan Luther 3, 125ᵃ, vgl. knieader), dann auch bogensehne, saite, und selbst die därme einschlosz, daher ingeäder eingeweide weisth. 1, 105, inædere viscera, intestina J. Haupts hoh. lied 167, 14; auch von seilen, die man ûʒ âderen machet, ist die rede (Lexer 1, 21), vergl. bei Lessing 11, 748 in einer redensart därme als stricke verkauft (oben II, 780). Den übergang zum spinnen aber vermittelt trefflich flachs (5) als flechse, sehne, auch deutlicher flachsader (III, 1702). von den völkern im höchsten norden wird berichtet, wie ihnen das rennthier diene, sie brauchten auch die senn oder flachsader darvon anstatt des flachses zu garn und tuch. Fischart ehz. 545 Sch.; der flachs wird erst von diesem flachs m. flechse seinen namen erhalten haben, als man vom zusammendrehen der flechsen zu schnüren übergieng zum zusammendrehen, spinnen der flachsfasern, und das garn ebenso von den zusammengedrehten därmen. ein rest aus dieser übergangszeit kann der pl. bei Otfried sein (s. I, 2) statt des sonstigen collectivums.
c)
garn als netz ist wol begreiflich aus garn faden, eig. geflochtnes garn, zumal wenn vielleicht garn als schlinge, geschlungener faden die brücke bildete (s. II, 5, c). aber merkwürdig findet sich auch netz ebenso umgekehrt als zwirn, in einem rhein. voc. d. 15. jh. ist dwinum (sonst zwirn) netze, in einem andern neicze Dief. 193ᶜ, im Nürnb. voc. 1482 netz oder zwirnet garn tuma (d. i. tuina) x 3ᵇ. qq 7ᵃ. Frisch 1, 321ᵇ kannte nätz zwirn als oberrh., genauer 2, 11ᵇ als elsässisch und als nähfaden, und so z. b. straszb., als m.: der näz derby isch grob un gar ze lukk. Arnold pfingstm. 180, im wb. als 'nahfäden' 195, also wie bei Frisch mit nähen zusammengebracht. aber diese ableitung ist unmöglich, und altes netz gleich garn, flachsgarn wird oberrh. durch eine leinweberordnung aus Freiburg i. Br. aus dem 15. jh. in Mones zeitschr. 9, 178 bezeugt, wo von gewebe die rede ist mit netzin oder wüllin zettel, wüllin oder netzin zettel (aufzug), wechselnd mit wüllin, linin s. 179, also netzîn gleich lînîn. anderseits ist das netz auch in den eingeweiden vertreten, schon ahd. z. b. auch omentum, adeps intestini, auch allgemein intestina, s. Graff 2, 1116 folg., sodasz es mit garn geradezu hand in hand geht bis zur quelle. so kann garn netz auch unmittelbar vom netze der eingeweide aus benannt sein.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1874), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1361, Z. 39.

garn, n.

garn, n.
stockwerk: er ist im wirtshaus bei einem fenster gesessen und im schlafen über zween garn hoch hinunter auf die gassen gefallen. Wätterstorf Bacchusia 324; umb ein garn höher bauen. Abr. a S. Clara Judas 1, 291; vgl. schwäb. kar stockwerk V, 204.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1874), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1370, Z. 1.

gärn, n.

gärn, n.
eingeweide, s. garn III, 2, a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1874), Bd. IV,I,I (1878), Sp. 1370, Z. 6.

gehren, geren

gehren, geren
gleich begehren, ahd. gerôn, mhd. gern, noch nhd. anfangs in gebrauch, wie jetzt noch gier, gierig gleich begier, begierig (vgl. geier, gierig). s. auch ger gleich begehr. auch nl. noch im 17. jh. geeren (garen) wb. III, 691, geer m. begehren, wunsch noch jetzt landschaftlich.
1)
gehren ist doch selten, z. b.:
nein, nein, nein, nein, das gehr ich nicht.
H. Sachs III, 3, 13;
ihr aber seid ein weideplatz
dem hoffen und ein ziel dem gehren.
Rückert 11, 310 (mak. 1, 114),
diesz nur als dichterisches wagnis und als reimwort. im 16. jh. meistens noch geren:
je mehr du hast, je mehr du gerst.
H. Sachs III, 2, 221ᵇ;
ich kann mir anderst nit gedenken,
denn er ger uns gar aus zu reuten.
das. 1, 196;
und gert nit das ain ploszer man
geharnischt leüten gleich soll than.
Schwarzenberg 131ᵃ;
wer freud, lust, spil und herbrig gert.
Schmelzl verl. sohn 15ᵃ;
in Öberndorf sind zwen newe orden aus kumen ..
wer darein gert,
er darf sich darein nit kaufen.
Uhland volksl. 576;
der abblas (ablasz) ist so ganz unwärt,
das nieman dar noch frogt noch gärt.
Brant narr. 103, 127.
noch alem., schweiz. gera Tobler 218ᵇ;
singst derzu und gersch ke dank.
Hebel 32;
stand i vom Eveli ab und gehri vom vater ke pflichttheil.
227.
2)
auch der alte gen. dabei erscheint noch nhd. statt des acc. unter 1:
der fisch gert nie des wassers flusz (für flusses)
am trucken so eilends zu labung (als ich der geliebten).
Folz fastn. sp. 1294;
wann ider mensch des guͦten gert.
Schwarzenberg 126ᵃ;
und hat doch recht thun sölchen wert,
das mörder des vom mörder gert.
152ᵃ;
welcher an einem solchen weib
wird brüchtig und einer andern gert.
Zarnckes Brant s. ⅭⅩⅩⅤⅠᵃ;
des ist sie iederman unwerdt,
zu kaufen (d. h. als frau) ir auch niemand gerdt.
H. Sachs 1, 504ᵈ.
3)
im ton des heldengedichtes gert man des feindes mit dem schwerte u. ä., auf ihn losgehend, wie mhd.:
mit groszen grimmen schlegen
er da des wurmes gert.
hürn. Seifr. 131, 4;
si begunden einander (gen.) gern
vil vîentlîche mit den spern.
Stricker Karl 11937;
und trâten, als si gerten,
zesamene mit den swerten.
11951.
genauer wird auch das zielen mit hieb und stich so genannt:
er traf in mit dem swerte ..
rehte dâ er sîn gerte.
Rabenschl. 792;
er traf in dâ er sîn gerte (mit dem speer).
Virgin. 78, 8.
aber auch die hiebe, wunden, die einer selbst erhält, der kampf, die kampfnot werden vom gegner als das behandelt, dessen man von ihm gert, begert (gleichsam als antwort auf die vorige auffassung, vgl. unter geben sp. 1686):
ich gib im strît, ob er des gert.
Parz. 536, 30;
was die zwen helden begerten,
des wurden sie gewert.
Hildebrandsl. b. Uhland 332.
auch als kouf, geschäft und gewinn behandelt, im kampfwitz:
einander si dô werten,   daʒ si dés koufes sît niht gerten mêre.
Gudr. 860, 4.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 3 (1881), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 2551, Z. 63.

geren, m.

geren, m.
zwickel, schosz, schürze, zipfel, saum u. s. w. s. gehren sp. 2542.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3629, Z. 26.

geren, adv.

geren, adv.,
s. gern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3629, Z. 28.

geren, verb.

geren, verb.
begehren, s. gehren sp. 2551; gären, s. sp. 1350; spitz zulaufen, s. gehren sp. 2551 (geren, gaderen, versammlen, congregare Henisch 1511).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 8 (1891), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3629, Z. 29.

gern, adv.

gern, adv.,
unverkürzt gerne.
I.
formen und verwandtschaft.
1)
ahd. gerno, ultro, delectabiliter, desiderabiliter Graff 4, 233, alts. gerno, georno begierig, freudig, willig, ags. georne, mnl. gherne, nl. gaarne, geerne, altn. gjarna, dän. gjerne, schwed. gärna, gerna, altfries. jerne, gerne, neufries. jearn. das dazu gehörige adjectiv, ahd. gern, gerni intentus, pronus, studiosus, avidus, goth. gairns in faihugairns habsüchtig und seinaigairns eigensüchtig, altn. gjarn, gjörn, gjarnt begierig, ags. georn eifrig, alts. gern begehrend, verlangend, mhd. miete-, niu-, wîpgerne nach lohn, auf neues, nach weibern begierig, ist bis auf geringe spuren im nhd. erloschen: du wirst auch nimmermer gelert, wann du nit wundergern (auszerordentlich lernbegierig) bist. Keisersberg brösamlin 13ᵃ. der stamm liegt einfach vor in dem ahd. mhd. adjectiv ger, gir begehrend, verlangend, ferner in dem verbum gehren (sp. 2551), begehren, mhd. geren, gern, goth. gairnjan, alts. girnean, gernean, ags. geornian, altn. girna, und dem fem. gier, mhd. gir, s. Diefenbach goth. wb. 2, 396. Schade altd. wb.² 1, 302.
2)
nebenformen.
a)
gerene, geren, gären, gerren, das zweite e hat weiter keinen wert als in kern, keren th. 5, 593:
daʒ bezeichenôte daʒ,
daʒ wir wæren gerene
durnæht sam unser herre.
Diemer ged. d. 11. u. 12. jh. 84, 4;
geren und williclich. voc. inc. teut. i 1ᵇ; niemandt trincket geren trübes wasser. Albr. v. Eyb spiegel d. sitt. 105ᵃ; so wolt ich dich geren bitten. S. Virdung musica getutscht (1511) A 4ᵇ;
zu ewer majestat sie geren
sindt obers meer ausz Griechen kohn.
Georg Gotthart zerstörung Trojas (Solothurn 1598) act 7;
die fraw gar geren hett gesehn,
dasz u. s. w.
Sandrub 26, v. 7 neudr.;
aber wer viel gaben giebet,
dessen fehler deckt man geren,
wenn ihr auch zweihundert wären.
pers. rosenthal 8, 152;
ich bei ir geren bin ie und allezeit.
Uhland volksl. 1, 119 u. ö.;
noch nd. geren Schambach 63ᵃ; wo ich in ein wirtzhusz kam, horten mich die lüt gären die Wallesser sprach reden und gaben mir gären. Th. Platter 15 Boos;
da wären sie gar zu gerren (: herren).
Claudius 1, 98.
b)
erweitert gernen Henisch 1520: ob man des gelts und guts .. gernen geschweigen wolte. Mathesius hochzeitpredigten (1584) 65ᵇ.
c)
mundartlich mit langem vocal, z. b. tirol. gêrn, gearn Schöpf 187; mit ausstoszung des r bair. ge ͑n, gê ͑n Schm.² 1, 936, vorarlb. gien Vonbun sagen Vorarlbergs² 275, nordostböhm. ganne, gann Knothe 250.
d)
ger, das sich zu dem unter 1 erwähnten adj. ger stellt: er het nit ger gesehen, das u. s. w. Zimm. chron. 1, 170, 6. 260, 16. 3, 10, 35. 596, 6;
darumb ich thus von hertzen ger,
und wens auch schon geringer wehr.
Ackermann und Voith dramen 266, v. 1565;
das fürbildt wolt ich schawen ger (: her).
Spee trutzn. 121.
3)
steigerung. ahd. gernor kernor gernore gernere, gernôst kernôst gernest: die gernor sint gelêrti danne guote. Notker ps. 118, 2 Wiener hds.; iro lezesten werh sint allero tiuristi, wanda si (königstochter) den ûʒlâʒ gernest kesihet durnohten. 44, 14, kernôst St. Galler hds.; bite sîn selbes (gott), daʒ kehôret er gernôst. 85, 5 St. Galler hds.; mhd. gerner gernre, gernest gernste:
wir mehten michel gerner   sîn im sturme tôt.
Nib. 2049, 2;
si wolten aller gernest
den schimpf mit zorne mischen.
Engelhard 2794;
wenn der mensch am aller gernesten redete, das er denn durch got schweige, und wenn die augen aller gernest sehen mit lustikait, das du sy denn durch got zutuest. Tauler (1508) 43ᵃ; wenn der habich ainen vogel gevæht, sô reiʒt er in des êrsten an der seiten und suocht im daʒ herz, wan daʒ iʒt er aller gernst. Megenberg 169, 30. so auch häufig noch im nhd.: gern habet in comparat. gerner, superl. auf das allergerneste Stieler 646, während dagegen Frisch 1, 343ᵇ behauptet 'es haben einige den comparativum von gern und ungern in den schwang bringen wollen, aber vergeblich. vor alters wurde er gebraucht'; darumb gab man in dester gerner ze kaufen. städtechron. 5, 114, 25 (15. jh.). 199, 9; und so einer höher kompt, so er gerner noch me erhöcht wer. Keisersberg seelenpar. 79ᵃ;
was starck ist, müsz auch haben hörner,
was klogen hab, das wehr sich gerner.
Fischart Jesuiterhütl. A 3ᵇ;
mein lieber vater, ich mochte nichts gerners sehen, als dasz ihr mir eine gelegenheit entdecken. exilium melancholiae 43; weil die klugen wohl wüszten, dasz ruhmsichtige fürsten groszer diener irrthümer gerner sähen als strafften. Lohenstein Armin. 2, 577; wir unterschreiben dieses urtheil um so viel lieber, je gerner wir so wohl des einen als des andern ehre mögen gerettet sehen. Lessing 3, 16; er wird gerner darauf verweilen, ohne zu wissen warum? Schiller I, 153, 14: Amalia. rosen dem vater meines geliebten, dem ich sie izt nicht streuen kann. der alte Moor. und gerner gestreuet hättest. II, 246;
ein paar silberhörner,
sie sieht sie an herrn Ramler gerner.
I, 244, 19;
lasz blinken den rothen, den süszen wein:
es mag der alte zecher
sich gerne sonnen im rothen schein,
sich gerne wärmen am becher;
und gerner sich sonnen in trüber stund
am klarblick deiner augen,
und gerner vom rothen, vom süszen mund
durchwärmende flammen saugen.
Chamisso werke 3, 72;
die hunde, die doch aller gernest wonent bi den lüten, die lieffent zuͦ walde. Königshofen in städtechr. 8, 328, 18;
ich wolt aller gernst.
Wickram bilg. Oᵇ;
ich hab gesucht mit groszem ernst
den ich wolt haben aller gernst.
Thieb. Gart Joseph C 1ᵃ, v. 466;
hab euch immer am gernsten gehabt. Schiller II, 144; dafür ist in jüngerer zeit allmälig der comparativ und superlativ von lieb (th. 6, 908) eingetreten, der schon mhd. in gleicher verwendung erscheint, z. b.
sîns guotes wolte er sich verwegen
vil lieber an den zîten
danne er wolte rîten
von Engelharte wider hein.
Engelhard 1397, vgl. mhd. wb. 1, 1014ᵇ;
die volkssprache hat allerdings an den altgewohnten steigerungsformen festgehalten, die bei ungern auch in der schriftsprache in brauch geblieben sind.
4)
zusammensetzungen.
a)
voranstehend, wie in gernegrosz, gerneklug u. s. w. (s. d.), „drückt gern das eitle und fruchtlose bestreben aus, das die Engländer durch das angehängte would-be ausdrücken, z. b. a merchant-would-be, a politik-would-be“ Lessing 5, 321.
b)
in imperativischen substantivbildungen nachstehend bezeichnet es die neigung zu etwas: (die zeitschrift) der patriot ist ein unvernünftiger tadelgern. Mich. Richey der patriot, drittes jahr (Hamburg 1729), s. 432; hadergern rixosus, trinkgern bibax Frisch 1, 343ᵇ, ein sauffgern Ludwig 747; ein habe-, spiel-, zankgern. Adelung.
c)
über die verstärkenden zusammensetzungen, wie herzensgern u. s. w., sieh II, 3, h, α.
d)
auch das adj. gern bildete im ahd. zahlreiche zusammensetzungen: rechegern rachgierig, wîbgern leno, spilogern pronus in petulantiam, hôhgern altipetax, wîsigern philosophus, rehtgern justus, rawogern quietus, lîhtigern lenis, firiwizgern suspiciosus Graff 4, 234, guotgern benignus Schm.² 1, 937; ebenso im altnordischen: barngjarn u. s. w. Egilsson 246ᵃ; ags. friđgeorn pacificus, lofgeorn ambitiosus; goth. und mhd. sieh unter no. 1.
II.
bedeutung.
1)
mit begierde, mit eifrigem trachten und streben: gern, desideranter voc. 1482 l 8ᵃ, gern willen haben, tendere 8ᵇ; ahd.
(ih iʒ) al ni gizalta   thaʒ ih gerno wolta.
Otfrid 4, 1, 28;
mhd. (die drei könige) si woltenʒ gerne wenden.
Nib. 1214, 3;
die wolde ich gerne in einen schrîn (thun).
ja leider desn mac niht gesîn.
Walther 8, 18;
nhd. (das wort gemeinschafft in S. Pauli spruch ich wil nicht, das ir der teuffel gemeinschafft habt) es ist nicht so gar eigentlich deudsch, als ich es gerne wolte haben .. ich hab kein besser wort dazu finden mügen. Luther 3, 508ᵃ;
ich wolt sie gern reden an.
Ayrer dram. 2076, 8 K.;
ich beicht euch nicht, ich will gern sehen (bin doch begierig zu sehen), wer mich hierzu zwingen wird. Abele künstl. unordn. 1, 11; ich will gerne sehen, wo dieses hinaus will. Rädlein 361ᵃ. Krämer 539ᵃ;
der topf
von eisen will mit einer silbern zange
gern aus der gluth gehoben sein, um selbst
ein topf von silber sich zu dünken.
Lessing 2, 202 (Nathan 1, 2);
mhd. daʒ ander ist, daʒ wir in alles übels erlâʒen, als wir gern von im erlâʒen werden. mystiker 1, 339, 31 Pf.; nhd. die hofejunckern und amptleute sind gerne frei. Luther der 101. psalm (1534) F 3ᵇ; ja du wurdest nit allein geren gekappet sonder verguglet und verbegeynet werden, damit du solliche dinge sehen möchtest. der verzucket Pasquinus (1543) C 3ᵃ, ut similia videas, cupies non solum cucullatus sed et pissoceratus et capucinatus esse. Curio 29; ich habe gern alle meine leute beisammen. Freytag journalisten 2, 2.
2)
gern mit dem conjunctiv, zur bezeichnung des dringenden wunsches: mhd. swenne ein alter eine junge frouwen genimet, sô wære eht er sô gerne junc unde tæte er dem lîbe gerne wol. Berthold v. Regensb. 1, 320, 38 Pf.;
ein burg,
dar in wer ich geren komen.
Lamprecht Alexander 3484 Basler bearb.;
als er dann mit dem empfinden zuͦ einem höhern stat mit allen kreften gern wer. Tauler (Basel 1521) 214ᵇ; nhd. zu hoff wäre ein jeder gern nahe beim bret, aber zu letzt hat einer allein das hefft in händen. Albertinus guld. sendschr. 1, 73; er wäre gern der erste von allen. Ludwig 747; Wersgern als name (er wäre es gern) städtechron. 2, 286; eins bitte ich vom herrn, das hette ich gerne. psalm. 27, 4; gnädiger fürst und herr, wir hätten gerne geld (sagt der würtemb. abgesandte beim landgrafen von Hessen). Schuppius bei Wackernagel 3, 1, 177;
wen mancher mensch den blitz erblikkt,
hett er wol geren flügel.
Rist himl. lieder 45;
er hett den unglauben geren gewendt. städtechr. 5, 87, 19 (15. jh.); Hirschlein (ein knecht) lies (im kampf) die hent vast umbgeen, het seinen junkhern, der als ein braut hielt (still), gern geret, stach und schlueg vast umb sich Wilw. v. Schaumb. 69; wiewol der kaiser und könig die leut gern lenger behalten, wolt doch das reich nit lenger beleiben. 82; etlich hetten geren drein geschlagen. Baumann quellen 2, 605; ein zärtlicher gemahl, der den werth seines herzens und seiner hand durch das geschenk eines fürstenthums so gern zu erhöhen gewünscht hätte. Schiller VIII, 43;
er muszte vor sich selbst sich seiner schwäche schämen,
und hätte gerne sich darüber ausgelacht.
Wieland 21, 298;
sie het es gern gewiszt. Pauli schimpf 141 Öst.;
mhd. diu mære ich weste gerne.
Nib. 1690, 1;
so west ich gern, wie er hiesz.
Ayrer dram. 2065, 21 Keller;
wann der fuchs gern esz, so legt er sich in ein wagenleis und regt sich nit und strecket die zung heraus, gleich als wer er tod (um die raben anzulocken). Keisersberg evang. 217ᵃ; ich bin wirklich in einer höchst verdrüszlichen lage, weil ich gerne an ein stük gienge, und noch zu keinem entschlossen bin. Schiller III, 178;
beste pflanzstadt, du gäbst auf deiner hölzernen brücke
gern ein spielchen.
Ramler Katullus 41;
ergetzt es (märchen) euch, so hat der dichter halb erreicht,
was er dem leser gerne gönnte.
Wieland 9, 192;
mhd. gerne wolte ich, möhte eʒ sîn, bî eigem fiure erwarmen.
Walther 28, 3;
wie gern wollte ich, quam vellem. Aler 646; o wie gerne wolte ich, dasz ire confutation an tag keme. Luther tischr. 371ᵇ; deine knechte wolten gerne, das sie (Zion) gebawet würde. ps. 102, 15; wer nun geren wissen wolte .. Mathesius Sar. 43ᵃ;
ich sprach sölt ich mich nit vergähn,
so wölt ich geren pasz verstän.
Schwarzenberg 154ᵇ;
doch dem war kaum das wort entfahren,
möcht ers im busen gern bewahren.
Schiller XI, 246 (kraniche v. 180);
ich möchte gern, dasz sie ein paar würden. Gellert bei Campe; ich möchte nicht gern einem was zu leide thun. Göthe 57, 190.
3)
mit vorzüglicher lust, mit freuden, mit vergnügen, mit neigung oder froher bereitwilligkeit: gern, libenter, oder lustiglich oder williglich. voc. 1482 l 5ᵃ;
ahd. sô wer sô wilit manno,   sô doufu ih inan gerno.
Otfrid 1, 27, 49;
ih irsterbe gerno. Notker ps. 3, 7 Wiener hds.;
mhd. der gerne für in stürbe.
Hartmann arm. Heinr. 236;
nhd. ich wil nu gerne sterben. 1 Mos. 49, 30; die blumen starben gern unter der liebenden fustritt. Schiller II, 150; der gern sein leben für sie hingeben würde. Freytag werke 13, 137; der seele nach leide ichs gerne umb gottes willen. 2 Macc. 6, 30; was du gibst, das gib gern. Sir. 35, 11; er vergibt gerne. Ludwig 747; würden wir unserm irrenden bruder gerne verzeihen. Schuppius 549; darumb soll ainer seinen gast dieweil er gern bleibet, auch gern behalten. Schaidenreiszer (1537) 63ᵃ; nur derjenige, der, im ruhigen anschauen, die menschheit gerne faszt, wird dergleichen züge vollkommen aufnehmen. Göthe 15, 284;
sie (die götter) fristen das flüchtige leben
gerne dem sterblichen, wollen ihm gerne
ihres eigenen, ewigen himmels
mitgenieszendes fröhliches anschaun
eine weile gönnen und lassen.
9, 26 (Iph. 1, 4);
wie den klippen einer wüsten insel
der schiffer gern den rücken wendet.
9, 69 (4, 3);
die unwürdigen fürchten so gern überlästig zu sein. Schiller III, 548;
gerne dien ich den freunden.
XI, 148;
an dessen freundschaft ich gern dachte. Freytag werke 13, 137; der mann nannte mir mit groszer freimüthigkeit zu seinen behauptungen beispiele, die ich gern wieder vergessen habe. Seume spazierg. 258. insbesondere
a)
gern thun: ahd.
thaʒ deda siu io gerno.
Otfrid 1, 5, 12;
mhd. wiʒʒet swaʒ man gerne tuot,
des mac man vil verenden.
Eraclius 270;
nhd. was man gerne thut, ist keine arbeit. Simrock sprichw. 3445, kommt einem nicht schwer an 3449, vgl. was man gern tragt, wird leicht. Aler 905ᵇ; was man gern thut, wird einem nicht sauer. Gotter Jeanette 1, 4; Jeanette. aber er musz es gern thun. Blum. für sie lief ich wohl durchs feuer. 2, 7; deinen willen, mein gott, thu ich gerne. psalm. 40, 9;
ich weisz wol, dasz man glaubt, dasz einer gerne thu
das, was er gerne sagt.
Logau 3, 6, 2.
b)
gern hören, vernehmen:
ahd. fuar er sâr heimort,   firnam ouh gerno thio wort.
Otfrid 1, 21, 9;
mhd. daʒ man gerne hœren mac.
Iwein 26;
nhd. mancher wil klüglich raten, und man höret jn doch nicht gern. Sir. 37, 23; die landfarer zu guͦnst reden was man gern hört. Schaidenreiszer 59ᵃ; sachen, so keiner gern höret. Ludwig 747; den kukuk, den ihr so gern hörtet. Schiller II, 142; vgl.
das kizelt unsern augenstern,
das schmeichelt unsern ohren gern.
I, 130. II, 154.
c)
etwas oder einen gern sehen: ahd. du gesâhe gerno daʒ ubel was. Notker ps. 49, 19 Wiener hds.; nhd. thuͦ fürter nach dem willen meiner kellerin, das sie gern sicht. Eulenspiegel c. 11; deine knechte .. sehen (sähen) gerne, das ire steine und kalck zugericht würde. psalm. 102, 15; ich sähe gerne, dasz er hingienge. Ludwig 746; mhd.
diu junge marcgrâvin ..
sach ir vater gerne.
Nib. 1103, 3;
von zeit zu zeit seh ich den alten gern.
Göthe 12, 26 (Faust 350 Weim.);
wehe mir! was für
ein kalter freudenleerer blick, wenn du
mich gerne siehst!
Schiller VI, 181;
einen gern sehen, gern um sich haben, gern leiden. Rädlein 361ᵃ; dyn nochbarschafft wirt dich gern sehen. Petr. de Crescentiis (1493) a 6ᵈ; er ist gern gesehen, man hat seine gesellschaft gern, er ist beliebt. Campe;
lüstet euch, gerne gesehn das kyteïsche land zu besuchen?
Voss Hesiod 307 (Orfeus 821);
von liebenden: sie gesiht vil lîhte etelîchen, den sie gerner siht danne in (ihren mann). Berthold v. Regensb. 1, 321, 4 Pf.;
Sixt sah die junge schwester gerne,
die schwester sah den bruder gern.
Wieland 9, 193.
d)
etwas oder einen gern haben (im herzen, im gemüt): er (wîstuom) ist imo suoze: pediu (deshalb) habet er in gerno in muote iouh in munde. Notker ps. 36, 30 Wiener handschrift; er hat es gern, placet illi Frisch 1, 343ᵇ; hab ichs seer gerne, das solcher art bücher wider mich geschrieben werden. Luther wider Hans Worst A 2ᵃ; nims bei dir selbs abe, was dein nehester gern oder ungern hat. Sir. 31, 18; mach mir ein essen, wie ichs gern habe. 1 Mos. 27, 4; es dünkte ihn, die meisterfrau koche absichtlich schlecht und alles was er nicht gern habe. Gotthelf Uli d. kn. 8; mich selbst verdrusz eben so fast, so mich ain würt zuͦ lieb und gern hielt, als wenn er mich mit unwillen auszjagte und ungern hett. Schaidenreiszer 63ᵃ; dasz du ehrlich warst und aufrichtig, gefiel mir, so habe ich die leute gern. Gotthelf Uli d. p. 339; die weisheit leszt sich gern sehen von denen, die sie lieb haben .. ja sie begegnet und gibt sich selbs zu erkennen denen, die sie gerne haben. weish. Sal. 6, 14; von liebesleuten, einen, eine, sich gern haben, wie sich gern mögen, lieb haben, lieben Klein prov.-wb. 1, 142, verstärkt freszgern haben (so dasz sie sich vor liebe auffressen möchten) Spiesz henneb. id. 76; ist einer unter ihnen, den du gern hättest, und ein anderer, den du gar nicht magst, so rede: welchen willst du? Freytag werke 13, 126; ironisch derb: bair. kanst mi gern habm, kannst mir gewogen bleiben Schm.² 1, 936.
e)
gern wo sein: ahd. nu sîn gerno under sînemo gebote. Notker ps. 49, 8 Wiener hds.; guͦter witwin gewonheit, geren und vil in den kirchen ze sein. Steinhöwel Bocc. 481, 36 K.; weilen ich gern bei meines gleichens und handwercksgenossen bin. Abele künstl. unordn. 2, 297; sein, wo einer von natur gern ist. Krämer 539ᵃ;
wo ich gern bin,
darff ich nicht hin.
Eyering 1, 340;
in verkürzter redeweise: mhd.
swâ er die riuwe gerne weiʒ (wo er weisz, dasz die reue gern ist),
dâ machet er die riuwe heiʒ.
Walther v. d. Vogelweide leich v. 108,
vgl. die ähnliche kürze
ir mugt daʒ ors gerne hân (so dasz man es euch gern gibt).
Parz. 561, 11.
f)
gern in verbindung mit einem adjectiv: ahd. trohtin ist zuofluht dero armen die gerno hie arm sint. Notker ps. 9, 10 Wiener hds.; nhd. das ganz kleine landgütchen, mit welchem ihm ein gern freigebiger freund so viel als nichts schenkte. Lessing 8, 444;
sie, die sich jüngst erdreistet mit gespött,
sind gerne froh, sich durch die flucht zu retten.
Schlegel könig Heinrich VI, 1, act 3, sc. 2.
g)
von wiederholter handlung oder gewohnheit, wozu man grosze neigung hat: wer gern dantzt, dem ist guͦt pfiffen. Keisersberg postill 2, 36ᵃ; wer gern lachet, der kutzelt sich selbs, also auch wer gern leuget, der mus auch liegen wenn er die warheit sagt. Luther wider Hans Worst A 3ᵃ; wer aus lustbarkeit der edlen blutreichen natur gern lachet, den kan auch ein schlechter fiedelbogen oder ein schlechter geigauf gar springend, klingend und endlich auch hinckend machen. Abele künstl. unordn. 2, 317; ich kurtzweile gern, und gar in die nacht. 156; das war ein prophecei, wie got gern durch kindisch einfeltig alber leüt wircket und die weltweisen durch der narren wort zuͦruck schlegt. S. Frank Germ. chron. 209ᵃ;
liebe thuts, die alle mängel gerne hüllt und fleiszig decket.
Logau 2, 4, 14;
völcker, die da gern kriegen. psalm. 68, 31; wer sich gern in fahr gibt, der verdirbt drinne. Sir. 3, 27; er iszt gerne was gutes, trinckt gerne wein. Rädlein 360ᵇ; gern wol läben und guͦte biszle oder mümpfele essen. Maaler 170ᶜ; er läst gerne mit sich umgehen, er läst sich gern erbitten. Ludwig 747;
er sträubt sich gern; läszt gern
sich bitten; ist wohl gar ein wenig neidisch.
Lessing 2, 234.
h)
verstärkt.
α)
durch zusätze wie für oder um mein leben, von herzen, herzlich, willig, gewaltig, unsäglich, sehr, gar, gar zu, nur zu, wie, so gern, nicht mehr oder nicht lieber als gern, selten in zusammensetzungen herzens-, lebens-, blut-, seelen-, übergerne (Tieck 16, 361), mhd. wundergern (überaus gern Lanz. 1169): ich wäre um mein leben gern traurig und voll schrecken gewesen. Göthe 19, 313; er hätte das für sein leben gerne gewuszt. Gotthelf Uli d. kn. 161; ich lasse es von hertzen gerne zu, das das abendmal ein sacrament sei. Luther vom abendmal Christi (1528) q 4ᵃ;
da stimm ich mit ein, von herzen gern.
Chamisso 3, 217;
er veilschet alse lange und alse vil, daʒ er herzeclîchen gerne koufte. Berthold von Regensburg 1, 482, 28 Pf.; hertzlich gerne einem behilfflich sein. Steinbach 1, 590; ein buch, das ich herzlich gern möchte geschrieben haben. Gellert an C. Lucius 5; so lange wir gute krieges-führer haben, wird es nicht mangeln an leuten, die unter ihnen willig-gern dienen. Butschky Pathmos 681; wie wol ich mächtig gern auch ungerufen käme. Luther 5, 41ᵃ; das herz redet uns gewaltig gern nach dem maule. Lessing 1, 526; er reisete unsäglich gern. J. Paul; der mensch thut recht gern das gute, das zweckmäszige, wenn er nur dazu kommen kann. Göthe 17, 401;
so will gar gern folgen ich.
Ayrer dram. 2091, 28 K.;
sie spielt gar zu gern. Rädlein 360ᵇ; die ersten schritte, die uns in den irrgarten der liebe bringen, sind so angenehm, die ersten aussichten so reizend, dasz man sie gar zu gern in sein gedächtnisz zurück ruft. Göthe 18, 93;
grad heute, wo ich gar zu gern
dir hätt ein herzlich wort gesagt.
Droste-Hülshoff letzte gaben, an Jos. v. Laszberg;
o wie gerne wolte ich, dasz .. Luther tischr. 371ᵇ; mein hertz frewet sich, das du so gerne hilffest. ps. 13, 6; wenn ich den seinigen nur einen possen spielen konte, so that ich es nicht lieber als gern. Plesse 1, 62, man könnte dafür auch sagen nicht mehr wie gern, oder so that ich es nur zu gern.
β)
durch verdoppelung gern und gern: alles disz litte er gern und gern. Abr. a S. Clara reim dich 335.
γ)
durch verbindung mit ähnlichen adverbien: desselben ich euch lieplichen und gern thun will. Bocc. 64, 22 Keller; alle die es gern und williglich gaben. 2 Mos. 35, 21; das thue ich gern und willig. Steinbach 1, 590; gern und fleiszig zuhören. ebenda; alle denken noch heute oft und gerne daran mit innerer genugthuung zurück. Eylert charakterzüge Friedrich Wilh. III. 2, 208.
δ)
ironisch: er geht so gern dahin als der dieb zum galgen. Ludwig 746; er thut es gern, wie die bawer in thurn steigen. Agricola spr. 1, 366; gern thun, als der fuchs, so sich der birn isset satt, die er nicht mag, wann ers nicht hat. Henisch 938.
i)
gern mit folgendem aber, doch:
ich thets von hertzen ger,
aber ..
Ackermann und Voith 184, v. 909. 924;
gerne vertrau ich, mein freund, euch seel und geist und gemüth an;
aber leib und gebein ist nicht zum besten verwahret,
wenn die geistliche hand der weltlichen zügel sich anmaszt.
Göthe 40, 303;
gerne mag ich hören,
dasz Karlos meine räthe haszt, doch mit
verdrusz entdek ich, dasz er sie verachtet.
Schiller V, 84 (dom Karlos 2, 4);
so gern ich meine meinung über alles frei von der brust weg sage, so möcht' ich doch nicht in dem falle sein, auf dem groszen marktplatze zu Dehly oder Ispahan sagen zu müssen was ich von den menschen denke. Wieland 8, 97.
k)
gern elliptisch in der antwort statt eines satzes (gern will ich es thun, gern soll es geschehen):
welt ir Gotelinde
êlîchen nemen, sô sprechet jâ.
'gerne' sprach der knabe dâ.
er frâgte in aber ander stunt:
'gerne' sprach des knaben munt.
meier Helmbrecht 1514 fg.;
zuo dem künige sie da sprach:
'mein kind! mein schuld und dise sach
die soltu mir vergebende sîn.'
der künig sprach: 'gern!' und weinte ser.
Hans der Büheler königstochter v. Frankr. 4143;
bat ich die reinen frucht,
das sie mir durch ir zucht
ir frauen dett bekant ..
gern, sprach die rein.
Altswert 141, 23;
der gast sprach: lieber wirt, .. wecken mich, do bit ich euch umb. der würt sprach: gern. Pauli schimpf 402 Öst.
l)
substantivisch das gerne: das heiszt compelle intrare, wan not willen macht und das muszen in das gerne verwandelt wirt. Luther 1, 172, 36 Weim.; Vreneli bekäme geld, und notabene gern. das gern ist noch seltener als das geld. Gotthelf Uli d. p. 315.
4)
mit vorsatz, absichtlich, mit fleisz: wann er es gerne und ausz fürsatz, und nicht aus unwissenheit gethan hätte (der mensch hatte vor einem hölzernen juden in einer kirche, den er für den apostel Peter gehalten, das baret abgezogen), so könt ihn niemand absolviren als der pabst selbst. Schuppius 608; es gehet nach der welt laufft, das man niemand gerne beleidigen wil. Luther 4, 446ᵃ; er hats gern (oder mit fleisz) gethan. Göpfert dialektisches aus dem Erzgeb. 32; er hat es nicht gern getahn, imprudens fecit. Stieler 646; es ist nicht gern geschehen. Campe.
5)
willig, bereitwillig, wobei der begriff des freudigen völlig zurücktritt: gern, voluntarie voc. 1482 l 8ᵃ, volens Dasyp. E 5ᶜ;
gern sy hiuwen nider menger buͦn (baum).
Lamprecht Alexander, Basl. bearb. 2263;
es weis doch die welt wol,
daʒ die von Macedonia
zinsten gern in Indea
bis Erkules ward geborn.
3004;
ich wil uns balt ein schiffman finnen,
der uns nur gern führt von hinnen.
Ayrer dram. 2300, 22 Keller;
ich wills gerne glauben. Ludwig 747; im praktischen ist doch kein mensch tolerant! denn wer auch versichert, dasz er jedem seine art und wesen gerne lassen wolle, sucht doch immer diejenigen von der thätigkeit auszuschlieszen, die nicht so denken wie er. Göthe 19, 361;
ich liesz mir gern gefallen.
Seume;
gern verlasz ich diese hütte.
d. j. Göthe 1, 97 (später geändert in nun).
6)
aus freien stücken, umsonst, ohne lohn: da sal man im zu rechte umme geben, he wolle iʒ denne gerne tun. Freiberg. stadtr. 224 (35, 8) Ermisch, s. die volle stelle unter gerichtsschreiber und vergl.
noch thut ers gern und nimpt kein lon.
Murner gäuchm. 940 Sch.
7)
mit verneinung.
a)
gern oder nicht, gern oder ungern, nolens volens: sie mögen es gern thun oder nicht. Frisch 1, 343ᵇ; ein amt, welches sie in die nothwendigkeit setzen würde, gern oder nicht, das gemeine beste zu befördern. Wieland 7, 283;
wie schwer borgt euer mund den ton der bitterkeit,
wenn ihr, gern oder nicht, zum schmählen lächeln müsset!
17, 222 (Idris 4, 43). vgl. 21, 225;
er mags gern oder ungern thun, so soll ers doch thun. Ludwig 746; die freiheit ..., die er ihr gern oder ungern lassen muszte. Wieland 29, 172 Gruber; sie schien einen unsichtbaren zauberkreis um sich her gezogen zu haben, an dessen rande die männer alle, gern oder ungern, stehen bleiben muszten. 41.
b)
nicht gern: er thuts nicht gern, nicht mit lust, wider seinen willen Ludwig 746;
juncker Leipolt,
der nicht gern tranckgelt auszgeit.
Ayrer dram. 2298, 28 Keller;
warumb die bawren nicht gerne lantzknecht herbergen. Hans Sachs 9, 442 Keller; (es) ward beliebet meiner schwester tochter mitzunehmen, weil sie nicht gerne von mir wolte. Petersen lebensbeschreib. 2, 42; leute, die oft krank sind, reisen nicht gern. Gellert an C. Lucius 6;
Recha. ich irre
nicht gern. Nathan. vielmehr, du läszst dich gern belehren.
Lessing 2, 202;
er läst sich nicht gern sprechen. Ludwig 747; warum wendetet ihr euch nicht an die wache? 'das kam auch vor, doch nicht gern.' Göthe 36, 91; eine sache, die sie nicht gerne laut machen wollen. Schiller IV, 233; ähnlich: dasz eine sprache vor der andern zur musik geschickt sei, ist wohl unstreitig, nur will gern kein volk das wenigere auf seine sprache kommen lassen. Lessing 11, 154.
8)
übertragen, von thieren, pflanzen u. s. w., sowie von naturereignissen, um eine vorliebe für etwas, eine neigung zu etwas auszudrücken:
disz thier (der elephant) ..
verliebt sich gern.
von des esels adel 19;
wenn eʒ (katze) unkäuscht, sô wirt eʒ gern wild. Megenberg 151, 28; das pferd läszt sich nicht gern zäumen. Stieler 646; bekanntlich schlagen die hunde gern an, wenn es spazieren geht. Gotthelf 7, 194; mhd.
weiʒe, rîs, mandelkern
wehset in dem lande gern.
Mai u. Beaflor 51, 29;
nhd. felrysz, dens leonis, wechset gern under den eichbeumen. kräuterbuch (Straszburg 1528) 63ᵇ; ein baum, der gern trägt, arbor fertilis. Stieler 646; diese pflanzenart treibt gern ins blatt, schieszt gern ins kraut; in gehäufter ausdrucksweise:
es bedeut das unkraut wild,
welches, unter der saat des herrn,
gar offt zu wachsen pflegt gar gern
neben dem rechten gänsz-kraut.
Spangenberg ganskönig lobsermon 5. blatt;
es wolte gern regnen, aber der wind vertreibts. Ludwig 747, ähnlich sagt man es macht miene zum regnen; der wind kommt in diesem jahr gern aus morgen. Frischbier preusz. wb. 1, 228ᵇ; der oberwind (westwind im bair. Donauthal) pringt gern regen und ungewitter. Aventin. 4, 42, 1 Lexer.
9)
von erfahrungsthatsachen, die sich zu wiederholen, leicht einzutreten pflegen, gewöhnlich, gemeinlich, in der regel, meistens, häufig, oft: mhd.
swer sich lobt aleine
des êre ist gerne kleine.
Freidank 61, 5;
swelch mate ist gemeine
der gras ist gerne kleine.
120, 27;
nhd. also dasz sy (die wunden des oberschenkels) vast geren tödtlich sind. Braunschweig chirurg. (1497) 85ᵇ; alt vasz rinnen gern, alt rören tropffen gern. S. Frank sprichw. 2, 7ᵃ; gleich und gleich geselt sich gern. der teuffel wirfft gern ein gleichs. 2, 101ᵇ; hohe steiger fallen gern tief. Frisch 1, 343ᵇ; die trägen märkte werden gern gut. Schottel 1140ᵃ;
was gleich ist, das tut lang weren,
zu vil ist ungsund und bricht geren.
Baumann quellen 2, 623;
ist der mon new worden und scheinet weisz, so wird es gern grün oder schön. Fischart groszm. 558 Sch.; nach einem groszen regen kompt gern ein schöner sonnenschein. Lehmann flor. 2, 234, 9;
nach sölcher fröud kumpt gern grosz leid.
Körner hist. volksl. 76;
dann mir die traum gern werden wahr.
J. Ayrer Soldan v. Babil. 364ᵃ;
dasz gern ein fürsten-hof an narren fruchtbar sei,
bleibt wahr.
Logau 2, 6, 14;
selten wird mit einem weibe gar viel haupt-gut überkummen,
weil das böse, so an ihnen, hat das haupt gern eingenummen.
2, 10, 28;
wer hungrig ist auff lob, ist gern an tugend leer.
2, 7, 15;
schwartzes feld trägt gerne reiche saate.
2, zugabe 184;
da wächst der wein wo's fasz ist,
es regnet gern wo's nasz ist.
Göthe 47, 92;
solchs tet er, aber (als gern geschicht) man gab im kainen glauben nit. Aventin. 4, 318, 24 Lexer; es pflegt gern so zu gehen. Ludwig 747; eben so, wie ein vergnügter geist das gewisse loos eines sittlich vortreflichen menschen ist, so ist sittliche vortreflichkeit gern die begleiterin eines vergnügten gemüths. Schiller X, 3, 23; wie den glücklichen jeder nebenumstand zu begünstigen, jedes ungefähr mit emporzuheben scheint, so mögen sich auch gern die kleinsten vorfälle zur kränkung, zum verderben des unglücklichen vereinigen. Göthe 17, 412; wer Göthen und Schillern denkmale setzt, kauft sich gern damit einen ablasz, die schriften dieser geister nicht zu studiren. Gutzkow Blasedow 1, 388.
10)
leicht möglich, leicht zu thun, mit leichtigkeit, ohne schwierigkeit: gern, facile Dasyp. E 5ᶜ; mhd.
alsô gerne mac ein man
übele tuon alsô wol.
Iwein 2524;
wer âne alle scholt getruwen frunt vurlois,
der wirt vil gerne sigelois.
Limburg. chron. 37, 3 Wyss;
die weil eʒ (das erlenholz) grüen ist, sô læʒt eʒ sich niht sô gern spalten sam daʒ tännein; aber wenn eʒ gedorret, sô læʒt eʒ sich gerner spalten. Megenberg 315, 2; das es (scheit) dester balder ganz dürr werd und gerner brenn. Keisersberg seelenpar. 154ᵃ; algiosus, der gern freust. Alb. uu 4ᵇ; es begegnet mir gerne, dasz ich zu rasch urtheile. Schiller liter. nachl. d. frau v. Wolzogen 1, 228 (von 1788);
thut meinen willen, sprach der weise,
der gerne die geduld verlor.
Pfeffel poet. versuche 3, 161;
ein könig, nahmens — ja! die nahmen.
die nahmen, die vergesz ich gar zu gern!
Wieland 18, 119;
nach gelen biern und braunen nüssen felt einer gern den halsz ab. Lehmann flor. 2, 234, 11; der teufel reibt sich nicht gern an die rechtschaffene advocaten. Abele künstl. unordn. 2, 45;
so ist es doch ein altes sprichwort war,
das kaufleut nit gerne verderben.
Ambraser liederb. 93, 22;
schertze nicht mit groszen herrn,
die arth leuth erzürnen gern.
arab. sprichw. 48;
die gelehrten sind nicht gerne von den alten und den rothen,
dann sie sind bei allen zeiten untermischet mit den todten.
Logau 2, zugabe, 65;
gesund und müsziggang, so viel man täglich schaut,
wohnt und verträgt sich nie gar gern in einer haut.
3, 3, 100;
genie ist vollends nur ein stern,
bei dem man oft die bahn verlieret,
der gern zu glück und ehr, und gern
zum unglück und zur schande führet.
Göckingk 1, 23;
ich musz gern (möglicherweise, wol) mein silbergeschirr versetzen. Schlegel könig Heinrich IV, 2, act 2, sc. 1; mhd.
dû maht dich gerne (ohne dasz es dir schwer fällt) wâgen
an nütze râtfrâgen.
Hartmann büchlein 1, 597;
des himmels gnade drümb an diesen narren dachte,
und ihn ans ufer letzt heraus bei Setta brachte,
in eine pfleg, und wol so nahe bei die mawr,
als in zehnmalen gern erwerffen kan kein bawr.
Dietr. v. d. Werder Ariost 29, 15, 4;
man kann einen weg recht gern (ohne sich anzustrengen) in einer gewissen zeit zurücklegen. Göpfert dialektisches aus dem Erzgebirge 32; so lasz man es faul werden etwann manchen tag, so gat es (geschosz) gern herausz (aus der wunde). Braunschweig chirurg. 29ᵃ; Joab hatte darüber ein schwert gegürtet .., das gieng gerne aus und ein. 2 Sam. 20, 8; dieselbig büchsz soll gern und geräum in das rohr gehen, dasz sie nicht zu klein oder zu grosz, sondern die rechte grösz und runde habe. Fronsperger kriegsb. 2, 197ᵃ; in Niedersachsen hört man auch wol die thür, der kasten geht nicht gern (schwer) zu. Heynatz antibarb. 2, 37.
11)
leicht und vollkommen, verstärkt im stabreim gut und gern: donoch 1363 warf (gab) man uʒ heller nuwe ... der gingen gerne czwelfe umme einen groʒʒen. Johann v. Guben Zitt. chr. 15, 32; (theuerung in Dänemark) also daʒ ein tonne heringes galt gerne 9 swere gulden. Limb. chr. 83, 2 Wyss; der (sehr saure) win hisz ratzeman, unde di qwarte wolde nit gerne gelden 3 haller. 86, 2;
nuͦn galt der wyn kum zehen pfundt,
in eim monat es dar zuͦ kundt
das er yetz giltet dryssig gern.
S. Brant narrensch. 93, 13;
es were sunst darzuͦ kumen, das ain bürde strow gern 10 pf. hette golten und ain sack mit sprur gern hette golten 4 kritzer. Hug Villinger chron. (zum j. 1517); das pferd kann gern ein paar hundert thaler kosten. Heynatz antibarb. 2, 37; es ist von hier gern noch sechs stunden weit. es sind gern schon sieben jahre vorbei. Schmid schwäb. wb. 228; 's senn gern vier pfund kalbfläsch. Sartorius Würzb. mundart 45; es waren gern zwanzig gäste da. Kraft deutsch-lat. wb. 1034ᵃ; ein kerl, der hatte eine ungeheure krotte unterm arm, gern so grosz als eine heerpaucke. Simpl. 1, 177, 3 Kurz (1, 2, 17); ein fäszlein halb voll wein im vorrath, mit welchem er sich allein gern 8 tag hätte behelffen können. 1, 420, 16 (1, 4, 17); in der zeit, die mir ein stück von zehn bogen kostet, könnte ich gut und gern mit weniger mühe hundert andere bogen schreiben. Lessing 12, 384; B. deutsche hexameter, freund, lassen sich gut und gern verfertigen. A. gut und gern! B. o ja! gut und gern! .. A. gut und gern solls also unsere sprache, deren tact sich meist mit ganzen und halben, und nur sehr wenigen viertel-schlägen begnügt, der griechischen in ihrem viel theilbarern tacte nachthun? Bürger 176ᵃ; an sich könnten vernunft und glaube gerne gemeinschaftlich .. mit einander leben. Claudius 8, 78.
12)
gern für immerhin kommt zuweilen in Niedersachsen vor: gnädige frau, lassen sie sie reden — sie mag das gern sagen, ich finde mich dadurch nicht im geringsten beleidigt. Heynatz antibarb. 2, 37.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3719, Z. 4.

gern, adj.

gern, adj.
aus garn, s. garnen: viii gerne ducher. Frankf. arch. Elsen von Holczhusen inventar 1410.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3727, Z. 49.

gern, m.

gern, m.
schosz, weiberrock; herald. die spitze, s. gehren sp. 2542 fg.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3727, Z. 51.

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Zitationshilfe
„gern“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gern>, abgerufen am 07.12.2021.

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