Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerngast, gernegast, m.

gerngast, gernegast, m.
wer sich gern als gast aufdrängt: gernegast, coenipeta Stieler 614, gerngast, schmarotzer Ludwig 747; das sind die tellerlecker, suchen trüncke und gerngeste, die faulen schelmen, die nichts thun wollen. Luther gl. zu Sir. 40, 29 bei Bindseil 7, 540, die ausg. des Sirach von 1533 hat gernegeste; als eigenname Clausz Gerngast, der baur. Ayrer 2467, 4 K.; keiner will der erst und gerngast genennet sein. Kirchhof wendunmuth 208ᵃ, d. h. keiner will zu früh erscheinen, der zu einem gastmahl eingeladen ist, damit es nicht aussehe als sei er zu begierig darnach. das war damals guter ton. wer eingeladen hatte, muszte dreimal schicken, man möge doch kommen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3728, Z. 11.

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Zitationshilfe
„gerngast“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerngast>, abgerufen am 07.12.2021.

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