Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gerolle, geroll, n.

gerolle, geroll, n.,
subst. verb. zu rollen.
1)
das wälzende hinabgleiten:
dasz nicht rutschte herab im geroll ausgleitender kiesel ..
Baggesen bei Campe.
2)
das rollen als dumpfer ton:
bei des donnertons geroll.
Rückert 6, 257;
das geroll des donners.
Freiligrath ges. dicht. (1877) 1, 89, s. donnergerolle;
dann (klingt es) wie des waldstroms laut geroll.
Uhland 408 'das glück von Edenhall';
das geroll der kugel, das gerolle der lastwagen auf dem straszenpflaster;
dem lauten
trommelgeroll der Kureten und klapperndem erze gehorsam.
Voss Virg. georg. 4, 151.
3)
das dahin oder herab rollende, wie wogen, schneemassen: das schneegerolle, die lauwine Campe 4, 233ᵇ;
perlen spielen in dem fluszgeroll.
Brentano gründung Prags 88;
Acheloos mit silbergeroll.
Voss Hesiod theog. v. 333.
ungewöhnlich für wagen:
verblüfft fuhr schnell mit dem leeren geroll er den rain ab.
Baggesen bei Campe.
4)
wie das folgende gerölle 1: zwischen dem gerolle dieses flusses findet man auch gold. A. v. Humboldt bei Campe.
5)
ein schlechtes geroll, ein schlechtes rollen, z. b. mit der rolle oder mange. Campe.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3732, Z. 24.

gerölle, geröll, n.

gerölle, geröll, n.
etwas in stücken rollendes, s. gerülle, gerille.
1)
lockere abgerundete gesteine, welche die fluszbette der bäche und flüsse, und die gehänge der steilen felsgebirge bedecken Scheuchenstuel 99: bildung der gerölle. gelangen bruchstücke von gesteinen, eckige geschiebe, trümmer, die bei dem vorgange der verwitterung und zerstörung der felsen aus gröszeren massen entstehen, in den rinnsal der bäche und flüsse, so werden sie von dem strömenden wasser fortbewegt, durch rollung abgerundet und auf diese weise in gerölle umgewandelt. Oken 1, 596 fg.; das gerölle, soluta Steinbach 2, 293; es (pferd) stiesz am kleinen gerölle des hanges an. Göthe 15, 316; keine vegetation belebte fels und gerölle. 23, 50; noch rieselte die asche, als der rüstige jüngling mich schon über das glühende gerölle (des Vesuvkegels) hinaufrisz. 28, 31; die eisengruben sind unfern Pograd in einem aufgeschwemmten, von glimmerschiefer herzuleitenden gerölle. 51, 159;
ich kam daher auf glatten wegen,
und jetzt steht mir geröll entgegen.
41, 147;
in einen abgrund hinuntergerast ist er, über geröll und baumstämme. Freytag ges. werke 2, 225.
2)
geröll, gerümpel Kehrein volksspr. in Nassau: ich selbst habe es (pergamentblätter) aus altem geröll hervorgeholt. Freytag handschr. 3, 238.
3)
zusammensetzungen zu no. 1: geröllablagerungen Oken 1, 635; geröllboden, kiesboden Krafft landw. lex. 490; gerölledecke, deckgestein, aus geröll bestehend Dannenberg-Frantz 149; die geröllhalde; geröllkegel Hunziker 207; geröllmassen Oken 1, 597.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3732, Z. 51.

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Zitationshilfe
„gerolle“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerolle>, abgerufen am 28.11.2021.

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