Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gertel, n.

gertel, n.,
dimin. zu gerte, virga Hüpfuff voc. (1515) K 1ᵃ, s. gerte II, 2; als name mehrerer kräuter, vgl. garthagen, gerte II, 1:
1)
gertel, schafgarbe, barbune, millefolium voc. inc. teut. i 2ᵃ. s. garte sp. 1385.
2)
artemisia abrotanum Pritzel-Jessen 42ᵃ (von 1478). Schm.² 1, 943: stabwurz, so man sonst gertel nänt. Seuter rossarzn. (1599) 6, s. gertenkraut, gertwurz.
3)
lycopodium clavatum Pritzel-Jessen 226ᵃ, s. gertlein, gertwurz.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3745, Z. 4.

gertel, m.

gertel, m.
schweizerisch
1)
wie gerte 6 und gerter 1, falx putatoria, der gertel, böum darmit zuͦ erhauwen, ein hagmässer Maaler 170ᵈ, hippe oder kleines handbeil mit einer langen schneide, reiser (gerten) u. s. w. wegzuschneiden oder zu zerhacken, dimin. gertli Stalder 1, 441, vgl. schweiz. id. 2, 443. Seiler 133ᵇ: so mag ainer mit ainem gertel houwen, das er holtz hab zu siner notdurfft ze brennend. weisth. 1, 142 (Zürich, von 1473); hout er ain stumpen mit dem gertel, ist die buosz 6 θ. 5, 161 (St. Gallen, von 1468); mit gerteln, bindmessern, hagmessern .. und anderm gartnerszeug. Garg. 183ᵇ (339 Sch.); immer hatt' ich einen gertel oder eine kleine axt bei mir, und fällte junge tännchen. armer mann im Tockenb. 16. gertel und gerter gehören zum verb. gerten 5, wie schlegel zu schlagen. das werkzeug ist von verschiedener grösze und länge, z. b. wird der handgertel mit zwei händen, der stûdengertel zur herstellung von reisigbündeln mit einer hand geführt, während der wümmergertel ein winzermesser zum abschneiden (wimmen) der trauben ist.
2)
böser junge, schlingel, vom werkzeug auf den menschen übertragen, wie flegel, hegel. schweiz. id. a. a. o.
3)
gertel oder gerter, der antheil eines bürgers am gemeindewald, eig. der mann selbst, der mit seinem gertel (1) auszog, um den seinem hause gebührenden antheil zu beziehen. schweiz. id. 2, 444 (von 1318, 1493, 1510), so zerfällt die gemeindewaldung von Zollikon bei Zürich in 11 beilen, jede beile hat 8—10 gertel.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3745, Z. 13.

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Zitationshilfe
„gertel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gertel>, abgerufen am 06.12.2021.

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