Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gerummel, n.

gerummel, n.
subst. verb. zu rummeln, dumpfes getöse machen, mit umlaut gerümmel, gerimmel, verkürzt grümmel, mit t im auslaut grümelt Maaler 194ᵇ, köln. gerummels Hönig 73ᵇ aus gerummelze, s.ge II, 5, c, γ sp. 1616. vgl. gerumpel.
1)
dumpfer lärm, gepolter:
do der ritter das erhort,
das grosz gerümel in dem bronnen.
Hans von Bühel Dioclet. 1803;
gerummel in der mule, scussorium voc. 1482 m 1ᵃ; ist es später, so stond die handtwerckleüt auf und arbaiten und machen ain gebössel und gerümel. Keisersberg spinnerin d 5ᶜ; lärm überhaupt: der guͦt mensche .. freüwet sich, das er soll faren von dem groszen gerimel diser welt und soll kommen zuͦ der rechten ruͦw. has im pfeffer Ee 5ᵃ; und ist des leiden gerummels also vil. Tauler;
ist mir recht, so ist ein grümmel
in unsrem husz, deszglychen ich
eins gantzen jars .. nie han erhört.
Binder Acolastus 2067 (schweiz. schausp. des 16. jahrh. 1, 259);
noch in den nd. mundarten, z. b. Doornkaat-Koolman 1, 613ᵇ, wie schon mnd. Schiller-Lübben 6, 138.
2)
kriegslärm:
man hart (hörte) da in ir baider wer
van püchs und armprust graszen schal ..
dis gerumel und presten ..
Beheim buch von den Wienern 176, 9;
ainer stach, der ander slug,
sich hub ain grosz gerümmel.
363, 20;
da ein solchs gerümel und tümel war, rumpleten die feind urbering (plötzlich) im schlaf auf, hörten ein solchs pusaunen und plasen. Aventin. 4, 178, 22 Lexer, grümmel 530, 20.
3)
aufruhr, tumult: in dem grümel wider die christen. Aventin. 4, 883, 7 Lexer.
4)
aufruhr, unruhe in des menschen herz: gott ist der, der dir das gerümel in deinem herzen still machen musz. Keisersberg pred. 10ᵇ; die weil aber das gemüt des menschen ist voller fält, also das ein solich gerimmel in im ist, das er alles durch einander wüt und rablet und ganz auskert ist auf manigfaltigkeit, dieweil bedarf er nit denken, das gott sein wonung bei im haben müg. 10ᵃ; wenn underscheit ist under gedencken und betrachten, wenn gedencken gat zuͦ on arbeit, aber betrachten mit arbeit, so du dich kerest von allem gerummel, was gerümmels? merck zweier hand gerummel. das erst ist die unruͦw oder manigfeldigkeit der menschen, und alles das umb dich ist, und was ist dins eigens gerümmel, das do innerlichen in dir ist .. nun sprichstu, was ist myn eigen gerümel? das sind dine gedenck, dine anfechtung, dyne anmuͦt und begirden. bilgerschaft 147ᵈ.
5)
nd. grummel, donner Frommann 2, 206; gerummel, gedonner ten Doornkaat-Koolman 1, 613ᵇ.
6)
kollern im leib, magenknurren Kramer 1, 96ᶜ. ten Doornkaat-Koolman a. a. o., nl. gerommel:
ein grôʒ gerummel wirt in mînem bûch ûf stân.
Kolm. meisterl. 72, 24;
do er also stuͦnd vor dem hailigen bichtiger sant Gallen, ward im ain gros gerümel in sinen dermen und brodlot und walt in im, wie ain siedender hafen. Oheim chr. von Reichenau 40, 6.
7)
gerümmel, alter hausrat, welcher bei der fortschaffung rummelt Bernd Posen 74, veteramenta Stieler 1521, alt grümelt, scruta Maaler 194ᵇ, alt gerümel von kleidern, geschirr oder hauszrat Dasyp. Cc 7ᶜ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3770, Z. 76.

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Zitationshilfe
„gerummel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gerummel>, abgerufen am 05.12.2021.

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