Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

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gerumpel, gerümpel, n.

gerumpel, gerümpel n

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wie das vorige, subst. verb. zu rumpeln, in voller form gerümpele Harnisch aus Fleckenl. 243, verkürzt grümpel.
1)
dumpfes getöse, gepolter: gerumpel, strepitus voc. inc. teut. i 2ᵃ;
zum neüwen jar so wünsch ich dir
des gerümpels in der mül ain tail.
Cl. Hätzlerin 2, 39, 3;
do sach sy (nachts vom thurme), das es glinserte in deme vinsterne von den isenhuten und wopen, und horte ouch das gerunpele des volkes. Stolle thür. chron. 2; und er und der kast beid mit groszem gerumpel zu der erde fielen. Bocc. 30, 103ᵇ; so nemen die bösen knaben die blatter und blasent sie uf und thun drei oder fier erbsen daryn und machen ein gerümpel. Keisersberg brösaml. 2, 51ᵃ; drei oder fier erbsen in einer blater machen mehr gerumpel dan wan sie vol erbsen wer. narrensch. 111ᵇ; da solte sich allererst ein gerümpel in Zwingels gauckelsack heben. Luther 3, 463ᵇ; da war der teufel hinter jhm her und machte ein gerümpel, dasz den altvater dauchte, er hörete einen gantzen hauffen sawen girren und gruntzen, zo zo zo. tischr. 202ᵇ; der teuffel .. wil jn bethören mit allerlei spügnusz und gerümpel (teufelsspuk). Mathesius Luther 29ᵇ; auff gespenst und des bergmendels gerümpel kux bawen ist christlichen leuten nicht zu rathen. Sarepta 38ᵃ; wann ain schmid ain glüende axst oder karst in ain kalts wasser stoszt, so macht die sterck und krafft des eisens ain gerümpel und rauschen im wasser. Schaidenreiszer 38ᵇ; (ich) fiel in das schiff mit groszem gerümpel. 54ᵃ; wer unten wohnet, der mus der obern gerumpel leiden. Mathesius Syr. 2, 80ᵃ;
die stat (Jericho) fällt mit gerümpel.
H. Sachs 3, 1, 26ᵇ;
mit dem rumpelt der tolle Schwab
uber die todtenbein herab
und machet sehr ein grosz gerümpel.
2, 4, 98ᵇ;
wie ein meerwunder murr und brumb!
mach ein gerümpel umb und umb!
17, 324, 38 Keller;
das ghrümpel (im haus) thund die katzen machen.
409, 19;
nun hat es an etlichen örtern bei den alten die gewonheit gehabt, dasz sie umb die zeit, wenn sie achten, dasz die juden den herrn gefangen haben, mit groszem zuͦgerichtetem gerümpel und gepölder all liechter und kerzen auszlescheten. Kirchhof wendunm. 1, 324 Öst.; der ander führet (auf dem tanzboden) ein gros gerümpel und getümmel mit dem stampfen und stoszen der füsz. Albertinus hauspol. 7, 144ᵃ; da hebet sich einmahl unter essens ein treffliches gerumpel an in der küchen .. da ist die köchinne mit sampt der stelle am herte versuncken und in ein unterirrdisches wasser gefallen. Prätorius glückstopf 304; (der nächtliche horcher) wischet unter dem bette hervor und macht ein grosz geräusch. die jungen leute erschrecken über solchen gerumpel (dativ). der kurzweilige polyhistor (1719) s. 19; gerümpel, strepitus quem lignea instrumenta loco mota faciunt Frisch 2, 136ᶜ; das gerumpel einer kutsche Ludwig 749; unter dem schwerfälligen gerumpel einer art von wiege. Kosegarten rhaps. 2, 101; verdutzt stand ich am treppengeländer, als ich von neuem das gerümpel hörte, das vorher die herren störte und betäubte, und was wars? ein kleiner dicker kerl, mit groben gliedern, .. poltert zum zeitvertreib (kopfüber) die treppe auf und ab. Tieck 3, 7.
2)
getöse, lärm überhaupt, eigentlich und bildlich: gerümpel, tumultus Maaler 170ᵈ, grosz geschrei Frisius (1734) 2, 103ᵇ;
als ich weissagt die wort geschwind,
wurt ein gerumpel grose.
meisterl. fol. 23, no. 216;
was gerumpels ist gewesen. Terenz 1499 153ᵇ; da forcht der teüfel, die kuͦ wurd blerren und ein gerümpel im hausz machen. Pauli schimpf 155ᵇ (67 Österley); damit wir uns selbs nit triegen mit unsern aufgeplasnen unnützen titl und nämen, lären ploszen worten, unandächtigem grimpl und timpl (geräuschvollem gottesdienst), ungotsforchtigem prangen. Aventin. 4, 59, 12 Lexer, var. gerimpel und getimpl; si eren mich vergebens mit menschentand, und nur weit von mir mit irem grumpel und tumpel. 1, 190, 15; richt ein solch gerümpel in der schrifft an und macht viel secten. Luther 3, 336ᵇ; da wird widerumb ein gerümpel in der schrifft werden. 338.
3)
kriegslärm: denn wo des weibes samen ist oder hinkompt, da bringet er ein gerümpel und rumor mit sich, wie er im evangelio spricht, ich bin nicht komen, friede auff erden zu senden, sondern schwert und uneinigkeit. Luther 8, 77ᵃ; so man sich mit den feinden schlueg, spanten si (kriegsweiber) über die wägen (der wagenburg) heute und schluegen hert und stätig drauf, das ein grosz greulich gerümpel den feinden macht. Aventin. 4, 152, 2 Lexer; die Teutschen ... ruckten für und für mit einem groszen geschrai, grümpl und tüml. 320, 11; kriegsgewirre: in disem gerümbel herzog Chunrad von Zäring belegret Schönburg. 5, 320, 7; politische wirren: in dem gerümpel starb künig Cassander. 4, 378, 29.
4)
gerumpel, sausen im donner, tonitrus, für das gerümpel sich fürchten. Henisch 1526; solche stimme (des wetters) und gewaltigen donner werden die unter der erden schlafen, hören und von dem gerümpel und gepletze auffwachen. Mathesius Jes. Christ. 2, 141ᵇ.
5)
kollern im leib: do fieng sich der nächt eine in des künigs leib ein sollich gerümpel an. S. Frank türk. cronica (1530) J 2ᵇ; darumb fris uns, wenn du (teufel) kanst ... wir wollen dir wider ein gerümpel im bauch anrichten und durch die rieben (rippen) reiszen, das du lieber soltest einen thurm, ja einen gantzen wald verschlungen haben. Luther 6, 229ᵃ; in weinländern wird (zu folge des neuen mostes) das bauchgerümpel den durchbring bringen. Fischart groszm. 33; dasz er nicht nur allein ein schlechts oder gemeines gerümpel der schnellen Katarina im bauch, sondern gar eine gefährliche dysenteriam am hals hatte. Simpl. 4, 329, 17 Kurz.
6)
musikinstrumente mit rumpelndem, lärmendem ton: (ausschusz von) 16 mann, der schon seit früh 7 uhr mit dem musikalischen gerümpel und ohrenbrechzeug (trommeln und pfeifen) hier aufgepasset hatte. J. Paul uns. loge 1, 25; ein solcher stampfender mann (dorfcantor) ist im stande, mit so auszerordentlich wenigem musikalischen gerümpel doch ein viel lauteres donnern und geigenharzblitzen um den kanzelsinai .. zu machen, als manche theaterorchester. Hesp. 2, 91; appenz. der grömpel, die pauke, trommel, der dreiangel, kurz die nichtblasinstrumente der türkischen (janitscharen-)musik Tobler 236ᵇ, wegen des masc. geschlechts vgl. nr. 7, b.
7)
mit dumpfem geräusch wackelndes und zusammenbrechendes, alter hausrat, der durcheinandergeworfen in der rumpelkammer liegt.
a)
alt gerümpel von kleidern, geschirr oder hausrat Dasyp. E 5ᵈ, gerimpel Henisch 1519, grümpl, fictilia vasa inutilia Schönsleder T 8ᵈ, gerümpel, grümpel, alt eisen, messing u. s. w. Ludwig 749: wie wer daʒ müglich, daʒ alleʒ daʒ gerumpel, daʒ sich zweinzig jar an ein stat samet, daʒ sich daʒ alsbald genzlich lasz verstoszen? Suso br. 35 Preger, das grümbel 28;
zerbrochen gläser, spindelspitzen,
bauchzapfen, römisch münz ausz pfitzen
und ander meh seltzam gerümpel
alles gestümpelt und verhümpelt.
Fischart flöhhatz 813 Sch.;
verkriech dich, du unnützes würmlein,
sonst in ein alt gerümpel.
Garg. 278ᵇ (526 Sch.);
(bürger, beschäftigt, sein hausgerät aus dem hause zu schaffen:)
die andern sachen und das gerümpel laszt nur fort!
Droysen Aristoph. ekklesiazusen 3, 1;
gerüll und gerümpel. Immermann Münchh. 3, 205; Pelz zeigte dem vereine Fibels kinderschreibzeug und weiberrock der ersten jahre und anderes gerümpel vor. J. Paul leben Fibels 198; inzwischen zieh ich diesem todten gerümpel den affen vor, der lebte. Hesp. 1, 140; er überliesz die ganze kuratel des gerümpels unserer kleinlichen lebensgerätschaften immer fremden händen. 2, 14.
b)
auch als masc., das auf nahe liegender vermengung mit grempel (s. d.) beruht: wie sie doch so gar grobe unverstendige esel sein gewesen, dasz sie keinen bessern rohrvogel auf dem rohre gehabt haben, das arme volk zu fahen und zu betriegen, dann eben diesen albern grümpel. Fischart brotkorb (1594) 25ᵃ; noch schweizerisch: alter gerümpel, scruta Frisius (1734) 2, 103ᵇ. Tobler 236ᵇ. Seiler 148ᵇ.
c)
der nebenbegriff des wirren durcheinanders wird bisweilen zum hauptbegriff: darnach ist er sie (domherren) mit zornigen üppigen bösen worten ankomen, und ihre biecher hin und hergeworfen und ain krimpel darmit gemacht. Sender augsb. chron. von 1535 s. 561ᵃ bei Birlinger schwäb. wb. 190ᵃ; vergl. baslerisch gerümpel, gemengtes geköche von dürren schnitzen, quetschen, pflaumen und dergl. Spreng idiot. raur., Alemannia 15, 201ᵇ.
8)
zusammensetzungen:
gerümpelboden m
hausboden, in welchem der unbrauchbare hausrat aufbewahrt wird Ludwig 749. —
gerümpelgewölbe n
gewölbe, angefüllt mit altem gerät: führte uns Hamilton in sein geheimes kunst- und gerümpelgewölbe. Göthe 28, 255. —
gerümpelkammer f
camera, in qua vetus suppellex reponitur, rumpelkammer Frisch 2, 136ᶜ: die bibliotheken waren wirkliche schatzkammern, anstatt dasz man sie jetzt ... mehr als nützliche vorrathskammern und zugleich als unnütze gerümpelkammern anzusehen hat. Göthe 37, 43. —
gerümpelkasten m
cista, in quam vetera instrumenta rejiciuntur Frisch a. a. o., rumpelnder kasten, der unter das alte gerümpel gehört: in einem alten gerümpelkasten fahren, in einer altfränkischen kutsche Ludwig a. a. o.
gerümpelkrämer m
händler mit altem gerät, scrutarius Frisch.
gerümpelmarkt m
trödelmarkt, forum scrutarium, gerümpelmark Frisch, vermengt mit grempelmarkt (s. d.): der gerümpel-, grümpel- oder grempelmarckt, wo alte sachen feil sind Ludwig; grimpelmarkt Birlinger schwäb. wb. 190ᵃ;
ain alt weib sasz dort wie der tod
am grümpelmarkt, hat wolfail war.
Fischart flöhh. 812 Sch.
gerumpelsack m
sack voll gerätes: von den schlüsseln, so er in seinem gerumpelsack truge. Lazarillo de Tormes 46. —
grümpelschieszet m
in der Schweiz preisschieszen, zu dem jeder schütze einen beliebigen preis mitbringt Hunziker 113. Seiler 148ᵇ. —
gerümpelschrank m
schrank mit altem gerät angefüllt: er belügt euch mit unbekannten töpfen, aus welchem uralten gerümpelschranke er nur immer mag. der junge Göthe 3, 692 (werke 44, 9). —
grümpelschulden
schulden in verschiedenen kleinen posten, schweizerisch Hunziker a. a. o.
gerümpelweib n
händlerin mit alten sachen, scrutaria Frisch a. a. o.
gerümpelwerk n
scruta, allerlei alt gerümpel und gerümpelwerck, das nicht mehr wert ist. Calepinus (1579) 1388ᵇ; da (in der werkstatt des alchimisten) ligt saltz, schwebel, prennofen, kachel, schlat und dergleichen gerümpelwercks. Petr. 98ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3771, Z. 59.

gerumpel, gerümpel, n.

gerumpel, gerümpel n

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wie das vorige, subst. verb. zu rumpeln, in voller form gerümpele Harnisch aus Fleckenl. 243, verkürzt grümpel.
1)
dumpfes getöse, gepolter: gerumpel, strepitus voc. inc. teut. i 2ᵃ;
zum neüwen jar so wünsch ich dir
des gerümpels in der mül ain tail.
Cl. Hätzlerin 2, 39, 3;
do sach sy (nachts vom thurme), das es glinserte in deme vinsterne von den isenhuten und wopen, und horte ouch das gerunpele des volkes. Stolle thür. chron. 2; und er und der kast beid mit groszem gerumpel zu der erde fielen. Bocc. 30, 103ᵇ; so nemen die bösen knaben die blatter und blasent sie uf und thun drei oder fier erbsen daryn und machen ein gerümpel. Keisersberg brösaml. 2, 51ᵃ; drei oder fier erbsen in einer blater machen mehr gerumpel dan wan sie vol erbsen wer. narrensch. 111ᵇ; da solte sich allererst ein gerümpel in Zwingels gauckelsack heben. Luther 3, 463ᵇ; da war der teufel hinter jhm her und machte ein gerümpel, dasz den altvater dauchte, er hörete einen gantzen hauffen sawen girren und gruntzen, zo zo zo. tischr. 202ᵇ; der teuffel .. wil jn bethören mit allerlei spügnusz und gerümpel (teufelsspuk). Mathesius Luther 29ᵇ; auff gespenst und des bergmendels gerümpel kux bawen ist christlichen leuten nicht zu rathen. Sarepta 38ᵃ; wann ain schmid ain glüende axst oder karst in ain kalts wasser stoszt, so macht die sterck und krafft des eisens ain gerümpel und rauschen im wasser. Schaidenreiszer 38ᵇ; (ich) fiel in das schiff mit groszem gerümpel. 54ᵃ; wer unten wohnet, der mus der obern gerumpel leiden. Mathesius Syr. 2, 80ᵃ;
die stat (Jericho) fällt mit gerümpel.
H. Sachs 3, 1, 26ᵇ;
mit dem rumpelt der tolle Schwab
uber die todtenbein herab
und machet sehr ein grosz gerümpel.
2, 4, 98ᵇ;
wie ein meerwunder murr und brumb!
mach ein gerümpel umb und umb!
17, 324, 38 Keller;
das ghrümpel (im haus) thund die katzen machen.
409, 19;
nun hat es an etlichen örtern bei den alten die gewonheit gehabt, dasz sie umb die zeit, wenn sie achten, dasz die juden den herrn gefangen haben, mit groszem zuͦgerichtetem gerümpel und gepölder all liechter und kerzen auszlescheten. Kirchhof wendunm. 1, 324 Öst.; der ander führet (auf dem tanzboden) ein gros gerümpel und getümmel mit dem stampfen und stoszen der füsz. Albertinus hauspol. 7, 144ᵃ; da hebet sich einmahl unter essens ein treffliches gerumpel an in der küchen .. da ist die köchinne mit sampt der stelle am herte versuncken und in ein unterirrdisches wasser gefallen. Prätorius glückstopf 304; (der nächtliche horcher) wischet unter dem bette hervor und macht ein grosz geräusch. die jungen leute erschrecken über solchen gerumpel (dativ). der kurzweilige polyhistor (1719) s. 19; gerümpel, strepitus quem lignea instrumenta loco mota faciunt Frisch 2, 136ᶜ; das gerumpel einer kutsche Ludwig 749; unter dem schwerfälligen gerumpel einer art von wiege. Kosegarten rhaps. 2, 101; verdutzt stand ich am treppengeländer, als ich von neuem das gerümpel hörte, das vorher die herren störte und betäubte, und was wars? ein kleiner dicker kerl, mit groben gliedern, .. poltert zum zeitvertreib (kopfüber) die treppe auf und ab. Tieck 3, 7.
2)
getöse, lärm überhaupt, eigentlich und bildlich: gerümpel, tumultus Maaler 170ᵈ, grosz geschrei Frisius (1734) 2, 103ᵇ;
als ich weissagt die wort geschwind,
wurt ein gerumpel grose.
meisterl. fol. 23, no. 216;
was gerumpels ist gewesen. Terenz 1499 153ᵇ; da forcht der teüfel, die kuͦ wurd blerren und ein gerümpel im hausz machen. Pauli schimpf 155ᵇ (67 Österley); damit wir uns selbs nit triegen mit unsern aufgeplasnen unnützen titl und nämen, lären ploszen worten, unandächtigem grimpl und timpl (geräuschvollem gottesdienst), ungotsforchtigem prangen. Aventin. 4, 59, 12 Lexer, var. gerimpel und getimpl; si eren mich vergebens mit menschentand, und nur weit von mir mit irem grumpel und tumpel. 1, 190, 15; richt ein solch gerümpel in der schrifft an und macht viel secten. Luther 3, 336ᵇ; da wird widerumb ein gerümpel in der schrifft werden. 338.
3)
kriegslärm: denn wo des weibes samen ist oder hinkompt, da bringet er ein gerümpel und rumor mit sich, wie er im evangelio spricht, ich bin nicht komen, friede auff erden zu senden, sondern schwert und uneinigkeit. Luther 8, 77ᵃ; so man sich mit den feinden schlueg, spanten si (kriegsweiber) über die wägen (der wagenburg) heute und schluegen hert und stätig drauf, das ein grosz greulich gerümpel den feinden macht. Aventin. 4, 152, 2 Lexer; die Teutschen ... ruckten für und für mit einem groszen geschrai, grümpl und tüml. 320, 11; kriegsgewirre: in disem gerümbel herzog Chunrad von Zäring belegret Schönburg. 5, 320, 7; politische wirren: in dem gerümpel starb künig Cassander. 4, 378, 29.
4)
gerumpel, sausen im donner, tonitrus, für das gerümpel sich fürchten. Henisch 1526; solche stimme (des wetters) und gewaltigen donner werden die unter der erden schlafen, hören und von dem gerümpel und gepletze auffwachen. Mathesius Jes. Christ. 2, 141ᵇ.
5)
kollern im leib: do fieng sich der nächt eine in des künigs leib ein sollich gerümpel an. S. Frank türk. cronica (1530) J 2ᵇ; darumb fris uns, wenn du (teufel) kanst ... wir wollen dir wider ein gerümpel im bauch anrichten und durch die rieben (rippen) reiszen, das du lieber soltest einen thurm, ja einen gantzen wald verschlungen haben. Luther 6, 229ᵃ; in weinländern wird (zu folge des neuen mostes) das bauchgerümpel den durchbring bringen. Fischart groszm. 33; dasz er nicht nur allein ein schlechts oder gemeines gerümpel der schnellen Katarina im bauch, sondern gar eine gefährliche dysenteriam am hals hatte. Simpl. 4, 329, 17 Kurz.
6)
musikinstrumente mit rumpelndem, lärmendem ton: (ausschusz von) 16 mann, der schon seit früh 7 uhr mit dem musikalischen gerümpel und ohrenbrechzeug (trommeln und pfeifen) hier aufgepasset hatte. J. Paul uns. loge 1, 25; ein solcher stampfender mann (dorfcantor) ist im stande, mit so auszerordentlich wenigem musikalischen gerümpel doch ein viel lauteres donnern und geigenharzblitzen um den kanzelsinai .. zu machen, als manche theaterorchester. Hesp. 2, 91; appenz. der grömpel, die pauke, trommel, der dreiangel, kurz die nichtblasinstrumente der türkischen (janitscharen-)musik Tobler 236ᵇ, wegen des masc. geschlechts vgl. nr. 7, b.
7)
mit dumpfem geräusch wackelndes und zusammenbrechendes, alter hausrat, der durcheinandergeworfen in der rumpelkammer liegt.
a)
alt gerümpel von kleidern, geschirr oder hausrat Dasyp. E 5ᵈ, gerimpel Henisch 1519, grümpl, fictilia vasa inutilia Schönsleder T 8ᵈ, gerümpel, grümpel, alt eisen, messing u. s. w. Ludwig 749: wie wer daʒ müglich, daʒ alleʒ daʒ gerumpel, daʒ sich zweinzig jar an ein stat samet, daʒ sich daʒ alsbald genzlich lasz verstoszen? Suso br. 35 Preger, das grümbel 28;
zerbrochen gläser, spindelspitzen,
bauchzapfen, römisch münz ausz pfitzen
und ander meh seltzam gerümpel
alles gestümpelt und verhümpelt.
Fischart flöhhatz 813 Sch.;
verkriech dich, du unnützes würmlein,
sonst in ein alt gerümpel.
Garg. 278ᵇ (526 Sch.);
(bürger, beschäftigt, sein hausgerät aus dem hause zu schaffen:)
die andern sachen und das gerümpel laszt nur fort!
Droysen Aristoph. ekklesiazusen 3, 1;
gerüll und gerümpel. Immermann Münchh. 3, 205; Pelz zeigte dem vereine Fibels kinderschreibzeug und weiberrock der ersten jahre und anderes gerümpel vor. J. Paul leben Fibels 198; inzwischen zieh ich diesem todten gerümpel den affen vor, der lebte. Hesp. 1, 140; er überliesz die ganze kuratel des gerümpels unserer kleinlichen lebensgerätschaften immer fremden händen. 2, 14.
b)
auch als masc., das auf nahe liegender vermengung mit grempel (s. d.) beruht: wie sie doch so gar grobe unverstendige esel sein gewesen, dasz sie keinen bessern rohrvogel auf dem rohre gehabt haben, das arme volk zu fahen und zu betriegen, dann eben diesen albern grümpel. Fischart brotkorb (1594) 25ᵃ; noch schweizerisch: alter gerümpel, scruta Frisius (1734) 2, 103ᵇ. Tobler 236ᵇ. Seiler 148ᵇ.
c)
der nebenbegriff des wirren durcheinanders wird bisweilen zum hauptbegriff: darnach ist er sie (domherren) mit zornigen üppigen bösen worten ankomen, und ihre biecher hin und hergeworfen und ain krimpel darmit gemacht. Sender augsb. chron. von 1535 s. 561ᵃ bei Birlinger schwäb. wb. 190ᵃ; vergl. baslerisch gerümpel, gemengtes geköche von dürren schnitzen, quetschen, pflaumen und dergl. Spreng idiot. raur., Alemannia 15, 201ᵇ.
8)
zusammensetzungen:
gerümpelboden m
hausboden, in welchem der unbrauchbare hausrat aufbewahrt wird Ludwig 749. —
gerümpelgewölbe n
gewölbe, angefüllt mit altem gerät: führte uns Hamilton in sein geheimes kunst- und gerümpelgewölbe. Göthe 28, 255. —
gerümpelkammer f
camera, in qua vetus suppellex reponitur, rumpelkammer Frisch 2, 136ᶜ: die bibliotheken waren wirkliche schatzkammern, anstatt dasz man sie jetzt ... mehr als nützliche vorrathskammern und zugleich als unnütze gerümpelkammern anzusehen hat. Göthe 37, 43. —
gerümpelkasten m
cista, in quam vetera instrumenta rejiciuntur Frisch a. a. o., rumpelnder kasten, der unter das alte gerümpel gehört: in einem alten gerümpelkasten fahren, in einer altfränkischen kutsche Ludwig a. a. o.
gerümpelkrämer m
händler mit altem gerät, scrutarius Frisch.
gerümpelmarkt m
trödelmarkt, forum scrutarium, gerümpelmark Frisch, vermengt mit grempelmarkt (s. d.): der gerümpel-, grümpel- oder grempelmarckt, wo alte sachen feil sind Ludwig; grimpelmarkt Birlinger schwäb. wb. 190ᵃ;
ain alt weib sasz dort wie der tod
am grümpelmarkt, hat wolfail war.
Fischart flöhh. 812 Sch.
gerumpelsack m
sack voll gerätes: von den schlüsseln, so er in seinem gerumpelsack truge. Lazarillo de Tormes 46. —
grümpelschieszet m
in der Schweiz preisschieszen, zu dem jeder schütze einen beliebigen preis mitbringt Hunziker 113. Seiler 148ᵇ. —
gerümpelschrank m
schrank mit altem gerät angefüllt: er belügt euch mit unbekannten töpfen, aus welchem uralten gerümpelschranke er nur immer mag. der junge Göthe 3, 692 (werke 44, 9). —
grümpelschulden
schulden in verschiedenen kleinen posten, schweizerisch Hunziker a. a. o.
gerümpelweib n
händlerin mit alten sachen, scrutaria Frisch a. a. o.
gerümpelwerk n
scruta, allerlei alt gerümpel und gerümpelwerck, das nicht mehr wert ist. Calepinus (1579) 1388ᵇ; da (in der werkstatt des alchimisten) ligt saltz, schwebel, prennofen, kachel, schlat und dergleichen gerümpelwercks. Petr. 98ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3771, Z. 59.

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