Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesäme, n.

gesäme, n.,
coll. zu same.
1)
sämerei, seminaria Henisch 1527: alles runde und groszkörnige gesäme bleibt ein jahr länger gut als das platte und kleinkörnige. Zinck öcon. lex. 925; kleines gesäm, vorzüglich die reife frucht des mohns. Winckell handb. für jäger 2, 448; dieses wurde mit erbsen, wicken und andrem gesäme bestreut. jugenderinnerungen eines alten mannes 303; die blumenkönigin unserer tage nahm jetzo einige fingerspitzen voll gesäme jener blumen, die schnell aufgehen. J. Paul Siebenk. 2, 136; auf welcher (stelle) eben so gut schieszpulver als gutes gesäme liegen kann. palingenesien 1, xx; auf der ganzen weiten erde fehlt es nirgends an gesäme, überall nur an platz und raum. Hebel schatzk. 27;
und in die lockern beete streut
der gärtner sein gesäme.
Voss ged. (1825) 4, 117.
plural: unzehliche art sind der gesame, kreuter, beume, stauden und gewechse. Luther 2, 111ᵇ Eisleb., ohne umlaut; (das vöglein) piepte, mitten zwischen gesämen, ängstlich nach atzung. F. X. Bronner schriften 1, 21; mit gesämen handeln. Adelung.
2)
bair. gesäm, abfall beim reinigen des getreides Schm.² 2, 278, d. h. unkrautgesäme.
3)
nebenform gesäume, wie saume neben same städtechron. 5, 181, 18. 183, 20, saumen Dief. 525ᵃ aus Brack vocabularium archonium von 1487, gesäumlich neben gesämich (s. d.): auf feldern, wo sie (repphühner) sich vorzüglich von getraide und anderem gesäume nähren. Oken 7, 582.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3784, Z. 61.

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Zitationshilfe
„gesäme“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ges%C3%A4me>, abgerufen am 08.12.2021.

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