Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesaufe, gesäufe, n.

gesaufe, gesäufe, n.
subst. verb. zu saufen.
1)
das saufen, sauferei, frequens potatio, gesäuffe Frisch 2, 151ᶜ, geseufe Stieler 1686, gesauffe Rädlein 362ᵇ, gesauf Krämer 541ᵃ: vom brautbade (wie mans nennet) will ich nichts sagen, so man nicht ein unordentlichs geseüffe darauff treibet. Spangenberg ehespiegel 161ᵃ; da denn ein grosz gesäufe war. Schweinichen 1, 101. 128; das man aus dem weinkauff ein weinsauff, das ist ohnnöthiges gesäuff gemacht. anm. weish. lustg. 163; gesäuffe, so rings herum gehet, circumpotatio Hederich 1089;
gesäufs und fressens überflusz.
Weckherlin 815 (epigr. 66);
nebenform gesäufte: da denn die herren und diener wohl tractiert sein worden und ein grosz gesäufde (var. gesauffe) gehalten worden. Schweinichen 1, 88; und war ein grosz gefresse und gesäufte. 200 u. ö.; darnach bei Göthe:
so schlürft unendliches gesäufte (: jahresläufte)
der edlen herrn den letzten tropfen aus.
12, 262. 41, 14 (Faust 4864 Weim.).
2)
östr. gsäuf, schlechtes getränk Hügel 71ᵇ.
3)
das gesäufe, stelle in einem waldbächlein, wo die vögel zu saufen pflegen, auf dem gesäufe stellen, leimruthen zum vogelfang daselbst legen, in Nordböhmen Knothe 251.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3811, Z. 71.

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gestipft getüche
Zitationshilfe
„gesäufe“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/ges%C3%A4ufe>, abgerufen am 03.12.2021.

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