Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gesaft, n.

gesaft, n.,
coll. zu saft.
1)
vom pflanzensaft:
a)
nim das gisafft von endivia. Schmeller² 2, 232 aus cod. germ. Monac. 144, f. 6ᵃ; gesafft von balsam, carpobalsamum Dief. 103ᵃ; aus dem gesaft wird ein wasser zugericht. Tabernaemontanus kräuterb. 804.
b)
von giftigen säften: nun ist aber der opium ain sollichs giftigs gesaft, das schlaffen und unentpfindtlichen macht. Zimm. chron. 2, 386, 22; das er die tag seins lebens nichs manlichs nie geiept (geübt) oder erfaren, wie vil er sich dessen unterstanden .. so soll es im allain der ursach halb begegnet sein, das man im den ruggen in seiner jugendt, gleichwol under einem andern schein, mit etlichen gesaften soll geriben haben. 4, 361, 31.
c)
appenz. gsaft, m. saft, zuckersaft (z. b. höntabeergsaft, himbeersyrup), aber auch obstmost, sowie reiner, unverdünnter obstwein Tobler 240ᵃ.
2)
vom gekochten fleischsaft: alt geisfleisch ist eins bösen, argen, ressen und stinkenden gesafts. Gesners thierbuch von Forer (1583) 59ᵃ; bockfleisch hat gar ein arges, bös gesaft. 61ᵇ.
3)
vom blut, den 'säften' des thierischen und menschlichen körpers: mhd.
du hâst smæhe vogels gesaft,
du maht wol haben ringe kraft (spricht der pfau zum kranich).
Mone zeitschr. 7, 353 (13. jh.);
nhd. sein fleisch sol ein gut gesafft und geblüt gebären. Gesners fischbusch von Forer 4ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3782, Z. 48.

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Zitationshilfe
„gesaft“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesaft>, abgerufen am 08.12.2021.

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