Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschäl, n.

geschäl, n.
1)
einfassung von bretern u. dgl., rand, auch das beschäl (bair. Schm.² 2, 394), subst. verb. zu schalen, mit bretern verkleiden, oder coll. zu schale, bret zum verkleiden (verschalen). vgl. geschär.
a)
das brunnengeschäl, einfassung des brunnens: umbgeschäl eins prunnens. Schm. a. a. o.; ain tufftstaines prungeschäll. ebenda (von 1613); margo, geschele, geschal, geschell, prunnengeschell, born geschelcz (mit md. z, s.ge II, 5, c, γ sp. 1616) Dief. 349ᵇ, nov. gl. 247ᵃ; tirol. brunnengschâl Schöpf 588. hierher gehört das th. 2, 437 unerklärte brunschel.
b)
das ofengeschäl, stangenwerk um den ländlichen ofen Schm., tirol. ofengschâl, ofengerüste, über welches man auf die s. g. ofenbrugk steigt Schöpf a. a. o.
c)
das geschäl, darein der bodenstein in der mühle eingefaszt Schm.; ferner: das viereggende holz uff 4 seulen wird das gescheel genennet, welches mit einem müllerstaub-leim wol verkleibet ist, damit das griesz nicht herauszrinne. Faulhaber bei Birlinger augsb. wb. 191ᵃ.
d)
tirol. das gschâl, wasserleitung mittels eines unterirdischen rinnsales (gesâle), besonders zur verhütung von muhren oder lahnen in abhängigen äckern. Schöpf a. a. o.
2)
coll. zu schale, bekleidung des messerheftes, tirol. das messergschâ, messerheft Schöpf a. a. o.
3)
coll. zu schale im metzgerhandwerk, dünnes fleischstück: köln. geschêls, rindfleisch auf den rippen Hönig 73ᵇ, verkürzt aus geschälze, s. unter 1, a.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3831, Z. 35.

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Zitationshilfe
„geschäl“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesch%C3%A4l>, abgerufen am 29.11.2021.

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