Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschämigkeit, f.

geschämigkeit, f.
1)
schamhaftigkeit, sittsamkeit, züchtigkeit: die geschämigkeit machet. Tacius bei Fronsperger 3, 225ᵃ; das uns ein natürliche geschämigkeit ist angeporen, dadurch uns leichtlich grauset vor solcher vermischunge der nechsten gefreunden. Vergilius von Alpinus 137ᵃ; züchtige preuch, die geschämigkeit des ehestandes. 207ᵇ; es ist auch (in der öffentlichen schule) das anschauen und gesicht ansehnlicher männer vorhanden, welches (den kindern) zu einer geschämigkeit dienet. Schuppius 732; durch ertödtung der geschämigkeit. Rotteck allg. gesch. 2, 280.
2)
schamgefühl, scheu: des Henrici Julii, hertzogs ausz Braunschweig, apophthegma ist also beschaffen, dasz ichs ausz kindischer geschämigkeit nit erzehlen kan. Schuppius 771; östr. gschamikeit, verschämtheit Seidl flinserln 322.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3833, Z. 76.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
geschlag gesellschaftsblick
Zitationshilfe
„geschämigkeit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesch%C3%A4migkeit>, abgerufen am 09.12.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)