Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschöszlein, n.

geschöszlein, n.
1)
geschöszlin, parvum jaculum Henisch 1544.
2)
kleiner schöszling, zweig: neüwe geschöszlin, flagella Pinicianus prompt. (1516) A 8ᵈ.
3)
ein dem hänfling nah verwandter vogel: geschöszlin, flachsfingk, Mosellanis ein stockfingk, linaria, quod in vitibus nidulatur Henisch 1544, rebschöszli, leinfink Tschudi thierleben d. alpenwelt 92, vielleicht auch benannt nach seiner art schuszweise zu fliegen Schm.² 2, 480, schössel ebd., scheszlin, canapellus Brack (1495) 49ᵃ; schöszlein, schösserlein, schoszling Nemnich 1, 1658. 1663;
die wachtel, die wachtel
gab im gar bald ein dachtel,
da machet ir das gschöszle
ein wunderbarlichs böszle.
Uhland volksl. 1, 41, 23.
4)
bair. ein geschoszl, allzu lebhaftes und dabei gedankenloses mädchen, 'das hin und her schieszt' Schm.² 2, 479. Delling 1, 214, in der Oberpfalz mädchen, das einen streich im kopf hat Zaupser 34, was an geschossen 'närrisch' erinnert.
5)
bair. das geschosl, die weiblichen theile, nach Schm. zu franz. chose, ital. cosa; Castelli wb. 280 giebt unter den jenischen ausdrücken das gschos, cunnus; vgl. jedoch geschösz 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3961, Z. 76.

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Zitationshilfe
„geschöszlein“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gesch%C3%B6szlein>, abgerufen am 06.12.2021.

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