Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschaffenheit, f.

geschaffenheit, f.
1)
was geschaffen ist, schöpfung: die wîle der wille stât unberüeret von allen crêâtûren unde von aller geschaffenheit, sô ist der wille frî. myst. 2, 67, 4 Pf. u. ö.; das schaf, und die ganze schafheit und geschaffenheit. Brentano 5, 387.
2)
das geschaffensein als eigenschaft endlicher wesen, im gegensatz zur ungeschaffenheit des unendlichen ewigen gottes: das der mensch in im (gott) ist in seiner geschaffenheit. Tauler (1521) 140ᵇ; got gibt da ein gezeügnusz, das der mensch ewiglich gewesen ist in got, in seiner ungeschaffenheit. ebd.; dasz des urhebers meinung nirgends sei, dasz die menschliche seele ihre geschaffenheit solle oder könne verlieren und durch die vergötterung in gott oder sein ungeschaffenes wesen verwandelt werden. Angelus Silesius cherub. wand. vorr.
3)
die beschaffenheit Schönsleder y 1ᵈ:
nach gschaffenheit irs standts und person.
Jac. Ayrer könig Podagra 43ᵇ;
(es soll) nach geschaffenhait des handls unparteiisch gericht ergeen. östr. weisth. 6, 503, 43 (von 1582); nach wichtigkeit der sachen und derselben geschaffenheit. Ayrer proc. 1, 2.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3814, Z. 37.

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Zitationshilfe
„geschaffenheit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschaffenheit>, abgerufen am 06.12.2021.

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