Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschart

geschart,
mit einer schare, einem zur stützung schräg angeschlagenen pfahl versehen: gescharte thürstöcke Jacobsson 4, 403ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3835, Z. 60.

scharen, schwaches verb.

scharen, schwaches verb.,
sociare, colligere, ahd. scarôn (Graff 6, 531), mhd. scharen, scharn, mnd. scharen, denominativum von ahd. scara, nhd. schar die heeresabtheilung.
1)
als altes kriegswort transitiv gebraucht für das zusammenordnen und aufstellen der heeresabtheilungen, zu einer schar sammeln und aufstellen: de keiser hadde en minre heer, dat scharede he, unde wolde mit en stridden. quelle bei Schiller-Lübben 4, 50ᵇ; als er sy also gescharet het, rit er und her Caynis auch mit zweihundert pferden den veinden entgegen. Tristrant u. Isalde 128, 11 Pfaff; in abtheilungen leiten:
do begunde ahten Hildebrant
wier si scharte in daʒ lant.
Biterolf 7362.
2)
auszerhalb militärischen sinnes, vereinigen, zusammen bringen überhaupt: er scharte eine anzahl ergebener um sich; in älterer sprache auch mit sächlichem object:
alle des herzen sinne
erglute sich darinne
an unsers herren minne,
dar uf sin leben er scharte,
wand in got dran bewarte.
pass. 193, 55 Köpke;
eʒ breitet sich und wil ouch sîn
ze solher mâʒe, swar manʒ schart.
Frauenlob 332, 16.
3)
das part. geschart in häufigem gebrauche; in militärischem sinne:
und als sî wurdin ir gewar,
zuhant sî ummewantin
und gescharit rantin
vîentlîch dî vîende an.
Jeroschin 114ᶜ;
rüsten heiszt er zur schlacht die hauptumlockten Achaier,
alle geschaart.
Voss Ilias 2, 29;
man siehts an den gewändern
und an der waffenart,
dasz sie aus gar viel ländern
zusammen sind geschart.
Rückert 159.
allgemein, vereint, verbunden:
die gedanke mîn si lücket,
vliegent zuo zir hin geschart.
minnes. 1, 202ᵇ Hagen;
denn solches los dem menschen wie den thieren ward,
nach deren urbild ich mir bessres bildete,
dasz eins dem andern, einzeln oder auch geschaart,
sich widersetzt, sich hassend aneinander drängt.
Göthe 40, 387;
des ganzen gaues bauern stehn um den ort geschart
und mitten hält zu rosse der alte Rauschebart.
Uhland ged. 361;
ich machte nach Dimjat eine reise,
wol versehen mit trank und speise,
wol aufgeräumt
und aufgezäumt
mit genossen geschaart
von gleicher art.
Rückert ges. werke (1882) 11, 248;
gedenkt der zeiten, da ihr oben (auf Rolandseck) wart!
der still und einsam, jener bunt geschaart,
der an der braut, der an des freundes arme.
Freiligrath dicht. 2, 144.
4)
scharen mit entsprechenden beisätzen in die bedeutung des sonderns, abtrennens übergegangen:
baʒ möhte man die bœsen von den biderben scharn.
Frauenlob 97, 7;
so volget ie die geitichait
untz in den tot, daʒ ist ein lait,
daʒ in von gotes huld schart.
Suchenwirt 32, 32.
5)
reflexives scharen, sich in eine schar zusammenschlieszen, vereinigen; auch hier, wie beim transitiven gebrauch, entweder im militärischen sinne:
für zweinzec tûsent si bekant
wârn, dô si sich scharten.
Wolfram Willeh. 15, 25;
got wil mit heldes handen
dort rechen sînen anden.
sich schar von manegen landen
des heilegeistes her.
Walther 78, 2.
oder allgemein, sich versammeln, sich zusammendrängen, sich vereinigen: alt und jung scharte sich längst der klostermauern. C. F. Meyer Jürg Jenatsch 2, 139; mit entsprechenden beisätzen, sich zu einem andern gesellen:
dô began sich zuo mir scharn
ungemüete und hôheʒ leit.
g. Gerhard 3982;
zehant ir euch tzu ainem schart,
der euch mit süʒʒen gelimphen
chan losen unde schimphen.
Suchenwirt 24, 235.
auch sich absondern, entfernen:
sich von der welde scharn
und in ein klôster varn.
liedersaal 3, 59.
6)
sich scharen, in der sprache der bergleute; von gängen, klüften, im streichen unter einem spitzen winkel auf einander treffen und entweder durch einander hindurch gehen oder auf eine kleinere oder gröszere strecke vereinigt bleiben und sich erst dann wieder trennen. Veith 403 (vgl. auch schargang): tut sich in der teuf ein andrer gang zu oder schart sich zu seinem gang, und er ist der eltest im felde, so treibet er die ander gewerkschaft aus. Mathesius bergpostille 58ᵇ; bis sich ein verwanter gang mit ihm schart. Novalis 1, 65; auch intransitiv: ein gang scharet dem andern zu. Campe.
7)
mundartlich in Baiern scharen, wie scharwerken, arbeiten. Schmeller 2, 443.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2179, Z. 1.

scharen, verb.

scharen, verb.
abhauen, behauen; bergmännisch treibepfähle schaaren Veith 404. scharen von fischen und fröschen, laichen Campe, gehört vielleicht nicht hierher.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 12 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2180, Z. 10.

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Zitationshilfe
„geschart“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschart>, abgerufen am 03.12.2021.

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