Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschau, n.

geschau, n.
subst. verb. zu schauen.
1)
aussehen, miene, blick: östr.-bair. ein wildes, finsteres, gutes, scharfes geschau haben. Schm.² 2, 350. Seidl flinserln 322. Hügel 72ᵃ.
2)
das anschauen: das geschau haben, kriegen, gegenstand der begaffung, verwunderung, neugierde sein Schmeller.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3835, Z. 74.

geschau, f.

geschau, f.
wie das einfache schau und beschau, die besichtigung.
1)
im allgemeinen: auff die geschau füeren, constituere ante oculos Schönsleder y 5ᵃ, etwas für die geschau führen Denzler 130ᵃ; auf die geschau arbeiten, ohne bestellung, blos für auswählende käufer, aber mehr den äuszern schein als die innere güte bezweckend Schm.² 2, 351.
2)
die baugeschau oder bauschau, die bräutigam oder braut im anwesen vornimmt, das erheiratet wird. Schm., schwäb. die geschau Birlinger 191ᵃ, schweiz. auf die gschaui reiten, fahren, Gotthelf geld u. geist 263, 274; ferner schwäb. die geschaubete, untersuchung des vermögens und anderer umstände derjenigen person, die man heiraten will, dann auch das verlöbnis Schmid 453 (b ist die verhärtung des ursprünglichen w, vgl. ahd. scouwôn, mhd. diu schouwe).
3)
die obrigkeitliche besichtigung und prüfung bei nahrungsmitteln, gewandstoffen, metallen, münzen, gewicht und masz, feuerstätten, vieh u. s. w., im alten Augsburg namentlich s. v. a. tuchgeschau, unterschieden in roh-, weisz und schwarz geschau, die tuche im rohen, gebleichten und gefärbten zustande betreffend Birlinger 190ᵃ fg. 392ᵃ. Schm. a. a. o.: und ist zu wissen, dasz dieselben dn. (groschen) so bös waren, dasz ain rat geschworn geschaw darüber setzt. Burkard Zink in städtechron. 5, 51, 31 (15. jahrh.); wissend weiter von den signatis visitatis, welche von den verordneten, geschwornen, nach genugsamer besichtigung und geschaw signiert werden: als da mit dem tuch geschicht, mit underschiedlichen merckern und sigeln, darumb dasz menniglich sehe und erkenne, dasz es an der geschwornen geschaw bestanden und für gerecht und gut erkannt worden. Paracelsus opp. 1, 909 A; basl. gschau, gschauji, viehschau Seiler 149ᵇ; harnaschgeschau, musterung Schm., schweiz. die gewehrgschaui, heerschau Stalder 2, 311; geschautag: also kamen kaufleut von München her und kauften barchattuech hie all geschau umb eitl schwartz gelt .. also schluegen die barchattuech auf von geschau zu geschau. städtechr. 5, 113, 21; geschaubehörde: geschau im spital der bresthaften (kranken), collegium medicorum xenodochiale Denzler 130ᵃ; in Zürich, wundgschau, collegium von ärzten, das wöchentlich im spittel sitzungen hält, wodurch kranke besichtiget, in einen kuraufenthalt angenommen und wieder entlassen werden. Stalder 2, 311.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3836, Z. 1.

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Zitationshilfe
„geschau“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschau>, abgerufen am 09.12.2021.

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