Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

Es wurden mehrere Einträge zu Ihrer Abfrage gefunden:

geschaufelt

geschaufelt,
mit schaufeln versehen: schweiz. geschaufeltes vieh, wiederkäuer nach dem wechsel von schneidezähnen (schaufeln), im gegensatze zu ungeschaufelten, welche noch sämtliche milchschneidezähne besitzen. Martiny milchwirtschaft 11ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3836, Z. 75.

schaufeln, verb.

schaufeln, verb.
(s. schaufel) pala projicere Schottel 1395, mhd. schûveln, schûfeln, mittelniederl. schuyffelen, mnd. schuffelen, nnd. schüffeln.
1)
mit der schaufel arbeiten: scheuflen S. Franck sprichw. 1, 84ᵃ; der landwirt soll im acker schaufeln und nicht in seinem hause (schätze grabend). Freytag handschr. 1, 75;
da macht es die mutter zur strafe dem knaben,
den weg durch die mauer zu brechen.
da musz er nun schaufeln, da musz er nun graben.
Rückert poet. werke (1882) 1, 166;
transitiv, mit der schaufel bereiten, schaffen: etliche hundert musten voran, und den schnee auf beyden seiten wegschauffeln, darauff folgte die armee. Weise erzn. 40 neudruck;
sei gutes mutes.
mühseliger tagelöhner,
schaufle geduldig
die dürre heide,
endlich gelangst du zur ruh'.
Götz 2, 194 Ramler.
vom bereiten des grabes durch die schaufeln:
der fröhner, der sucht in der erde schoosz,
da meynt er den schatz zu erheben,
er gräbt und schaufelt so lang er lebt,
und gräbt, bis er endlich sein grab sich gräbt.
Schiller Wallenst. lager 11;
todtengräber, schaufle mir ein grab.
immer tiefer
sinkt mein liebes vaterland hinab.
totengräber, schaufle mir ein grab.
Schubart (1829) 3, 32;
die leckersten braten widern ihn an,
er liebt nur dampfnudeln und Ossian;
er hüstelt schon, er magert ab,
die sehnsucht schaufelt sein frühes grab.
H. Heine 1, 335 Elster.
2)
mit schaufeln versehen: die reder schûffeln, die mühlräder mit schaufeln versehen. Mone zeitschr. 1, 181, ebenso die wasserräder schaufeln Campe.
3)
im niederd. hat schüffeln dialektisch verschiedene sonderbedeutungen entwickelt.
a)
so viel wie mischen, mengen, zunächst das getreide, dann auch die karten. brem. wb. 4, 704. Schütze 4, 77. daraus entwickelte sich die bedeutung von falsch spielen, betrügen, unterschleife machen. brem. wb. 4, 704. Campe.
b)
nachlässig und mit scharrenden füszen gehen, gleich als wollte man den sand oder staub fortschaufeln. brem. wb. 4, 703. Schütze 4, 77; im dreck schüffeln, im tiefen kot gehen. Dähnert 416.
c)
gierig essen, den mund voll nehmen: he kann brav schüfeln brem. wb. Schütze a. a. o.
d)
im Dithmarsischen, einem freier eine abschlägige antwort geben. brem. wb. 4, 703. vgl. unter schaufel 4.
e)
im westfälischen, der grundbedeutung von schaufel sehr nahe kommend, soviel wie mit der schaufel ebenen, gras und unkraut aus dem wege entfernen. Woeste 234.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2341, Z. 21.

Im ¹DWB stöbern

a b c d e f g h i
j k l m n o p q r
s t u v w x y z -
gernhaber geschlagen
Zitationshilfe
„geschaufelt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschaufelt>, abgerufen am 07.12.2021.

Weitere Informationen …


Weitere Informationen zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)