Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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gescheid, gescheit, adj. und adv.

gescheid, gescheit, adj. und adv.,
die richtige form ist gescheid, denn mhd. und älter nhd. geschîde, eigentlich 'geistig scharf sondernd und durchdringend', verbaladjectiv zu schîden, einer nebenform von scheiden, wie gefüge zu fügen; bei Luther geschiede (1, 524ᵇ) neben gescheid, schweiz. gschid, elsäsz. gschyd pfingstmontag 73;
das fröwlin was geschüdt,
wann es forcht syner hüt.
Jac. Hartlieb de fide meretr. bei Zarncke univ. 1, 86ᵇ (um 1500);
älter md. geschêde Germania 7, 362, ndrhein. geschêde Firmenich 1, 483, 44 (aus Düren); in gleicher bedeutung bescheid (Abr. a S. Clara bei Schm.² 2, 373, bescheide oder listig voc. von 1477, beschyde, expeditivus Dief. 218ᵃ, mhd. beschîde) und nd. schide, astutus Dief. 57ᵃ. seit dem 17. jahrh. aus falscher ableitung gescheut geschrieben und noch bis heute gesprochen, 'gescheut quod male scribunt gescheid, quasi idem sit quod modestus. est enim a scheuen, timere, exponiturque vexatus, omnia timens, suspicax, cautus et metonym. prudens, callidus' Stieler 1763:
sie müssen denn nicht klug, nicht wol gescheuet sein.
Lohenstein Ibr. 44;
dann er niemalen gescheuet noch witzig gewesen ist. Schuppius 526; das musz ein gescheuter mann sein. Lessing 1, 319; darum, weil die sprache eines volks gescheut und fein ist, darum ist nicht jeder fein und gescheut, der diese sprache redet. Herder 3, 234; einen gescheuten mann (prudens). Kant 5, 266 u. s. w.; Schiller schreibt gescheid und gescheut: der gescheide arzt II, 57, 16, ein gescheuter kopf IV, 328, 21; letzteres auch einige mal bei Göthe: obgleich dem gescheuten alles zuverlässig sein sollte. an frau v. Stein 1, 322, im reim auf heute:
möge stets so der gescheute
nutzend blumenzierde pflegen.
5, 16,
sonst ist in den werken meistens gescheidt gedruckt, z. b. 14, 261. 270. 20, 135. 210. 22, 215 u. s. w., auch gescheid 8, 75, gescheit 21, 133, gescheiter: weiter 4, 355. — die richtige ableitung erkannte schon Frisch: 'gescheid, der die annos discretionis hat, wie man sagt, der links und rechts unterscheiden kann, der in viel bescheid weisz' 2, 170ᵇ; vor der zeit wirdt niemand gescheid. Henisch 1531. vergl. auch bescheiden, expertus, discretus theil 1, 1556, 2 und das ahd. subst. gascait, gisceid, klare unterscheidung oder vorstellung.
1)
schlau, listig, verschlagen: ein geschider, astus Dief. 57ᵃ, gescheid, vafer, vulpinus Dasyp. E 6ᵃ, voll lists, versipellis Maaler 172ᵃ, gescheide, verschmitzt, panurgus Henisch 1533;
geselle lieber, hüete
al wege dîn, die merker sind geschîde.
Hadamar v. Laber 72;
dises dorf Wittershausen vor dem Schwarzwaldt, darinn vor jarn seer geschide, listige pawern gesessen und die ain solchen ruof irer geschwindigkait (pfiffigkeit) halben gehabt, das vil leut dozumal ires rats gephlegen. Zimm. chron. 1, 301, 14; also der listig gescheid liebhaber die bösen geitigen frawen zu seim willen bracht. Bocc. 81, 156ᵃ; wie ein junger münch durch seine gescheide list groszen unglucke entginge. 35, 32 Keller; dasz sie solche gescheide hohe list erdachten. buch d. liebe 312, 1; da sie (gnade) aber einen verschmitzten, gescheiten antrifft, und der einen groszen verstandt hat und sinnreich ist. Luther tischr. 95ᵃ; den gotweisen gescheiden mann Ulyssem. Schaidenreiszer 55ᵇ; dein muͦter (Penelope) ist daran schuldig, welche gescheid und listigklich mit uns (freiern) umgeet. 6ᵃ; wer andern schlingen legte, war gescheut, und wer den fallstrick entdeckte, hies vollends ein durchtriebener kopf. Heilmann Thucyd. 419; er ist gescheut oder verschlagen, im ganzen aber doch unklug. Kant 4, 37; aber mir wirst dasmal nicht z'gschid (mich wirst du nicht überlisten)! Felder Nümmamüllers 67; von thieren:
sô gar ein kundig fohe (fuchs)
sich dunket sô geschîde.
Hadamar v. Laber 432;
mit list hast an im nit,
der fuchs dem wolff ist viel zu gschied.
B. Waldis Es. 4, 94, 12 K.;
die schlange war gescheider, denn kein gethier. buch d. liebe 291, 3; bildlich: der apt was ein gescheider fuchs (accorto uomo). Bocc. 4, 11ᵇ.
2)
arglistig: geschid sin in boszheit, callere in malicia Dief. 90ᶜ; gescheider, arglistiger, astutus voc. 1482 m 4ᵃ; gescheid, arglistig, geschwind, callidus Calepinus (1570) 1617; boszhafftig, geschid, betruglich, malitiosus Maaler 75ᵃ, vgl. bösgescheid th. 2, 257;
und mag kein unheil dich verseren
oder kein geschider man vertören.
Konr. v. Dangkrotzheim namenb. 515;
vgl. wenn der grosze haufe einen boshaften menschen klug nennt, so hat er oft insofern recht, dasz derselbe wirklich verstand hat, aber darin hat er unrecht, dasz er ... nicht erkennt, einem solchen gescheiten aber boshaften menschen müsse eine weit höhere art von verstand fehlen. Garve anm. zu Cic. de off. 2, 14.
3)
klug, scharfen verstandes, im gegensatz zu dumm.
a)
gescheid, sagax, solers Dasyp. E 6ᵃ;
her (der vurste von Brunswic) ist wol geschide.
Haupts zeitschr. 13, 517;
den gescheiden nennet sy (die welt) einen luchsen.
meisterl. f. 23 nr. 245;
die nachtpauren glaubtens waren nicht gescheider.
nr. 229;
du scholt hin und her fliegen
und scholt gar gescheit sein,
so erkriegstu die notürft dein.
vogelgespräch 335 Haupts ztschr. 6, 101 (15. jh.);
keiser Sigmund, ein weltgescheid mann. S. Frank chron. (1551) 208ᵃ; nicht allein ein fromer, sondern auch ein weiser, gescheider, ja auch ein küner und kecker man. Luther deudsch katech. (1529) K 2ᵃ; wer in solchen sachen der geschickste und gescheideste ist. L 3ᵇ; der ich doch für einen ganz gescheidten und geschickten jungen zu gelten glaubte. Göthe 25, 8. 20, 135; einen halberwachsenen sohn, geradezu, aber gescheit und gutmüthig. 21, 133; Adelheid. ihr werdet nie gescheid werden! Liebetraut. wird man das, gnädige frau? 8, 55; ob er ihn glatt, oder über den kamm scheren wird, weis ich noch nicht. wenn er aber gescheid ist, so wird er ihn rechtschaffen zerkratzen. Lessing 3, 41; bist du doch nie dummer, als wenn du um gotteswillen gescheid sein soltest. Schiller III, 366; wer urtheilskraft in geschäften zeigt, ist gescheut. Kant 10, 217; ein gescheuter mensch ist ein richtig und praktisch, aber kunstlos urtheilender mensch. 225; das hat er nun eben nicht gescheut gemacht, herr vetter! H. L. Wagner kindermörd. 29; es gibt wenig menschen, die ein gescheutes gesicht machen können, wenn sie nach der sonne sehen. Lichtenberg 1, 212; der gescheideste einfall, den ein mensch in dieser lage nur haben kann. Schiller III, 496;
das bild am kopf (der pfeife) ist abgewischt;
wars dumm, wars ein gescheides.
Lenau neuere ged. 207.
b)
von thieren:
es must gar ain gescheider hunt sein,
der unterm tisch het gefunden ain pein.
fastn. sp. 783, 17;
die wölffe fressen auch offtmals die gescheiden hündlein. Mathesius Luther 99ᵇ; ein gescheider fuchs wird auch über das fuchsbret gerückt. hist. von Jesu Chr. 1, 52ᵇ;
man fengt auch ein gescheiden fuchs.
froschm. 1, 2, 14 M 2ᵇ;
der gescheid han mit dem listigen fuchs. H. Sachs 2, 4, 37; also fahet man die thörechten meus, so man in ein specklin auf die fallen legt, zu den gescheiden ratzen und katzen muͦsz man ein ander köder haben. S. Frank spr. 1, 122ᵇ; der gescheiden atzlen sein dannoch jre aier gestohlen. Henisch 1533.
c)
überaus klug, überklug: wir lernen eh arabisch, dann unser muͦtter zungen recht reden und schreiben, oder verkünstlents aber zu vil gescheid. S. Frank spr. 2, 12ᵃ; die gescheidten weiber, die das gras wachsen, die flöhe husten und die mucken niesen hören. (Ettner) med. maulaffe 1045, schweiz. er ist so gschid, er kört (gleich g'hört) fasts gräs wachsa. Tobler 234; ein weib, das sich gescheid dunckt, ist ein doppelt närrin. Henisch 1533; ausz gescheiden kinderen werden gecke. ebenda; siebengescheid, überaus klug Schm.² 2, 374, neungescheid, s. th. 7, 682.
4)
verständig, vernünftig, einsichtsvoll, besonnen.
a)
gscheid, verstendig Maaler 195ᵇ; so aber ein fraw weise ist, gescheide, fursichtig und wolredende in guten dingen. Albr. v. Eyb spiegel d. sitten 13ᵇ; wer mich liset, der mag gescheid und fürsichtig vermerket werden. vorr. C 4ᵇ;
(die mutter spricht zum gatten der tochter)
ir solt aber der gescheider sein.
wist ir denn nit, dasz zwen hart stein
malen weder sauber noch klein?
eins sol dem anderen nachgeben.
H. Sachs 17, 154, 30 Keller;
der gescheutere giebt nach. Serz 52ᵇ;
so bistu doch in dem nicht gscheid,
das du ihr den mutwillen zu sichst.
Jac. Ayrer schöne Melus. 1, 335ᵃ;
bist gescheid, so leid und meid. Henisch 1533; die — werden erst mit dem vierzigsten jahr gescheut, sero sapiunt hi Phryges Serz 53ᵃ; der (Adam) hätte gescheuter sein und lieber gar nichts zeugen sollen, als solches gesindel. J. Paul Siebenk. 1, 141.
b)
seinem gegensatze narr, thor gegenübergestellt: wann man anfangt gescheid sein, so will allweg ein narr im spil sein und ein bub mitlauffen. Henisch 1534; du bist ein gescheuter narr, stulte sapis Serz 53ᵃ; in der that, sehr lobenswürdige anstalten, die narren im respekt ... zu halten, damit die gescheiden es desto bequemer haben. Schiller II, 25 (räuber, schausp. 1, 1); der gescheidte soll den narren auf dem rücken tragen. Simrock sprichw. 3476; dem thoren ist der gescheute mann entgegengesetzt. Kant 10, 10; ein thor wird nur durch schaden und alter gescheut. ebenda.
c)
übertragen auf sachen und abstractionen: eine gescheute regimentsverfassung. Heilman Thucyd. 1105; ein gescheuter entschlus. 750; ich möchte doch wissen, was für eine geheime kraft in diesem albernen nahmen stecken soll! und das verbot ... ist nicht um ein haar gescheidter. Wieland 12, 168; setz ich nicht in jede bücherlotterie und erstehe die gescheutesten sachen? J. Paul flegelj. 1, 68; substantivisch: alles gescheidte ist schon gedacht worden, man musz nur versuchen, es noch einmal zu denken. Göthe 49, 21.
d)
nicht gescheid, nicht recht gescheid sein, etwas verrückt sein, einen sparren zu viel haben Rädlein 363ᵇ. Krämer 542ᵃ. Schöpf 597: ein seltsamer vogt, der unter dem badhütlein erschupft (eunuch) und nicht recht gescheide war. Katziporus K 6; im ausruf zu einem, der wunderliches thut oder erzählt, der sich unnöthige sorge macht u. s. w.: wenn man jemanden auf seine schwänke erwiedert 'ihr seid nicht klug', so ist das ein etwas platter ausdruck für 'ihr scherzt', oder 'ihr seid nicht gescheut'. Kant 10, 225; herr vetter, mit aller ehrfurcht von ihnen gesprochen! sie sind nicht gescheut. denken sie, dasz wir einen landstreicher heurathen wollen? C. F. Weisze lustsp. 2, 156; tirol. bisch gscheid? bist du bei troste? Schöpf a. a. o.
5)
vorsichtig: gescheid, behutsam, cautus, providus Henisch 1533. Maaler 195ᵇ.
6)
bescheid wissend, klar sehend, kundig:
nun wären wir gescheidt! das ist ein tolles wesen!
der teufel mag das ding nun auseinander lesen!
Göthe 7, 101;
er ist immer noch einmal so gescheid als einer, der vom rathhaus kommt. 14, 82; ich kan nicht gescheut aus dieser sache werden, nescio, quid hoc sibi velit Serz 53ᵃ; Jupiter. ich mag es wohl leiden, dasz die leute gescheider (aufgeklärter) werden. Wieland 25, 148; hier wird man mit schaden gescheid gemacht, hier heists sperr oculos. Rädlein 363ᵇ; obersächs. einen gescheid machen, ihn aufklären; in Nordböhmen, jemanden gescheit machen, ihn bestrafen und dadurch zur besinnung bringen Knothe 251. auch mit abhängigem casus,
a)
mit genitiv: auff ein zeit redt er mit seiner hausfrawen, welche auch nicht aller dingen geschid war. rollwagenb. 138, 21 Kurz; es ist kein narr, er ist seins vorteils gescheid. S. Frank spr. 1, 43ᵇ; sie sind der sachen viel zu gescheid. Fischart bienenk. 43;
gesellschafft suͦch disz streits gescheid.
J. v. Schwartzenberg 153ᵈ.
b)
mit dativ: eignen sachen ist niemand gescheid gnug. Henisch 1533; leipz. gescheit dem dinge! so ist es recht angefangen. Albrecht 122ᵃ.
7)
der viel gelernt hat, gelehrt: über alle meine lerer hastu mich geschiede gemacht, denn deine zeugnis sind meine auslage. Luther 1, 524ᵇ (8, 196, 16 Weim.); er ist gescheut genug, nimis doctus, scitus est Stieler 1763; ein gescheuter kerl, homo doctus Serz 52ᵇ;
zwar bin ich gescheidter als alle die laffen,
doctoren, magister, schreiber und pfaffen.
Göthe 12, 29 (Faust 366 Weim.).
8)
in verallgemeinerter anwendung.
a)
tüchtig, gut, vortrefflich, ordentlich, passend: es ist nun zeit, dasz ich ihnen (den jungen) einen gescheiden hofmeister halte. hisher habe ich den schulmeister lassen zu ihnen gehen. Rabener sat. 3, 18; so halt't doch eure mäuler dort, kann kein gescheit wort vor euch reden. Fr. Müller 1, 301; man hat gar zu wenig zeit zum lang und gescheid sprechen dahier. Wieland an Merck (1835) 223; eine gescheute stunde, bona horula Serz 53ᵃ; bair. e gscheids bier, e gscheids feuer. Schm.² 2, 374; leipz. er hat keine gescheiten stiefel mehr. es ist nichts gescheites zu essen da. Albrecht 122ᵃ; ein spiel, an dem nichts gescheutes ist, ludus gravitate carens Serz 53ᵃ;
da musz es was gescheidtes werden.
Göthe 12, 124 (Faust 2443 Weim.);
weil er der Hedibia nichts gescheiders zu antworten wuszte. Lessing 10, 110; elliptisch für 'es wäre besser, gerathener': tirol. mar bleibn decht gscheidar banond. Schöpf 597.
b)
bair. gscheide weis, auf vernünftige art, im ernst Schm.² 2, 374.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3846, Z. 44.

gescheide, gescheid, n.

gescheide, gescheid, n.
verbalsubst. zu scheiden, ahd. keskeite, n. neben dem mutmaszlich masc. gascait, gisceid, distinctio, divisio, distantia, divortium, bescheid (Otfr. 1, 28, 3), einer verstärkung des masc. sceit, das auch in untarsceid vorliegt, mhd. gescheide und gescheit, mnd. gescheid, gescheit.
1)
das scheiden, die trennung:
alsus wart da ein gescheit
van Karle ind van Galyen.
Karlmeinet 60, 3. 99, 20. 335, 21;
it geit zû deme gescheide.
Marienlieder in Haupts ztschr. 10, 24, 18 u. ö.
2)
das scheiden eines zwistes, die versöhnung: mnd. as dan ein gutlich gescheit tuschen .. bededingt ist. Schiller-Lübben 2, 76ᵃ; das richterliche recht der entscheidung oder schlichtung: man sol ouch dem meiger verbürgen das gescheid. weisth. 4, 23 (Elsasz, von 1354).
3)
scheidelinie, grenze, confinium Hayme 241, vgl. geschid: mit soliche gedinge, daʒ die selben entlehentiu swin für das gescheide (des kirchspels) nüt enkomen. Mone zeitschr. 7, 217 (von 1288); nüt löfen (laufen) über kein gescheit. Straszburger verordn. 175 Brucker (14. jahrh.); wo ein furster durch den walt ridet, oder an sinem gescheide, hort he dan einen hauwen in eins andern ampte .. weisth. 3, 430 (Wetterau, von 1380); ein meiger zu Tungen sol da richten umb gescheid mit den hubern daselbst, oder umb undergang oder misbuwen, es si in acker, reben, veld oder matten. 1, 367; were is sache, dasz sich zween schlugen off dem gescheide der gemarck, wo dann der mann hine fiele, do fyle auch die busze hine. 491 (von 1455); 'gschaid, ein kleines verhäck oder landes gewöhnlicher zaun zur absönderung zweier mit ihren gründen zusammengränzender nachbarn' östr. weisth. 6, 601ᵇ: das geschaid der wald und die pigmerk (grenzzäune), so dan sein zwischen der abbtesin zu Göss und der burger zu Leoben. 303, 15 (15. jahrh.); die pimerkung und alle geschaid, so zu den güetern und grunten gehorent. 164, 26 u. ö., als flurname 106, 37 u. ö.: daʒ geschait ze Pfæter ist 5 tagwerh. mon. boica 36, 2, 240 (von 1364).
4)
scheidepunkt.
a)
trennung des bachs in zwei rinnsale: von des gescheids und ychunge (bemessung des wasserstands durch eingesetzte aichpfähle) wegen der bache, die durch Spier fluszet, ist von alter herkommen, wann die von Spier ire anzale (wassermenge) der bach, das ist nemlich ein dritteile, nit haben durch die stat fliszende, so haben sie zween ycher, und myn herre von Spier zween, die daruber gesworn haben, die bach an dem gescheide obwendig Heyenhoffen also zu ychen, das zweiteile in die altbach durch Heyenhoven flieszen sol, und das dritteil uszwendig Heyenhoven fur in die bach, die durch Spyer flüszet. Mone zeitschr. 3, 183 (von 1446).
b)
bildlich: ahd. presens keskeite dero temporum ist unde aber praeteritum ioh futurum selbin die tempora sint. Notker aristotel. abhh. 82, 145.
5)
basl. das gschaid, die markcommission, früher (bis 1831) das markgericht Seiler 149ᵇ. vgl. gescheidherr.
6)
ende am hirschgeweih: es sol für einen jagbarn hirsch gehalten werden, der an dem gewicht acht geschaiden hat. gejaidsordn. von 1616 bei Schm.² 2, 372.
7)
das gescheid, ein hohlmasz für getreide und früchte in Frankfurt a. M., in der Pfalz und in Schwaben, gleich 1⁄8 metze Adelung. Jacobsson 2, 65ᵃ. Weber öcon. lex. 192ᵃ, im Ruckgau Schm.² 2, 374: zu korn oder getreide brauchet man malter, mesten, sechter und gescheid. Garzoni schauplatz 226ᵃ; am unteren Main sind vier gescheidte ein kumpf, vier kümpfe ein simmer, vier simmer ein malter Pfister 246. 314; in früherer zeit von gröszerem inhalt: so soll er (müller) von einem malter nit mer dann ein geschaide, das ist 1⁄2 mezen oder 2 mühlmetzen, nehmen. weisth. 6, 44 (Rotenfels am Main, von 1494).
8)
weidmännisch das gescheide, magen und gedärme des wildes Zinck öcon. lex. 927, z. b. des hirsches Döbel jägerpract. 18ᵇ, des wildschweins 25ᵇ, des auerhahns 45ᵇ, der schnepfe 49ᵇ, dann auch des hundes Kehrein weidm. 138, nach des letzteren meinung 'das aus dem erlegten wild auszuscheidende': werft das gescheite (das eingeweide) in den busch für die füchse! Gutzkow zauberer 6, 22.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3849, Z. 56.

gescheid, gescheit, adj. und adv.

gescheid, gescheit, adj. und adv.,
die richtige form ist gescheid, denn mhd. und älter nhd. geschîde, eigentlich 'geistig scharf sondernd und durchdringend', verbaladjectiv zu schîden, einer nebenform von scheiden, wie gefüge zu fügen; bei Luther geschiede (1, 524ᵇ) neben gescheid, schweiz. gschid, elsäsz. gschyd pfingstmontag 73;
das fröwlin was geschüdt,
wann es forcht syner hüt.
Jac. Hartlieb de fide meretr. bei Zarncke univ. 1, 86ᵇ (um 1500);
älter md. geschêde Germania 7, 362, ndrhein. geschêde Firmenich 1, 483, 44 (aus Düren); in gleicher bedeutung bescheid (Abr. a S. Clara bei Schm.² 2, 373, bescheide oder listig voc. von 1477, beschyde, expeditivus Dief. 218ᵃ, mhd. beschîde) und nd. schide, astutus Dief. 57ᵃ. seit dem 17. jahrh. aus falscher ableitung gescheut geschrieben und noch bis heute gesprochen, 'gescheut quod male scribunt gescheid, quasi idem sit quod modestus. est enim a scheuen, timere, exponiturque vexatus, omnia timens, suspicax, cautus et metonym. prudens, callidus' Stieler 1763:
sie müssen denn nicht klug, nicht wol gescheuet sein.
Lohenstein Ibr. 44;
dann er niemalen gescheuet noch witzig gewesen ist. Schuppius 526; das musz ein gescheuter mann sein. Lessing 1, 319; darum, weil die sprache eines volks gescheut und fein ist, darum ist nicht jeder fein und gescheut, der diese sprache redet. Herder 3, 234; einen gescheuten mann (prudens). Kant 5, 266 u. s. w.; Schiller schreibt gescheid und gescheut: der gescheide arzt II, 57, 16, ein gescheuter kopf IV, 328, 21; letzteres auch einige mal bei Göthe: obgleich dem gescheuten alles zuverlässig sein sollte. an frau v. Stein 1, 322, im reim auf heute:
möge stets so der gescheute
nutzend blumenzierde pflegen.
5, 16,
sonst ist in den werken meistens gescheidt gedruckt, z. b. 14, 261. 270. 20, 135. 210. 22, 215 u. s. w., auch gescheid 8, 75, gescheit 21, 133, gescheiter: weiter 4, 355. — die richtige ableitung erkannte schon Frisch: 'gescheid, der die annos discretionis hat, wie man sagt, der links und rechts unterscheiden kann, der in viel bescheid weisz' 2, 170ᵇ; vor der zeit wirdt niemand gescheid. Henisch 1531. vergl. auch bescheiden, expertus, discretus theil 1, 1556, 2 und das ahd. subst. gascait, gisceid, klare unterscheidung oder vorstellung.
1)
schlau, listig, verschlagen: ein geschider, astus Dief. 57ᵃ, gescheid, vafer, vulpinus Dasyp. E 6ᵃ, voll lists, versipellis Maaler 172ᵃ, gescheide, verschmitzt, panurgus Henisch 1533;
geselle lieber, hüete
al wege dîn, die merker sind geschîde.
Hadamar v. Laber 72;
dises dorf Wittershausen vor dem Schwarzwaldt, darinn vor jarn seer geschide, listige pawern gesessen und die ain solchen ruof irer geschwindigkait (pfiffigkeit) halben gehabt, das vil leut dozumal ires rats gephlegen. Zimm. chron. 1, 301, 14; also der listig gescheid liebhaber die bösen geitigen frawen zu seim willen bracht. Bocc. 81, 156ᵃ; wie ein junger münch durch seine gescheide list groszen unglucke entginge. 35, 32 Keller; dasz sie solche gescheide hohe list erdachten. buch d. liebe 312, 1; da sie (gnade) aber einen verschmitzten, gescheiten antrifft, und der einen groszen verstandt hat und sinnreich ist. Luther tischr. 95ᵃ; den gotweisen gescheiden mann Ulyssem. Schaidenreiszer 55ᵇ; dein muͦter (Penelope) ist daran schuldig, welche gescheid und listigklich mit uns (freiern) umgeet. 6ᵃ; wer andern schlingen legte, war gescheut, und wer den fallstrick entdeckte, hies vollends ein durchtriebener kopf. Heilmann Thucyd. 419; er ist gescheut oder verschlagen, im ganzen aber doch unklug. Kant 4, 37; aber mir wirst dasmal nicht z'gschid (mich wirst du nicht überlisten)! Felder Nümmamüllers 67; von thieren:
sô gar ein kundig fohe (fuchs)
sich dunket sô geschîde.
Hadamar v. Laber 432;
mit list hast an im nit,
der fuchs dem wolff ist viel zu gschied.
B. Waldis Es. 4, 94, 12 K.;
die schlange war gescheider, denn kein gethier. buch d. liebe 291, 3; bildlich: der apt was ein gescheider fuchs (accorto uomo). Bocc. 4, 11ᵇ.
2)
arglistig: geschid sin in boszheit, callere in malicia Dief. 90ᶜ; gescheider, arglistiger, astutus voc. 1482 m 4ᵃ; gescheid, arglistig, geschwind, callidus Calepinus (1570) 1617; boszhafftig, geschid, betruglich, malitiosus Maaler 75ᵃ, vgl. bösgescheid th. 2, 257;
und mag kein unheil dich verseren
oder kein geschider man vertören.
Konr. v. Dangkrotzheim namenb. 515;
vgl. wenn der grosze haufe einen boshaften menschen klug nennt, so hat er oft insofern recht, dasz derselbe wirklich verstand hat, aber darin hat er unrecht, dasz er ... nicht erkennt, einem solchen gescheiten aber boshaften menschen müsse eine weit höhere art von verstand fehlen. Garve anm. zu Cic. de off. 2, 14.
3)
klug, scharfen verstandes, im gegensatz zu dumm.
a)
gescheid, sagax, solers Dasyp. E 6ᵃ;
her (der vurste von Brunswic) ist wol geschide.
Haupts zeitschr. 13, 517;
den gescheiden nennet sy (die welt) einen luchsen.
meisterl. f. 23 nr. 245;
die nachtpauren glaubtens waren nicht gescheider.
nr. 229;
du scholt hin und her fliegen
und scholt gar gescheit sein,
so erkriegstu die notürft dein.
vogelgespräch 335 Haupts ztschr. 6, 101 (15. jh.);
keiser Sigmund, ein weltgescheid mann. S. Frank chron. (1551) 208ᵃ; nicht allein ein fromer, sondern auch ein weiser, gescheider, ja auch ein küner und kecker man. Luther deudsch katech. (1529) K 2ᵃ; wer in solchen sachen der geschickste und gescheideste ist. L 3ᵇ; der ich doch für einen ganz gescheidten und geschickten jungen zu gelten glaubte. Göthe 25, 8. 20, 135; einen halberwachsenen sohn, geradezu, aber gescheit und gutmüthig. 21, 133; Adelheid. ihr werdet nie gescheid werden! Liebetraut. wird man das, gnädige frau? 8, 55; ob er ihn glatt, oder über den kamm scheren wird, weis ich noch nicht. wenn er aber gescheid ist, so wird er ihn rechtschaffen zerkratzen. Lessing 3, 41; bist du doch nie dummer, als wenn du um gotteswillen gescheid sein soltest. Schiller III, 366; wer urtheilskraft in geschäften zeigt, ist gescheut. Kant 10, 217; ein gescheuter mensch ist ein richtig und praktisch, aber kunstlos urtheilender mensch. 225; das hat er nun eben nicht gescheut gemacht, herr vetter! H. L. Wagner kindermörd. 29; es gibt wenig menschen, die ein gescheutes gesicht machen können, wenn sie nach der sonne sehen. Lichtenberg 1, 212; der gescheideste einfall, den ein mensch in dieser lage nur haben kann. Schiller III, 496;
das bild am kopf (der pfeife) ist abgewischt;
wars dumm, wars ein gescheides.
Lenau neuere ged. 207.
b)
von thieren:
es must gar ain gescheider hunt sein,
der unterm tisch het gefunden ain pein.
fastn. sp. 783, 17;
die wölffe fressen auch offtmals die gescheiden hündlein. Mathesius Luther 99ᵇ; ein gescheider fuchs wird auch über das fuchsbret gerückt. hist. von Jesu Chr. 1, 52ᵇ;
man fengt auch ein gescheiden fuchs.
froschm. 1, 2, 14 M 2ᵇ;
der gescheid han mit dem listigen fuchs. H. Sachs 2, 4, 37; also fahet man die thörechten meus, so man in ein specklin auf die fallen legt, zu den gescheiden ratzen und katzen muͦsz man ein ander köder haben. S. Frank spr. 1, 122ᵇ; der gescheiden atzlen sein dannoch jre aier gestohlen. Henisch 1533.
c)
überaus klug, überklug: wir lernen eh arabisch, dann unser muͦtter zungen recht reden und schreiben, oder verkünstlents aber zu vil gescheid. S. Frank spr. 2, 12ᵃ; die gescheidten weiber, die das gras wachsen, die flöhe husten und die mucken niesen hören. (Ettner) med. maulaffe 1045, schweiz. er ist so gschid, er kört (gleich g'hört) fasts gräs wachsa. Tobler 234; ein weib, das sich gescheid dunckt, ist ein doppelt närrin. Henisch 1533; ausz gescheiden kinderen werden gecke. ebenda; siebengescheid, überaus klug Schm.² 2, 374, neungescheid, s. th. 7, 682.
4)
verständig, vernünftig, einsichtsvoll, besonnen.
a)
gscheid, verstendig Maaler 195ᵇ; so aber ein fraw weise ist, gescheide, fursichtig und wolredende in guten dingen. Albr. v. Eyb spiegel d. sitten 13ᵇ; wer mich liset, der mag gescheid und fürsichtig vermerket werden. vorr. C 4ᵇ;
(die mutter spricht zum gatten der tochter)
ir solt aber der gescheider sein.
wist ir denn nit, dasz zwen hart stein
malen weder sauber noch klein?
eins sol dem anderen nachgeben.
H. Sachs 17, 154, 30 Keller;
der gescheutere giebt nach. Serz 52ᵇ;
so bistu doch in dem nicht gscheid,
das du ihr den mutwillen zu sichst.
Jac. Ayrer schöne Melus. 1, 335ᵃ;
bist gescheid, so leid und meid. Henisch 1533; die — werden erst mit dem vierzigsten jahr gescheut, sero sapiunt hi Phryges Serz 53ᵃ; der (Adam) hätte gescheuter sein und lieber gar nichts zeugen sollen, als solches gesindel. J. Paul Siebenk. 1, 141.
b)
seinem gegensatze narr, thor gegenübergestellt: wann man anfangt gescheid sein, so will allweg ein narr im spil sein und ein bub mitlauffen. Henisch 1534; du bist ein gescheuter narr, stulte sapis Serz 53ᵃ; in der that, sehr lobenswürdige anstalten, die narren im respekt ... zu halten, damit die gescheiden es desto bequemer haben. Schiller II, 25 (räuber, schausp. 1, 1); der gescheidte soll den narren auf dem rücken tragen. Simrock sprichw. 3476; dem thoren ist der gescheute mann entgegengesetzt. Kant 10, 10; ein thor wird nur durch schaden und alter gescheut. ebenda.
c)
übertragen auf sachen und abstractionen: eine gescheute regimentsverfassung. Heilman Thucyd. 1105; ein gescheuter entschlus. 750; ich möchte doch wissen, was für eine geheime kraft in diesem albernen nahmen stecken soll! und das verbot ... ist nicht um ein haar gescheidter. Wieland 12, 168; setz ich nicht in jede bücherlotterie und erstehe die gescheutesten sachen? J. Paul flegelj. 1, 68; substantivisch: alles gescheidte ist schon gedacht worden, man musz nur versuchen, es noch einmal zu denken. Göthe 49, 21.
d)
nicht gescheid, nicht recht gescheid sein, etwas verrückt sein, einen sparren zu viel haben Rädlein 363ᵇ. Krämer 542ᵃ. Schöpf 597: ein seltsamer vogt, der unter dem badhütlein erschupft (eunuch) und nicht recht gescheide war. Katziporus K 6; im ausruf zu einem, der wunderliches thut oder erzählt, der sich unnöthige sorge macht u. s. w.: wenn man jemanden auf seine schwänke erwiedert 'ihr seid nicht klug', so ist das ein etwas platter ausdruck für 'ihr scherzt', oder 'ihr seid nicht gescheut'. Kant 10, 225; herr vetter, mit aller ehrfurcht von ihnen gesprochen! sie sind nicht gescheut. denken sie, dasz wir einen landstreicher heurathen wollen? C. F. Weisze lustsp. 2, 156; tirol. bisch gscheid? bist du bei troste? Schöpf a. a. o.
5)
vorsichtig: gescheid, behutsam, cautus, providus Henisch 1533. Maaler 195ᵇ.
6)
bescheid wissend, klar sehend, kundig:
nun wären wir gescheidt! das ist ein tolles wesen!
der teufel mag das ding nun auseinander lesen!
Göthe 7, 101;
er ist immer noch einmal so gescheid als einer, der vom rathhaus kommt. 14, 82; ich kan nicht gescheut aus dieser sache werden, nescio, quid hoc sibi velit Serz 53ᵃ; Jupiter. ich mag es wohl leiden, dasz die leute gescheider (aufgeklärter) werden. Wieland 25, 148; hier wird man mit schaden gescheid gemacht, hier heists sperr oculos. Rädlein 363ᵇ; obersächs. einen gescheid machen, ihn aufklären; in Nordböhmen, jemanden gescheit machen, ihn bestrafen und dadurch zur besinnung bringen Knothe 251. auch mit abhängigem casus,
a)
mit genitiv: auff ein zeit redt er mit seiner hausfrawen, welche auch nicht aller dingen geschid war. rollwagenb. 138, 21 Kurz; es ist kein narr, er ist seins vorteils gescheid. S. Frank spr. 1, 43ᵇ; sie sind der sachen viel zu gescheid. Fischart bienenk. 43;
gesellschafft suͦch disz streits gescheid.
J. v. Schwartzenberg 153ᵈ.
b)
mit dativ: eignen sachen ist niemand gescheid gnug. Henisch 1533; leipz. gescheit dem dinge! so ist es recht angefangen. Albrecht 122ᵃ.
7)
der viel gelernt hat, gelehrt: über alle meine lerer hastu mich geschiede gemacht, denn deine zeugnis sind meine auslage. Luther 1, 524ᵇ (8, 196, 16 Weim.); er ist gescheut genug, nimis doctus, scitus est Stieler 1763; ein gescheuter kerl, homo doctus Serz 52ᵇ;
zwar bin ich gescheidter als alle die laffen,
doctoren, magister, schreiber und pfaffen.
Göthe 12, 29 (Faust 366 Weim.).
8)
in verallgemeinerter anwendung.
a)
tüchtig, gut, vortrefflich, ordentlich, passend: es ist nun zeit, dasz ich ihnen (den jungen) einen gescheiden hofmeister halte. hisher habe ich den schulmeister lassen zu ihnen gehen. Rabener sat. 3, 18; so halt't doch eure mäuler dort, kann kein gescheit wort vor euch reden. Fr. Müller 1, 301; man hat gar zu wenig zeit zum lang und gescheid sprechen dahier. Wieland an Merck (1835) 223; eine gescheute stunde, bona horula Serz 53ᵃ; bair. e gscheids bier, e gscheids feuer. Schm.² 2, 374; leipz. er hat keine gescheiten stiefel mehr. es ist nichts gescheites zu essen da. Albrecht 122ᵃ; ein spiel, an dem nichts gescheutes ist, ludus gravitate carens Serz 53ᵃ;
da musz es was gescheidtes werden.
Göthe 12, 124 (Faust 2443 Weim.);
weil er der Hedibia nichts gescheiders zu antworten wuszte. Lessing 10, 110; elliptisch für 'es wäre besser, gerathener': tirol. mar bleibn decht gscheidar banond. Schöpf 597.
b)
bair. gscheide weis, auf vernünftige art, im ernst Schm.² 2, 374.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3846, Z. 44.

gescheit, n.

gescheit, n.
collectiv. zu scheit, scheitholz: fünf klaftern gescheit auch mit samt den afterschlägen. brandenb.-kulmb. waldordnung von 1531 bei Fritsch corp. jur. ven. 3, 338ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3852, Z. 57.

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Zitationshilfe
„gescheid“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gescheid>, abgerufen am 01.12.2021.

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