Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschelle, n.

geschelle, n.
1)
geklingel, subst. verb. zu schellen: geschelle, frequens nolarum tinnitus Frisch 2, 172ᶜ; er klingelte auf das heftigste. als auf dieses geschell ein groszer heiduck hereintrat .. E. M. Arndt erinnerungen 168.
2)
coll. zu schelle, schellen am reitzeuge, s. Schultz höf. leben² 1, 495 fg.: mhd.
dâ lac ûf ein gereite ...
geschelle und bogen verrêret.
Parziv. 257, 3;
surzengel, satel, geschelle
von dirre hurte gar zebrast.
295, 26;
das schellengeläute an den pferden, basl. gschäll Seiler 149ᵇ: ich (pferd) hatte das prächtigste sattel und zeug, und ein geschell, das die schönste musik von der welt machte, wenn ich gieng. Wieland Lucian 4, 285; ein fuhrwerk, ein rosz mit einem mächtigen geschell. J. Gotthelf 19, 3.
3)
geschell, die kinnbacken an den pferden Höfer wb. 1, 288; oberlaus. geschelle, die kiemen der fische Anton 8, 12. Höfer sieht es als collectivbildung zu schale an.
4)
zwist, streit, s. unter geschälle 4.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3852, Z. 65.

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Zitationshilfe
„geschelle“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschelle>, abgerufen am 06.12.2021.

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