Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschellt

geschellt,
schellenförmig, glockenartig: an den stengeln gewinnet es runde hole geschellte blumen. Tabernaemontanus 949.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3853, Z. 8.

schellen, verb.

schellen, verb.
1)
tönen, ahd. schellan, prät. schal Graff 6, 475. 476, mhd. schellen, schal Lexer mhd. handwb. 2, 692, nhd. in schallen aufgegangen (s. dieses), als selbständiges verb. nur im älteren nhd. und in mundarten fortlebend (so im cimbr. Schm. cimbr. wb. 227ᵇ, schweiz. als mit getöse umherschwärmen Stalder 2, 313, vgl. schallen oben sp. 2094 ε). der versuch, es wieder in die neuere schriftsprache einzuführen, von dem der unten angeführte beleg aus Tieck zeugnis gibt, ist erfolglos geblieben: auch sol ein burger ... fischen so weit der glocken clang clenget oder schillet. weisth. 3, 336 (15. jh.); es schillt mir in die ohren, aures inde tinniunt. Stieler 1725; indem andre noch zum überflusz auf dreier- und groschen - trompetchen oder schällenden pfeifchen die widerwärtigsten töne hervorbrachten. Tieck ges. novellen 2, 66;
hunds bitt und bellen,
thut nicht in himmel schellen.
Andr. Gartneri dicteria proverbialia (Frankf. 1598) 83ᵃ;
sie hauen also zu, dasz beyder wafen schällen,
als wie ein sturm-geläut.
Rompler 105.
weidmännisch von dem ton, den das elenwild hervorbringt, indem es mit dem oberrücken an die ballen anschlägt. Behlen 5, 469.
2)
ertönen machen, ahd. skalljan, skellan Graff 6, 476, mhd. schellen (mit umlauts-e), schalte Lexer mhd. handwb. 2, 693, ebenfalls nur im älteren nhd. fortlebend:
der wechter ob dem kasten
den hellen tag verkunt,
er tet sein hörnlein schellen.
Uhland volksl.² 141.
3)
ein neueres selbständiges wort ist wahrscheinlich schellen, die schelle ertönen lassen, das zu schelle gebildet scheint wie hammern zu hammer. vgl. Weigand 2, 562: ich glaub' ich wäre noch dabey, wenn die gnädige frau nicht geschellt hätte. Wieland 9, 60; er schellt. Schiller räuber schauspiel 4, 2; in gottesdienstlicher handlung:
und als des sanctus worte kamen,
da schellt er dreimal bei dem nahmen.
Schiller 11, 253;
der sigrist muszte mit dem glöcklein schellen.
Tell 3, 3.
auch unpersönlich es schellt, die schelle ertönt. ein sprichwort sagt wo geschellt wird, sind glocken. Simrock 170, 3707, nach Wander 4, 128 mit der bedeutung 'wo üble gerüchte umlaufen, müssen sie durch irgend etwas veranlaszt sein'. aus oberdeutschen mundarten führt Wander am gleichen ort an es het em g'schällt oder mit ihm hat's g'schället, mit seinem leben, seinem vermögen gehts zu ende. so sagt man auch, z. b. in Frankfurt am Main, allgemein es hat geschellt, jetzt hats geschellt, es ist aus, hat ein ende; anknüpfend an den brauch in der messe, wo der klang einer schelle die erfolgte wandlung und das ende der gottesdienstlichen handlung ankündigt.
4)
schellen in der bedeutung 'zerbrochen, gestoszen, erschüttert werden', das nach Lexer mhd. handwb. 2, 693 ursprünglich dasselbe wort ist wie schellen 1, oder ihm etymologisch sehr nahe steht, begegnet auch mhd. nur im compositum zerschellen, das heute jedoch auch in intransitiver bedeutung schwach flectiert.
5)
dem unter 2 erwähnten schwachen verbum sehr nahe steht jedenfalls das mhd. mehrfach belegte transitive schellen in der bedeutung 'stoszen, zerbrechen' Lexer mhd. handwb. 2, 693, das heute nur im transitiven zerschellen fortlebt. im älteren nhd. begegnet noch das simplex: aicheln vom baum schellen, abschlagen. quelle von 1721 bei Schmeller 2, 396.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 13,14 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2496, Z. 26.

schellen, verb.

schellen, verb.
enucleare, s. schälen oben sp. 2064.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 14 (1893), Bd. VIII (1893), Sp. 2497, Z. 7.

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gernhaber geschlagen
Zitationshilfe
„geschellt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschellt>, abgerufen am 28.11.2021.

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