Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

gescheuche, n.

gescheuche, n.
subst. verb. zu scheuchen.
1)
das scheuchen als handlung: ein gescheuch, gejegde und zutrennen (bei christenverfolgungen). Luther 3, 313ᵇ; das gescheuch und gejag. Auerbach edelweisz 207.
2)
schreckbild, scheusal, wie das fem. scheuche, mhd. geschiuhe, geschiuwe, verkürzt geschiu, geschû, nhd. gescheuche, selten gescheu, in md. mundarten geschêche Albrecht 121ᵇ. Göpfert dial. aus dem Erzgeb. 1, 43. Knothe 251, oberlaus. gespenst Kieszling 33: falsch bild und geschiuche der tiufel an beten. Zürch. jahrb. 47; eʒ was ein man, der was als grosz geswollen als ein geschiuhe. leben d. h. Dominicus 64 (14. jahrh.) bei Lexer 3, nachtr. 199; geschiuwe und merwunder. Walther v. Bheinau Marienleben 11, 43 Keller; meldet er, dasz die frawen die hörner und geschew auff jren häuptern trügen, dem teuffel nicht ungleich, der auch solcher masz gehörnet were. buch d. liebe 289, 2. popanz zum verscheuchen der vögel und hasen in feld und garten:
ir gent (gebt) frid als ein geschiuwe
in einer gersten (gerstenfeld).
minnesinger 2, 94ᵃ Bodmer;
diese gebilde, vogelscheuchen, gescheuche oder gescheche, wie sie der gemeine mann nennt. Tieck novellenkr. 4, 22; im verächtlichen sinne geschêch, nachlässig gekleidetes frauenzimmer Göpfert mundart d. Erzgeb. 32.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 9 (1892), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3856, Z. 38.

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Zitationshilfe
„gescheuche“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/gescheuche>, abgerufen am 03.12.2021.

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