Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschiefert

geschiefert,
mit schiefer gedeckt Otte arch. wb. 81.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3885, Z. 39.

schiefern, adj.

schiefern, adj.
aus schiefer bestehend: ich dencke das man noch mit eisern griffeln auff wixene tafeln geschrieben, welchs vor alters sehr gemein gewesen, wie man hernach mit silbern stefften auf die hültzern weissen plancketen oder tefelein, oder mit bleyenen auff die gefirnsten pergamenenen und mit dinten auff die eselsheute, und jetzt auff schiferne tafeln mit schiferstein oder auffs papier mit einem newen unnd selbwachssenen metall zu schreiben pfleget. Mathesius Sarepta 103ᵇ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1894), Bd. IX (1899), Sp. 6, Z. 52.

schiefern, verb.

schiefern, verb.,
auch reflexiv, aus mhd. schiveren Lexer 2, 764, mnld. scheveren.
1)
splittern, zersplittern, in dünnen blattartigen oder flachen stücken abspalten, abspringen, se dilaminare Frisch 2, 178ᵇ. Stieler 1780. Steinbach 410. Schöpf 609:
die tiost wart gedrucket   dar gein dem Ansevine.
ein sper er einem zucket, das was zu kranc der hohen crefte sine.
doch wart der Babylon da mit gerüeret,
daʒ eʒ geschivert kleine die hohe gein den luften kom gefüeret.
jüng. Tit. 920;
so jnen (den rindern) jr horn entweders gespalten oder geschifert ist. M. Sebiz feldbau (1580) 129; den unfleiszigen aber fehlet es biszweilen, wann sie stahl unnd eisen mit einander arbeiten sollen, dasz sie entweder das eisen verbrennen oder es aber so hart und ungeschmeidig machen, dasz es sich schifert und nicht lest mit dem stahl vereinigen. Garzoni schauplatz 529ᵃ; dasz in dieser gegend überhaupt selbst die letzten niederschläge der thon- und sonst sich schiefernden erden mit vegetabilien imprägnirt gewesen, läszt sich an mehrern orten nachweisen. Göthe 51, 152; zur verfertigung der nadeln wählt man guten, völlig platten und von unganzen stellen freien eisendraht aus; solcher, welcher schiefert oder sich spaltet, wenn er gefeilt, geschlagen oder gebogen wird, ist durchaus zu verwerfen. Karmarsch - Heeren 3, 434.
2)
sich einen schiefer, splitter unversehens in die haut stechen. Campe.
3)
seinen unwillen äuszern, ausbrechen lassen, irritatum, permotum, correptum ira esse, de potestate exire. Stieler 1780. schiefern, grollen (Kärnten) Frommann 6, 201.
4)
mit zerhacktem schiefer düngen, bei den winzern.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1894), Bd. IX (1899), Sp. 6, Z. 61.

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Zitationshilfe
„geschiefert“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschiefert>, abgerufen am 06.12.2021.

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