Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschiftet

geschiftet,
verkürzt geschift, part. adj. zu mhd. schiften, scheften, mit einem schaft versehen, an einen schaft befestigt Schm.² 2, 386: spiesz, die sollen halb geschifft, und halb ungeschifft sein. Fronsperger kriegsb. 1, 77ᵇ; geschiftet 'heiszt bei den jägern, den habichten frische schwingfedern aufsetzen, wenn sie die alten zerstoszen haben' Eggers kriegslex. 1, 1038, vergl. mhd. den raben schiften, ihm falsche federn ansetzen aus dem gefieder des falken. passional 314, 91 Hahn.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3885, Z. 72.

schiften, verb.

schiften, verb.
1)
nebenform zu mhd. scheften (nhd. schäften), s. mhd. wb. 2, 2, 75ᵇ. Lexer mhd. handwb. 2, 682; in gewerblicher sprache und mundartlich erhalten: ich schifte, thecas ligneas facio. Steinbach 2, 376; vgl. Frisch 2, 158ᶜ. Schm. 2, 386. Lexer 217. Hunziker 217. Schöpf 609; ein gewehr schiften, es mit einem schafte versehen; einen sparren schiften, ihn der länge nach an und auf den anderen befestigen (s. schiftsparren). Adelung; das befestigen schwacher hölzer an stärkeren durch nagelung ohne holzverbindung. Karmarsch-Heeren³ 7, 671; ein habicht wird geschiftet, wenn er seine schwungfedern zerstoszen hat und ihm neue aufgesetzt werden. ebenda. Behlen lex. der forst- u. jagdk. 5, 479; scherzhaft: hasenfüsze an einen fuchs schiften. Mathesius Sir. 2, 96ᵇ. pfeile, bolzen schiften, ihnen einen glatten schaft geben: wer recht abkommen wolte, der solte selber die böltze schifften und fidern ... können. Mathesius Sar. 153ᵇ; chur-fürst Friederich zu Sachsen hatte ein drehezeug und schifftet und fidert böltze. Schuppius 834;
es hatte ein junger mann
pfeile geschiftet.
Göthe 56, 87;
mit ainer langen geschifften wher. tirol. weisth. 4, 702, 43; scuta quae Germani geschiffte dartschen vocant; cataphracta quam Germani den geschifften küriss vocant; cum trochleis quas Germani die geschifften scheuben vocant. Schm. 2, 386.
2)
nd. schiften, theilen Schiller - Lübben 4, 90ᵃ; schiften, deylen, dividere, partiri. Kilian. ten Doornkaat Koolman 3, 120ᵇ; von dem begriff des scheidens, absonderns aus erklären sich wendungen wie folgende: de melk wil nêt schiffen oder schiften. ten Doornkaat-Koolman a. a. o. eigenthümlich: dat tüg is nog averal nig eenmal schifted, ist noch nirgends abgeschabt, hat noch nirgends eine dünne stelle. brem. wörterb. 4, 651 (ob hierher gehörig?).
3)
schiften, oberd. neben schiffen. Schm. 2, 385.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1894), Bd. IX (1899), Sp. 108, Z. 1.

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Zitationshilfe
„geschiftet“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschiftet>, abgerufen am 26.11.2021.

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