Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschimmelt

geschimmelt,
schimmelfarbig: weil es vil weiszer und geschimleter ross bei ihnen abgibt. Seuter rossarzn. (1599) 1; vgl. ein schemeliges perd Weigand wb.³ 2, 575 (Frankfurt a. M., von 1374), ein schimlicht pferdt Dief.-Wülcker 837 (von 1549).
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3886, Z. 46.

schimmeln, verb.

schimmeln, verb.:
schimmelen, von schimmel anlauffen, obducere situ, fracere, se moisir. Schottel 1399; mucescere, mucere, corrumpi, mucorem contrahere, putrorem nancisci, carie infestari. Stieler 1795. über die form vgl. schimmel. ahd. scimbalôn Graff 6, 498 (belegt irschimpalat, arscimpalatiu), mhd. schimelen Lexer handwb. 2, 743, niederl. schimmelen vel verschimmelen mucere, mucescere, fracere. Kilian, mucorare schemelen vel beschemelen, schymeln gloss. 369ᵇ (vgl. nov. gl. 258ᵃ), mucrescere schimlen 369ᶜ. ebenso in neueren mundarten, s. Albrecht 200ᵃ. Kehrein 1, 346, nd. ten Doornkaat Koolman 3, 124ᵃ. Mi 76ᵃ. Woeste 229ᵃ, bair.-österr. schimpeln, schimpln Schm. 2, 421. Hügel 136ᵇ. Lexer 217. Schöpf 610. cimbr. wb. 228ᵃ. einige mundarten unterscheiden von schimpeln eine nebenform verschiedener bedeutung: tirol. schimpelen nach schimmel riechen. Schöpf a. a. o., kärntn. schimpilan anfangen zu schimmeln. Lexer a. a. o.
1)
im eigentlichen sinne: das stroh schimmelt auf den dächern, tecta situ canescunt. Stieler 1795; was man guts in ein unsauber gefäsz schütt, das säwret oder schimlet. Lehmann 143;
dem metalle zugeflossen,
dem der Tagus schätz anbot:
bat offt, eh der tag geschlossen,
um ein stücke schimlend brodt.
A. Gryphius 1, 43;
bildlich:
auch der wird lächerlich, der nie wie andre spricht,
der bald ein schimmelnd wort bejahrter nacht entreiset.
Uz 2, 172.
2)
grau werden, vom haar Mi a. a. o.; dann auch von menschen, graues haar bekommen Albrecht, alt werden ten Doornkaat Koolman a. a. o.; schimmeln etiam exponitur: canere, canescere, er fängt schon an zu schimmeln, jam capilli ejus canent. Stieler 1795.
3)
mundartliches und besonderheiten. a) von mädchen, beim tanze sitzen bleiben. Albrecht. Kehrein. Woeste a. a. o., überhaupt in niederer rede ganz gewöhnlich, am Unterrheine auch: keinen mann bekommen. Kehrein a. a. o. b) rotwelsch für schneien, von der weiszen farbe des schimmels ausgehend.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 1 (1894), Bd. IX (1899), Sp. 158, Z. 34.

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Zitationshilfe
„geschimmelt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschimmelt>, abgerufen am 07.12.2021.

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