Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschläder, n.

geschläder, n.,
zu einem stamme gehörig, der auch im ahd. mhd. slote, f. schlamm vorliegt, ags. slâd, slæd, slêd, n. sumpf, hess. die schlâde als name von feld- und waldplätzen Vilmar 351, bair. schlott, schlött, f. schlamm, koth, thauwetter, schluett, f. lache, pfütze, unreinliche person Schm., czech. entlehnt slota, schlechtes wetter, gesindel, sowie ferner im verb. schlädern, unsauber trinken Stieler 1800. vgl. geschlütter.
1)
das gesleder, schlammiges fluszwasser, das in kein hochwasser flieszt. Straszb. verordn. 227 Brucker (von 1449).
2)
das geschlädere, was den kühen und schweinen eingemacht und gegeben wird, gespülich Stieler 1800.
3)
östr. gschleder, gschlader, schlechtes, unschmackhaftes getränk Castelli wb. 156. Hügel 72ᵃ.
4)
schles. das geschläter, liederlich gesindel. schles. kernchronicke (1714) 2, 721, vgl. geschlöder 2:
schindhund und teufels geschläter.
Hoffmannswaldau ged. 4, 337.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3901, Z. 9.

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Zitationshilfe
„geschläder“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschl%C3%A4der>, abgerufen am 04.12.2021.

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