Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschling, geschlingig, adj.

geschling, geschlingig, adj.
wie schlingig, schlank Schm.² 2, 527. Delling 1, 212.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3921, Z. 3.

geschlinge, n.

geschlinge, n.
1)
verbalsubst. zu schlingen, winden.
a)
etwas durcheinander geschlungenes: das pflanzen-, reb-, wurzelgeschlinge; ein blumengeschlinge, blumengewinde Campe;
wie hier einer ging
zerfetzt vom kinn bis zu gesäsz und weichen,
dem aus dem bauch herunter im geschling
gedärm und eingeweid .. samt dem magen hing.
Dante hölle 28, 25 Streckfusz;
ich schlich .. durch das geschlinge der gassen dem tempel der freundschaft zu. Thümmel reise 6, 149; das neuste geschlinge der wanderjahre. Göthe an Zelter 5, 242; ihr wiszthum bestand .. in einem wust und geschlinge von spitzfindigkeiten. Jahn merke z. d. volksth. 106.
b)
technisch.
α)
bei den fischern das geschling des netzes, der busige, sich in einander schlingende theil, gewöhnlich von flachs und feinmaschig, im gegensatz zu der lädering, die, gewöhnlich von doppeltem hanfgarn, zum stauen des netzes in bestimmter höhe dient. Sanders 2, 430ᵃ.
β)
in der baukunst: geschlinge, netzwerk Eger techn. wb. 2, 332ᵇ.
γ)
geschlinge, die zur verbindung metallener röhren dienenden gegossenen ringe aus messing oder eisen. Ehrenberg baulex. 262.
δ)
der den windkessel mit dem stiefel verbindende theil an der wasserspritze. technolog. handwb. (Leipzig 1818) 81.
ε)
das steingeschlinge in der mühle, oder steinkasten, die den bodenstein umschlingende einfassung Karmarsch techn. wb.² 2, 672.
2)
verbalsubst. zu schlingen, mhd. slinden, schlucken, das hinunterschlingen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3921, Z. 5.

geschlinge, n.

geschlinge, n.
lunge, leber und herz des geschlachteten thieres, eigentlich der schlund mit dem daranhangenden edlen eingeweide: gesling, heubt und andere cleinot mogen die lesterer (landfleischer) verkeufen von ydermanne unvorhindert. Leipz. urk., cod. dipl. Sax. II, 8, 339 (von 1466), geslingk, geslynckt 278 (von 1462); geschling Henisch 1541; geschling, geschlink, gula cum annexis partibus, kälbergeschling Frisch 2, 200ᵃ; geschlincke Aler 914. Steinbach 2, 455. Kirsch 146ᵃ und so noch im volksmunde, z. b. lausitz., leipz., hamb.; etliche tonnen voll gänse-geschlinck. Prätorius glückstopf 507; lasse uns ein lämmlein geben und koche uns das geschlinge auf ein essen. Brentano 4, 464. denn das wort hat sich zwar äuszerlich an das voraufgehende angelehnt, ist aber ursprünglich eine collectivbildung zu schlunk m., schlund Schm.² 2, 529 und obersächsisch, daher das geschlüncke Steinbach 2, 454. Ludwig 753, geschlüng Stieler 2295. Reinwald 2, 50 (aus Römhild), bair. das geschlünkel, geschlunkel Schm. a. a. o.; leipz. geschlenkere Albrecht 122ᵃ, aach. geschlengersch Müller-Weitz 68, köln. geschlingks Hönig 74. in der Oberlausitz auch vom menschen: sein geschlinke ist nicht gut, er ist im leibe nicht ganz gesund, ein rechtschaffenes geschlinke haben, ein rechtschaffenes herz Anton 8, 12.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3921, Z. 35.

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Zitationshilfe
„geschlinge“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschlinge>, abgerufen am 07.12.2021.

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