Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschlossenheit, f.

geschlossenheit, f.
1)
eigentlich, das geschlossensein: es ist in dem gesichte (der büste Zach. Werners) ein ausdruck begeisterter, in sich versunkener schwärmerei, der ... durch die krampfige geschlossenheit des mundes noch erhöht wird. Stahr Weimar und Jena 1, 380.
2)
der feste, innere zusammenschlusz: die geschlossenheit der glieder eines regiments; die geschlossenheit der dramatischen handlung; ich brachte das jahr 1809 ohne auswärtigen aufenthalt, theils in Weimar, theils in Jena zu, wodurch es mehr einheit und geschlossenheit gewann als andere, die ... an mannichfaltiger zerstreuung zu leiden hatten. Göthe 32, 43; so hat die anschauung die einheit und geschlossenheit des bildes. Fichte nachg. w. 1, 345; so ward es (sein gebäude der metaphysik) mir zu einem bloszen kunstwerk, dessen zierliche geschlossenheit und vollendung dem auge allein zur ergötzung diente. Chamisso 4, 302; das angesicht (der Schwarzwälderinnen) erhält noch eine schöne geschlossenheit durch die schwarzen knüpfbänder (um das kinn). Auerbach edelw. 5.
3)
wie gebundenheit sp. 1901, unfreiheit der bewegung und entwickelung: grundsatz der geschlossenheit (der bauernhöfe). Stüve wesen und verf. 220.
4)
die abgeschlossene zunft oder genossenschaft: wenn die zahllosen geschlossenheiten sich aus dem öffentlichen leben fortflüchten. Jahn merke z. d. volksth. 23.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3922, Z. 52.

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Zitationshilfe
„geschlossenheit“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschlossenheit>, abgerufen am 30.11.2021.

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