Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschmutzt, part. adj.

geschmutzt, part. adj.
schmutzig, schmierig:
damit machstu dein maul offt schmaltzig,
bitter, stincket, schwartz, gschmutzt und saltzig.
H. Sachs 5, 3, 400ᵃ, geschmutzet 368ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3948, Z. 55.

geschmützt, adj.

geschmützt, adj.
schmuck, feinzugespitzt Stalder 2, 337, schweizerisch.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3948, Z. 59.

schmutzen, verb.

schmutzen, verb.
1)
den mund zum lächeln verziehen, lächeln, mhd. smutzen:
dâ von lânt alle ir smutzen mit den munden,
daʒ die tumben nie verbîʒen kunden.
minnes. 3, 262ᵃ Hagen;
da ward Ulenspiegel schmutzen, vor lachen kunt er kum enthalten. Ulensp. 14, s. 18; wie unleidlich ist gott des schimpfs an seinem theuren wort, das er auch sich seins liebsten kinds blut hat lassen kosten, und die menschen sitzen und schmutzen, und lecheln, wenn sie es verdamnen und verfolgen. Luther 2, 91ᵇ; des (darüber) schmutzet herr Leonhart. 3, 418ᵇ; dieser gläserne aff (der spiegel) thut alles nach, was er siehet, mit dem lachenden schmutzet er. Abr. a S. Clara 1, 107; die bauern schmutzten dazu. Jucundiss. 192;
und so ich einen an wil schmutzen,
so lasz ich fein mein meulin wandren.
fastn. sp. 74, 4;
mit lieplichen plicken und schmutzen.
277, 21;
mit freuntlichem lachen, mit lieplichem anschmutzen.
749, 7;
der pfaff ward lachen, da ward sie schmutzen.
755, 4;
ich musz gleich deiner abweisz (thorheit) schmutzen.
H. Sachs 5, 242ᵃ;
ei, ei, wie würd sie schmutzn und lachn.
J. Ayrer 38ᵃ;
mundartlich noch bairisch Schm.² 2, 562, tirolisch Schöpf 633; kärntnisch schmutzen, den mund zum lachen verziehen, mit innerer freude lächeln Lexer 222; östreich. schmutzen lächeln Frommann 6, 114, 23; in der form schmotzen: subridere smotzen Dief. 561ᵇ; der bischof schmotzet, aber nicht von herzen. Bebel fac. (1589) 32ᵃ; wann man einen mit einem huͦrn schmotzen freuntlich anlacht. S. Franck sprichw. 1, 45ᵇ; schmôzen schmunzeln Birlinger augsb.-schwäb. wörterb. 399ᵇ; auch mit umlaut schmützen:
aber die pfaffen heimlich schmützen.
Eyering 1, 606.
2)
einen kuss geben, küssen: in Basel schmuze neben schmüzle Seiler 258ᵇ; sonst schweiz. mit umlaut schmützen, schmützeln schmatzend küssen Stalder 2, 337; diese bedeutung frei wol auch in folgendem: kein verlogner zeitung-singer möchte ich auch werden, weilen ich offt gehört, dasz dieselbige unter vielen andern auch in der hölle, desz teuffels nasztücher wären, wormit er den hindern schmutze. Simpl. 1, 571 Keller.
3)
beide bedeutungen sind auf der vorstellung des mundverziehens entstanden, die auch das subst. schmutz kuss aufweist; die ältere form zu schmutzen lächeln ist mhd. smutzemunden, welches deutlich das blosze mundverziehen, in der folgenden stelle zum spott, meint:
swelhe er (der spielmeister) bestât,
diu wirt von slegen helle,
und mîdent sî den spot.
dâ von lâʒen alle ir smutzemunden,
des die jungen niht verhelen kunden!
Neidhart 49, 29;
ebenso smutzelachen verbissen, unterdrückt lachen mhd. wb. 2, 2, 434ᵃ (vgl. dazu unten schmutzerlachen, schmutzlächeln, schmutzlachen), wozu das mhd. smutzen erst als jüngere bildung erscheint. in düringischen gegenden heiszt schmutzen noch sich verdrieszlich zeigen, vom hausvieh: das vieh schmutzt, zeigt keine freszlust. vgl. auch die nasalierte form schmunzeln.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1137, Z. 67.

schmutzen, verb.

schmutzen, verb.
schmutz haben, zeigen, bildung zu dem zweiten subst. schmutz, mhd. smotzen und smutzen, in verschiedenen bedeutungen.
1)
in älterer alemannischer sprache, intransitiv, fett zeigen oder verraten; nach fett riechen: was nit wüst salb, als wir salben haben die do schmutzen. Keisersberg post. 2, 114ᵇ; fettig sein: so wöllen wir redlich schlemmen, daʒ uns die müler schmutzen werden. Ulensp. 37, s. 52. in jetziger Basler mundart transitiv schmuze und schmuzge, mit fett würzen, schmalzen Seiler 258ᵇ.
2)
allgemein nach der gewöhnlichen bedeutung des subst. schmutz, intransitiv, schmutz an- oder absetzen: das silber schmuzet, argentum cutem infuscat Stieler 1883; ruszige kessel schmutzen leicht, die weisze wäsche schmutzt leicht. Adelung; sprichwörtlich, und mit bezug auf das anlegen weiszer wäsche: was putzt, das schmutzt, aber auch: was schmutzt, das putzt; in freierer verwendung, schmutzige arbeit verrichten, schmutzig einher gehen: den ganzen tag im hause herum schmutzen. Adelung; auf sittliches übertragen:
der römler wird am sacrament nicht irre,
wenn sündhaft lebt der priester der germeine,
weil gnade nicht gerinnt im schmutzgeschirre,
die hostie schmutzt ja nicht, die ewig reine!
Lenau 324;
transitiv, mit schmutz besudeln: ich schmutze, foedo, maculo Steinbach 2, 471; ein kolensack sagt zum andern 'schmutz mich nicht'. Ludwig teutsch-engl. lex.; gewöhnlich nur in beschmutzen (theil 1, 1586), einschmutzen (3, 282), verschmutzen (12, 1128); part. geschmutzt, mit schmutz bedeckt:
geschmutzt, bestrept, bschlept und zerhudelt.
H. Sachs 5, 368ᵃ;
mit umlaut:
ich hab ain pelcz gehabt neün jar,
der ist worden geschmuͤczet gar.
derselbe, fastn. sp. 7, 126, 152.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1138, Z. 44.

schmutzen, schmützen, verb.

schmutzen, schmützen, verb.
der älteren sprache, nebenform zu schmitzen oben sp. 1100, auch in der bedeutung vielfach gleich; auf eine parallelwurzel smut zu smit schmeiszen, dem unsere verbalbildung entstammt, wurde oben unter dem zweiten schmutz hingewiesen. die bedeutung des streichens, schlagens, treffens in dem spät mhd. smutzen Lexer handwb. 2, 1020; der imperativ im fluche:
smutz der tiuvel, welch ein rat! (da schlage der teufel drein).
Helbling 5, 89;
umgelautet, wie schleudern, werfen:
der küng von England ist unser fuͤg,
der selb hat gold und gelts genuͤg,
er wirts dapfer uszher schmützen.
Körner histor. volksl. 14;
in übertragener bedeutung schmähen, herabsetzen: daʒ in denen gegen- und widerreden grave Haug .. herrn Gotfriden den alten geschmutzt und sein selbs herkommen hoch hat erhept. Zimm. chron. 2, 138, 20; und mit umlaut: schmützen, einem sein hertz verseeren unnd verwunden, perstringere aliquem, sugillare, carpere, apologare, taxare. Maaler 358ᶜ; du schmützest yedermann, dicteria dicis in omnes, einen schmützen, verspotten, aceto quempiam perfundere, einen an der gemeind schmützen, und mit nammen härfür ziehen und beschreyen, compellare in concione. 358ᵈ; wiewol diss alle warheit und vor dem friden gemacht (war), niemand schmützt noch schmächt. H. Salat 12 Bächtold; die bedeutung des besudelns: ich schmütze an, adspergo maculam, adfrico maculam Steinbach 2, 471, ist in dem denominativ schmutzen aufgegangen. mundartlich ist noch erhalten schmutzen, auf dem Schwarzwalde, obst von den bäumen schlagen Schmid 472; in Steiermark schmotzen, mörtel bereiten Frommann 6, 343, was wol nach dem klatschenden schlagen dabei benannt ist und somit hierher gehört. vgl. auch das zweite schmutz 6.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1138, Z. 77.

schmutzen, verb.

schmutzen, verb.
bei jägern, die stimme eines thieres nachahmen, um es damit zu locken. Adelung; bairisch schmotzen, den hasenruf nachahmen Schmeller² 2, 562. wol nebenform zu schmatzen, das nicht in gleichem, aber doch verwandtem sinne gebraucht wird, vgl. oben sp. 948. 949.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 6 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1139, Z. 29.

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Zitationshilfe
„geschmützt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschm%C3%BCtzt>, abgerufen am 06.12.2021.

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