Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschmacklos, adj.

geschmacklos, adj.
1)
keinen geschmack gebend Ludwig 753: geschmacklose speisen Campe; bildlich: fern von der welt und ohne rücksicht auf die menschen wären alle unsere kenntnisse, unsere einfälle und gedanken uns geschmacklos (würden uns nicht schmecken). Zimmermann einsamkeit (1773) 13.
2)
ohne sinnliche geschmacksempfindung Ludwig a. a. o.: in manchen krankheiten ist man geschmack- und geruchlos. Campe.
3)
ohne schönheitssin:
zeigt nicht der rühmer seines geschmacks sich gerade durch dieses
rühmen geschmacklos?
Klopstock 7, 342;
geschmacklose gedanken, geschmacklose zeiten. Adelung; grosze denkmäler der alten kunst, überbaut mit dem geschmacklosesten schnörkelwerk. J. v. Müller allg. gesch. 9, 5; die geschmacklose überladung der münzfiguren. Herder z. lit. 5, 172; geschmacklos singen. Wieland Lucian 6, 44.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3933, Z. 68.

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Zitationshilfe
„geschmacklos“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschmacklos>, abgerufen am 07.12.2021.

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