Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschmeiszig, adj.

geschmeiszig, adj.,
oberd. nebenform zu geschmeidig, wie geschmeisz neben geschmeid (sp. 3936), schmeiszig (Mathesius Luther 69ᵇ. Garg. 46ᵇ) neben schmeidig, auch schmiszig, schlank, gelenk Schm.² 2, 559. Höfer 1, 288, nd. smetsk, schlank, nicht grosz, brem. wb. 4, 863. das gleichbedeutende oberd. geschmaissen, geschmassn (Höfer a. a. o. Castelli 156) ist nach Schm. wahrscheinlich aus geschmeiszsam verkürzt.
1)
biegsam:
zeuch jn ab, streich jn allenthalb
mit einer geschmeiszigen ruten.
H. Sachs 5, 366ᵇ.
2)
schlank, von dünnem biegsamen körperbau:
ein jüngeling geschmaiszig.
H. Sachs 1, 367ᵈ;
noch bair.-östr.: der bruder ist dick, die schwester aber ganz gschmaissi. Delling 1, 213, gschmassig Überfelder 122.
3)
gelenk, gewandt:
(die junge frau) ist mir (dem alten mann) nur zu scharff und geschmaiszig,
zu frech, zu hurtig und zu raisig.
H. Sachs 1, 526ᶜ;
noch ostpreusz.: ein geschmeisiges kerlchen. Frischbier 1, 230ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3944, Z. 25.

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Zitationshilfe
„geschmeiszig“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschmeiszig>, abgerufen am 06.12.2021.

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