Deutsches Wörterbuch (¹DWB)

geschmiere, n.

geschmiere, n.,
verkürzt geschmier, verbalsubstantiv zu schmieren.
1)
unctio Stieler 1882: das salbengeschmier Simpl. 3, 606; beschmierung, besudelung Rädlein 366ᵃ.
2)
elende schreiberei oder mahlerei Rädlein, sowol die üblen schriftzüge, gekritzel Krämer 544ᵇ:
o Phöbus, haszest du geschmier.
Schiller IV, 17;
heute referiert' ich schier (als jurist. referent)
aus geschmiere bunt und kraus
etwas menschliches heraus.
Gökingk lied. zw. lieb. 14 (20);
als ein schlecht verfasztes buch Ludwig 754: wie solche grobe zotten, pasquillen und des geschmieres .. mehr als wol gut ist, offentlich feil getragen werden. Spangenberg ganskönig vorr. 5ᵇ; sein (Klotzens) geschmiere von münzen habe ich nicht gelesen. Lessing 12, 204.
3)
fälschung von wein, bier u. s. w.: ein weinfabricant hat, um den gefahren einer drohenden kellerrevision zu entgehen, in der nacht 36 fuder seines geschmieres laufen lassen. köln. zeitung vom 14. sept. 1881.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3945, Z. 25.

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Zitationshilfe
„geschmiere“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschmiere>, abgerufen am 12.07.2020.

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