Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschmogen, adj.

geschmogen, adj.
part. zu schmiegen (s. d.), mhd. smiegen, part. gesmogen; mit der nebenform geschmagen.
1)
gebeugt, eingezogen, körperlich und geistig:
der arm esel erschrack der wort,
die forcht durchschlich in, ..
und thet geschmogen fürbasz gahn.
H. Sachs 4, 3, 108ᵃ;
(das fleisch) wird durch das creutz still und geschmogen
und durch die busz fein eingezogen
zu gottsforcht.
4, 1, 36ᵃ.
2)
schmächtig, ejuncidus Steinbach 2, 467: weiln die weiber rahner und geschmogener am ganzen leib werden. Mauriceau 63; wann einer arm und hungerig ist, so hat er klein geschmagen hend. S. Frank spr. 1, 37ᵃ u. ö.; noch bair. schlank, geschmeidig Delling 1, 213. Zaupser nachlese 21.
3)
knapp, klein: der glaub wirt klein und geschmagen. Agricola spr. 155ᵇ, geschmogen S. Frank paradox. 132; noch schweiz. spärlich, kümmerlich, z. b. von der mahlzeit Tobler 242ᵃ.
4)
kärntn. genau, bequem zusammengebracht, geordnet Überfelder 122.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3946, Z. 3.

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Zitationshilfe
„geschmogen“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschmogen>, abgerufen am 28.11.2021.

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