Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschnatter, n.

geschnatter, n.,
verbalsubst. zu schnattern (s. d.), zu dessen nebenformen schnadern, schnâdern und schnädern auch hier die entsprechenden: geschnadere Stieler 1886, geschnader Garg. 104ᵃ, geschnadder, geschnater Ludwig 754;
fur zenkischem geschnâder.
Melissus ps. M 5ᵇ;
geschnäder Schottel 633, schweiz. Stalder 2, 338. Seiler 151ᵃ, geschnätter Birlinger augsb. wb. (von 1701).
1)
geklapper: ain geschneter (der störche). M. Behaim ged. 5, 683 Karajan.
2)
das schnattern der gänse und enten: das geschnader der gänsz. Aler 916ᵃ; das gepfeif und geschnader des geflügels nachahmen. Abr. a S. Clara etwas f. alle 2, 738;
und hör von weitem das geschnatter,
seh das geflitter, das geflatter.
Göthe 2, 92 (Lilis park);
laszt sodann ruhig die gans .. gagagen,
die beiszt keinen, es quält nur ihr geschnatter das ohr.
Schiller xenien 83;
das gequake der frösche:
als er disz sagt, ward ein geschnatter,
'Marx, Marx ist unser lieber vater',
wie die frösche noch allzeit sagen.
froschmeus. 2, 5, 4 K k 6ᵃ.
3)
gerede, geschwätz, garrulitas Steinbach 2, 473:
und hetten da ein grosz getader,
ein brumlen, murmlen und geschnader.
Scheidt Grobianus H 2ᵃ;
Murner aber sprach: lieber gevatter,
gedenckt an ewr verwegn geschnatter,
da ihr mich armen mann veracht.
froschmeus. 1, 2, 24 R 2ᵇ;
wiszt ihr von seiner herkunft nichts?
es gibt so allerlei geschnatter,
der eine sprichts, der andre sprichts.
Kotzebue dram. sp. 1, 295. 2, 294.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3950, Z. 8.

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Zitationshilfe
„geschnatter“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschnatter>, abgerufen am 07.12.2021.

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