Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschneitel, n.

geschneitel, n.,
subst. verb. zu schneiteln, sneiteln voc. 1482 ee 2ᵃ, das vom ahd. sneitôn abgeleitet ist, vgl. geschneide.
1)
kleinigkeiten, abfälle von speisen und andern dingen, eigentlich von geschnittenem oder gehauenem, bair. geschnaitel, geschnattel, auch geschnaitel-, geschnattelwerk, geschnaitsel, geschnätzel (letzteres auch leckerei) Schm.² 2, 584. Delling 1, 214.
2)
das geschnaitel, eine gesäuerte speise aus dem zusammen geschnittenen geschlinke, vorzüglich eines kalbes Höfer wb. 1, 289, bair.-östr. auch geschnattel Schm. a. a. o. Loritza 50ᵃ. Castelli 156, gesnattel fontes rer. austr. II, 10, xlv (Klosterneuburg, 14. jh.), geschnätel von kalbfleischtigen hammen. Garg. 53ᵇ, schles.-nordböhm. das geschnâter, genieszbare eingeweide Knothe 252. s. eingeschneizel th. 3, 189.
3)
das geschneitel, insicium, minutal, et in jure das eingeschneitel, alias zuebusze, zuepreis, musteil, cibaria Stieler 1902, vgl. eingeschneide th. 3, 189; ein geschneidel, was dem überlebenden der eheleute ausgemacht wird und ihm auf lebenslang aus den gütern abgegeben werden soll, supervita Frisch 2, 214ᵃ.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3951, Z. 49.

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Zitationshilfe
„geschneitel“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschneitel>, abgerufen am 07.12.2021.

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