Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

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geschniegelt, adj.

geschniegelt, adj.
part. zu schniegeln, s. d.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3952, Z. 14.

schniegeln, verb.

schniegeln, verb.
übertrieben sorgfältig und zierlich, stutzerhaft putzen. das wort ist in den ältern dialekten nicht bezeugt und daher eine sichere etymologie nicht zu geben; es stammt wol, wie schniegel, aus dem obersächsischen dialekt, vgl. Wachter 1453. Weigand 2, 619. belegt seit dem 17. jahrh., s. Gombert beitr. 2, 15. von den wörterbüchern verzeichnet es zuerst Steinbach 2, 476 in der eingeengten bedeutung 'kämmen': ich schniegele (putze scil. die haare) como. s. auch Kluge⁵ 333ᵇ. Albrecht 205ᵃ: lieszen uns also alle beyde heraus schniegeln und putzen, wie man sagt, (wie) die ochsen. Felsenburg 4, 416;
es sind nur etwann funfftzig jahr,
dasz bey uns jungen leuten
kein solch geziere war,
als wie sich jetzt die mädgen schniegeln.
Menantes allern. art 371;
besonders im particip: geschniegelt, comtus Steinbach a. a. o.; auch war die bekleidung für den geschniegelten alten Niederländer allzu nachlässig. Arnim kronenw. 1, 368; eine nette geschniegelte person. Nicolai Sebaldus 2, 137; gar mancher ist schön und geschniegelt und beträgt sich doch kaum wie ein mensch. Eichendorff² 6, 466 (Lucanor 19); Robespierre selbst ist ebenfalls auf dem bilde zu sehen, auffallend durch seine sorgfältige toilette und sein geschniegeltes wesen. H. Heine 4, 36 Elster; übertragen: der mann (Börne), der sich in seiner anständigen, geschniegelten schreibart immer selbst inspizierte und kontrollierte. 7, 72; gern in verbindung mit dem reimwort gebügelt: er ist immer geschniegelt und gebügelt. Albrecht 205ᵃ; nur kein damaliges geschniegeltes, gebügeltes, ganz in schönpflästerchen gekleidetes Leipziger subjekt sollen sie mir verschreiben, nicht einmal den vorigen Gellert selber. J. Paul Levana 2, 25.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 7 (1896), Bd. IX (1899), Sp. 1331, Z. 7.

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Zitationshilfe
„geschniegelt“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschniegelt>, abgerufen am 06.12.2021.

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