Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschnurr, n.

geschnurr, n.,
verbalsubst. zu schnurren (s. d.).
1)
das schnurrende geräusch, mnl. ghesnorre, nnl. gesnor: geschnurre und geknastere. Harnisch 246; das geschnurr eines elephanten Krämer 545ᵃ, der bienen Ludwig 754;
macht kein getümmel noch gemur,
kein wemerleichen und geschnur.
Schade sat. u. pasqu. 1, 117, 214.
2)
mhd. gesnürre, rauschender schmuck:
ûf den helmen manec gesnürre.
Parz. 718, 9.
3)
schweiz. das geschnürr, fliegendes ungeziefer, besonders schnurrkäfer Stalder 2, 346.
4)
die schnurre, die werkzeuge des atmens, luxemb. geschnär Gengler 176.
5)
geschnurr, geringe unbedeutende sachen, kleines gerümpel, zumal unnützer kleinlicher putz, hessisch auch geschnörr, geschnörch Vilmar 364, schles. geschnerch: diese diebe werden auch etliche ämerlin (funken) des zornes gottes mit diesen geschnerchin (cum reculis istis) zu hause gebracht haben. Vechner ergissung der Katzbach 1608. vgl. geschnärre 3.
6)
gesindel, wie mnl. ghesnorre, vilis plebecula Kilian: der babst mit allen seinen geschnürre und anhang. Mich. Neander menschensp. 62.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3953, Z. 15.

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Zitationshilfe
„geschnurr“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschnurr>, abgerufen am 07.12.2021.

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