Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschol, m.

geschol, m.
verstärktes schol, mhd. geschol, im ältern nhd. aussterbend.
1)
der schuldige bei einer übelthat: wirdet der rechte geschol begriffen (bei einem todtschlag). östr. weisth. 6, 318, 32 (15. jahrh.).
2)
schuldner, an welchen der kläger eine rechtsforderung hat: der anclager soll den oder die, die ir geschollen sind, zu dreien malen fürbieten. Augsb. achtordn. von 1540 bei Schmid schwäb. wb. 476; übertragen, einer an dem man etwas zu vergelten hat:
ich hân gar rehte an im getân (durch tödtung),
er ist der rehte geschol mîn,
mir sluoc aldâ ze Karmadîn
mînen pruoder sîn hant.
Heinr. v. Neustadt Apollonius 19911.
3)
gewährsmann, bürge: wem ein ross an wirt gevangen, der mag seinen kscholn wol gestellen. Brünner stadtr. 402, 228 Rössler.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3953, Z. 77.

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Zitationshilfe
„geschol“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschol>, abgerufen am 28.11.2021.

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