Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschuht, adj.

geschuht, adj.
part. zu mhd. geschuohen, mit schuhen versehen, wie beschuht, in der älteren sprache dafür das adj. mhd. geschuoch, goth. gaskôhs.
1)
mit schuhen an den füszen: sondern weren geschucht. Marc. 6, 9; (die Türken) sitzen mit auszgezogenen schuͦhen, dann sünd und schand ist, wer bei jn geschuͦcht sitzet. S. Frank weltb. 104ᵇ; weiter ist disz volck (Syrier) gschuͦcht mit socken auff Thebanisch munier. 140ᵇ. 196ᵇ; sie hatten nur den linken fusz geschuhet. Heilmann Thuc. 335;
wer macht dich so vermessen,
das du dich einr solchen that erwigst,
also geschuht den baum auffstiegst.
B. Waldis Es. 2, 64, 23. 30 Kurz;
beim ährenkranze,
wo man geschuht zum tanze
in weiszen strümpfen geht.
Voss lyr. ged. 2, 242.
bildlich: lug, dasz din geistlichen füsz, begird und anmut geschühet syen mit starcken erübten tugenden. Keisersberg bilgerschaft 99ᶜ.
2)
schwarz oder weisz geschuhte pferde, mit schwarzen oder weiszen abzeichen an den füszen Weber öcon. lex. 193ᵃ; heraldisch, geschuhet oder gehuft, mit hufen von abweichender tinctur. Müller-Mothes arch. wb. 1, 456.
3)
bergmännisch geschuhter oder gepfropfter thürstock, aufrechter balken der stollenzimmerung, bei weicher sohle in ein bühnloch gestellt, das in zu diesem zwecke in die sohle eingestoszene pfähle oder pflöcke ausgestemmt ist. Dannenberg-Frantz 385.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3974, Z. 6.

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Zitationshilfe
„geschuht“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschuht>, abgerufen am 29.11.2021.

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