Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (¹DWB)

geschwänze, geschwänz, n.

geschwänze, geschwänz, n.
1)
coll. zu schwanz (s. d.).
a)
zu schwanz, cauda:
item klapperschlangen und der art geschwänz
haben da seit langem ihre residenz.
Göthe 47, 107.
b)
zu mhd. swanz, schleppe, schleppkleid:
die lauffent hin, die lauffent her,
ob iemant sei, der ir ger,
oder ir geswentze lobe.
Renner 421.
c)
zu mhd. swanz, schwenkende tanzartige bewegung:
die pilgerîme in irem geswanze
nâch den fidelen sûʒe tanze.
herz. Ernst 5500 v. d. Hagen u. Büsching;
auch kan ich gar weidlich geschwanze
und mich verdrehen an diesem tanze.
fastn. sp. 2, 902, 13.
2)
verbalsubst. zu schwänzen, schönthun, den fuchsschwanz streichen, sich schmeichlerisch benehmen: du zwingst die ganze welt mit macht und fuchs-geschwäntze. Wiedemann febr. 43;
wolt jhr sie (das höfische frauenzimmer) zum tantz auffziehen,
müszt jhr machen reverentz
mit den händen, kopff und kniehen,
wozu dienet das geschwäntz?
Venusgärtlein 116 (83, 14 neudr.);
das geschwänze, das zierliche oder gezierte einhergehen, rotwälsch geschwenz, das umherlaufen.
Fundstelle
Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. Lfg. 10 (1893), Bd. IV,I,II (1897), Sp. 3981, Z. 25.

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Zitationshilfe
„geschwänze“, in: Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960), digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/dwb/geschw%C3%A4nze>, abgerufen am 06.12.2021.

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